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Stromverbrauch im Haushalt: Wie viel ist noch normal?

Der Stromspiegel verrät es  

Wie viel Stromverbrauch ist noch normal?

08.08.2019, 09:03 Uhr | jb, dpa-tmn

Stromverbrauch im Haushalt: Wie viel ist noch normal?. Stromzähler (Quelle: imago images/Becker&Bredel)

Energie sparen: Durch Vergleiche mit anderen Haushalten kann man den eigenen Stromverbrauch besser einschätzen. (Quelle: Becker&Bredel/imago images)

Viele Verbraucher haben eine ungefähre Vorstellung davon, wie viel Strom sie Jahr für Jahr verbrauchen. Liegen sie damit im Durchschnitt? Wie hoch wäre das Sparpotenzial, wenn sie gezielt Strom sparen würden? Und was sind eigentlich die Stromfresser im Haushalt?

Steigende Stromkosten sind ein Ärgernis. Oft sind Verbraucher aber selbst Schuld an den hohen Ausgaben, beispielsweise durch falsches Verhalten. Doch wie viel Energieumsatz haben vergleichbare Haushalte? Und können die eigenen Energiekosten gesenkt werden? Bei diesen Fragen hilft der Stromspiegel. Für ihn werden regelmäßig Verbrauchsdaten und Vergleichswerte zusammengestellt. Er zeigt Haushalten an, ob sie einen vergleichsweise hohen Verbrauch haben und vielleicht öfters mal den Stecker ziehen sollten.

So funktioniert es: Die eigenen Stromrechnung zur Hand nehmen und den jährlichen Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) heraussuchen.

Stromverbrauch im Single-Haushalt

Im Ein- oder Zweifamilienhaus: Im Durchschnitt zahlen Einpersonenhaushalte mit elektrischer Warmwasserbereitung 820 Euro im Jahr an Energiekosten. Als gering weist der Stromspiegel Energiekosten in Höhe von 635 Euro im Jahr aus. Einsparpotenzial gibt es durch effiziente Kühl- und Gefrierschränke (bis zu 70 Euro) sowie der Vermeidung von Standby-Modus (bis zu 115 Euro).
Der durchschnittliche Jahresverbrauch ohne elektrische Warmwasserbereitung liegt bei 2.300 kWh. Wird das Warmwasser elektrisch aufbereitet, so steigt der Jahresverbrauch auf 2.800 kWh im Jahr.


Im Mehrfamilienhaus: Einpersonenhaushalte, die in einem Mehrfamilienhaus leben, haben durchschnittlich 555 Euro Stromkosten im Jahr. Diese können mithilfe von effizienten Kühl- und Gefrierschränken (bis zu 70 Euro Ersparnis) sowie der Vermeidung des Standby-Modus (bis zu 115 Euro Ersparnis) auf bis zu 370 Euro im Jahr gesenkt werden.
Der durchschnittliche Jahresverbrauch von Einpersonenhaushalte mit elektrischer Warmwasserbereitung liegt laut Auswertung bei 1.900 kWh, ohne sinkt er auf durchschnittlich 1.400 kWh im Jahr.


Stromverbrauch im Zweipersonenhaushalt

Im Ein- oder Zweifamilienhaus: Die durchschnittlichen Energiekosten in einem Zweipersonenhaushalt mit einer elektrischen Warmwasserbereitung liegen bei 1.085 Euro im Jahr. Einsparungen von bis zu 185 Euro sind mit effizienten Kühl- und Gefrierschränken (bis zu 70 Euro Ersparnis) sowie der Vermeidung des Standby-Modus (bis zu 115 Euro Ersparnis) möglich. Die Kosten können bis auf 900 Euro im Jahr sinken.
Im Durchschnitt verbraucht ein Zweipersonenhaushalt 3.700 kWh im Jahr, wenn eine elektrische Warmwasserbereitung vorhanden ist. Ohne kann der durchschnittliche Jahresverbrauch laut Stromspiegel auch bis zu 3.000 kWh betragen. 

Im Mehrfamilienhaus: Die durchschnittlichen Stromkosten liegen für einen Haushalt mit zwei Personen laut Stromspiegel bei rund 880 Euro im Jahr. Durch das Einhalten von Stromspartipps, können die Abgaben auf bis zu 695 Euro gesenkt werden. Dabei helfen unter anderem effizienten Kühl- und Gefrierschränke (bis zu 70 Euro Ersparnis) sowie die Vermeidung des Standby-Modus (bis zu 115 Euro Ersparnis).
Ein Verbrauch von 3.000 kWh im Jahr ist der Durchschnitt. Ist keine elektrische Warmwasserbereitung vorhanden, kann der Wert auf 2.000 kWh sinken.

Stromverbrauch im Vierpersonenhaushalt

Im Ein- oder Zweifamilienhaus: Durchschnittlich 1.465 Euro im Jahr an Energiekosten zahlt ein Vierpersonenhaushalt mit elektrischer Warmwasserbereitung. Durch Energiesparmaßnahmen, wie beispielsweise den Tausch der Heizungspumpe (bis zu 105 Euro Ersparnis) oder das Umrüsten auf LED-Beleuchtung (bis zu 110 Euro Ersparnis) im gesamten Haus können die Energiekosten auf bis zu 1.250 Euro im Jahr gesenkt werden.
Der durchschnittliche Jahresverbrauch liegt bei rund 5.000 kWh, wenn eine elektrische Warmwasserbereitung vorhanden ist. Ohne kann er auf bis zu 4.000 kWh im Jahr sinken.

Im Mehrfamilienhaus: Die durchschnittlichen Stromkosten im Jahr in einem Haushalt mit vier Personen mit elektrischer Warmwasserbereitung liegen bei 1.170 Euro. Durch das Befolgen von Stromspartipps, wie beispielsweise der Wechsel zu LED-Beleuchtung (bis zu 110 Euro Ersparnis) oder Sparduschköpfe (bis zu 455 Euro Ersparnis) können die Kosten auf bis zu 745 Euro im Jahr gesenkt werden.
Der Verbrauch liegt bei durchschnittlich 4.400 kWh im Jahr, wenn das Warmwasser elektrisch bereitet wird. Ohne kann der Jahresverbrauch auf bis zu 3.000 kWh sinken.

Daten aus dem Stromspiegel richtig nutzen

Der Stromspiegel erscheint regelmäßig und soll Vergleichswerte für deutsche Privathaushalte liefern. Die Daten geben die Inhalte des Stromspiegels nur auszugsweise wieder. Insgesamt wurden rund 226.000 Verbrauchsdaten hierfür ausgewertet. Hinter dem Stromspiegel stehen unter anderem der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW), die co2online gemeinnützige GmbH und der Deutscher Mieterbund e. V. (DMB).  

Energielabel auf Geräten
Achten Sie beim Kauf neuer Geräte auf das EU-Energielabel, das insgesamt sieben Effizienzklassen von A+++ (geringer Verbrauch) bis D (sehr hoher Verbrauch) anzeigt.

Je mehr Strom Sie verbrauchen, desto größer ist das Einsparpotenzial. Bei einem sehr hohen Jahresverbrauch können Sie zum Beispiel mit der Neuanschaffung eines effizienten Kühl- und Gefrierschranks oder anderen schnell und einfach Ihre Kosten senken. Doch auch ohne einen Neukauf kann man mit einfachen Mitteln Strom sparen.



Die folgende Grafik zeigt die größten Stromfresser im Haushalt, die Geräte also, bei denen man besonders stark auf Energieeffizienz achten sollte.

Stromfresser im Haushalt: 17 Prozent der Energiekosten entstehen durch nicht effiziente Kühl- und Gefrierschränke.  (Quelle: Statista GmbH)Stromfresser im Haushalt: 17 Prozent der Energiekosten entstehen durch nicht effiziente Kühl- und Gefrierschränke. (Quelle: Statista GmbH)

Aufgrund der neuen Klassifizierungen von Energielabels, sollten Sie bei Ihren Elektrogeräten ebenfalls einmal den Stromverbrauch messen. Bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale können Sie sich geeichte Messgeräte ausleihen und mit diesen den Energieverbrauch messen.

Verwendete Quellen:
  • eigene Recherche
  • co2online.de
  • Statista GmbH
  • Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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