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Vorsicht, Feinstaub: Diese älteren Holzöfen droht 2021 das Aus

Achtung, Stichtagsregelung  

Feinstaub: Diesen älteren Holzöfen droht bald das Aus

26.09.2020, 15:49 Uhr | dpa-tmn, t-online

Vorsicht, Feinstaub: Diese älteren Holzöfen droht 2021 das Aus. Holzofen: Bezirksschornsteinfeger können prüfen, ob die Feuerstätte noch betrieben werden darf. (Quelle: dpa/tmn/Klaus-Dietmar Gabbert)

Holzofen: Bezirksschornsteinfeger können prüfen, ob die Feuerstätte noch betrieben werden darf. (Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/tmn)

Sie sorgen für wohlige Wärme und Gemütlichkeit: holzbefeuerte Öfen. Gleichzeitig geben sie aber oft zu viel Feinstaub ab. Deshalb müssen bestimmte Feuerstätten noch in diesem Jahr ausgetauscht oder saniert werden.

Eine Schonfrist für viele Öfen, die mit festen Brennstoffen wie etwa Holz heizen, endet am 31. Dezember 2020. Das heißt: Bestimmte Modelle müssen mit Feinstaubfiltern entweder nachgerüstet, komplett ausgetauscht oder sogar außer Betrieb genommen werden.

Der Grund: Ihr Schadstoffausstoß überschreitet festgelegte Feinstaubgrenzwerte. Die legt das sogenannte Bundes-Immissionsschutzgesetz vor. Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Stichtagsregelung.

Welche Öfen sind betroffen?

Die aktuelle Stichtagsregelung gilt für sogenannte Einzelraumfeuerungsanlagen, die mit festen Brennstoffen beheizt werden. Dazu zählen Kaminöfen, Kachelöfen oder Heizkamine für Holzscheite, Pellets, Hackschnitzel oder Kohle.

Betroffen sind laut Verordnung:

  • ummauerte Feuerstätten mit einem industriellen Heizeinsatz und einer Leistung von mindestens vier Kilowatt
  • die zwischen dem 1. Januar 1985 und dem 31. Dezember 1994 errichtet wurden
  • deren Emissionswerte für Feinstaub 0,15 Gramm pro Kubikmeter Abgas und für Kohlenmonoxid vier Gramm pro Kubikmeter überschreiten.

Ferner müssen diese Anlagen eine verschließbare Tür haben. Das bedeutet: Raumheizer wie Schwedenöfen, die nicht über eine Ummauerung verfügen, müssen ebenfalls nachgerüstet werden.

Seit Jahren werden schrittweise Ofengenerationen den gesetzlichen Regelungen in der Ersten Bundesimmissionsschutz-Verordnung (1. BImSchV) unterworfen. Hier sind die Übergangsregelungen zum Teil bereits abgelaufen:

Datum auf dem TypschildZeitpunkt der Nachrüstung oder Außerbetriebnahme
bis 31.12.1974 und vorher31.12.2014
1.1.1975 bis 31.12.198431.12.2017
1.1.1985 bis 31.12.199431.12.2020
1.1.1995 bis 21.3.201031.12.2024

Quelle: Bundes-Immissionsschutzgesetz

Welche Öfen sind ausgenommen?

Offene Kamine, handwerklich errichtete Grundöfen und Kochherde sowie geschlossene Kamine, die auch im offenen Zustand betrieben werden dürfen, sind hingegen nicht betroffen. Das gilt ebenfalls für historische Kaminöfen, die nachweislich vor dem 1. Januar 1950 errichtet wurden und nach wie vor an der gleichen Stelle im Haus stehen.

Aber: Wurden diese historischen Kaminöfen umgesetzt, endet ebenfalls zum 31. Dezember 2020 die Schonfrist.

Warum sind die Werte ein Problem?

Zwar gelten Fahrzeuge und die Industrie als die größten Verursacher von Feinstaub. Doch auch das Verbrennen von Holz in Öfen ist ein Problem. Die winzigen Partikel können Atemwegsprobleme und Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems verursachen.

Um diese Emissionen zu verringern, greift der Gesetzgeber ein. Laut dem Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) sind die Feinstaubemissionen von häuslichen Feuerstätten seit Beginn der Nachrüst- und Austauschpflicht im Jahr 2010 um rund ein Drittel gesunken.

Wie findet man heraus, welcher Ofen betroffen ist?

Auf dem Typenschild des Ofens sollte das Alter der Anlage stehen. Fehlt es, müssen Ofenbesitzer anhand von Messdaten des Schornsteinfegers oder einer Bescheinigung des Herstellers nachweisen, dass das Ofenmodell die Schadstoffgrenzen einhält.

Die Datenbank des HKI und anderer Verbände hilft dabei, die Werte des jeweiligen Ofenmodells zu finden. Viele, wenn auch nicht alle Öfen sind hier gelistet. Aber: Können Baujahr oder Emissionshöhe nicht festgestellt werden, muss die Feuerstätte ersetzt werden.

Mein Ofen ist betroffen: Was ist zu tun?

Sind die Emissionen zu hoch, darf der Ofen nicht weiter betrieben werden. Die Nachrüstung ist zwar möglich, es gibt etwa Partikelfilter gegen Feinstaub, aber nicht gegen zu viel Kohlenmonoxid, erklärt Frank Hettler von Zukunft Altbau – einem Informationsprogramm, gefördert durch das Umweltministerium Baden-Württemberg.

Eine Nachrüstung und das anschließende Nachmessen der Öfen sei zudem oft teurer als Kauf und Installation einer neuen, effizienteren Anlage, die bis zu einem Drittel weniger Brennstoff benötigen kann.

Ofen-Neuanschaffung: Was ist zu beachten?

Möchten Sie einen neuen Ofen kaufen, sollten Sie auf eine gute Energieeffizienz achten, rät die Verbraucherzentrale Hamburg. Denn neue Holzfeuerstätten produzieren nicht nur weniger Feinstaub, sondern sparen auch Brennmaterial. Laut der Verbraucherschützer erreichen sparsame Kaminöfen die Energieeffizienzklasse A+, die effizientesten Pelletöfen sogar A++.

Im Vergleich zu Brennholz, das vergleichsweise teuer ist, empfiehlt die Verbraucherzentrale Holzpellets. Sie erzeugen erheblich weniger Feinstaubemissionen. Zudem werden Pellet-Anlagen mit bis zu 45 Prozent Zuschüssen gefördert.

Verwendete Quellen:

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