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Pflanzen gießen im Sommer: Tipps - Fehler beim Gießen und Wässern vermeiden

Welche Pflanze braucht wie viel Wasser?  

Die größten Fehler beim Gießen

18.02.2020, 11:33 Uhr | dpa-tmn, jb, t-online.de

Pflanzen gießen im Sommer: Tipps - Fehler beim Gießen und Wässern vermeiden. Schon kleine Fehler beim Gießen richten großen Schaden an. (Quelle: dpa)

Schon kleine Fehler beim Gießen richten großen Schaden an. (Quelle: dpa)

Fehler bei der Gartenbewässerung können großen Schaden anrichten. Wann und wie oft sollte man also gießen? Welche Pflanze braucht wie viel Wasser? Und wie erkenne ich den Bedarf meiner Gartengewächse? Wir klären auf.

Der beste Zeitpunkt zum Gießen sei zwischen drei und vier Uhr morgens, sagt Jürgen Herrmannsdörfer vom Bundesverband der Einzelhandelsgärtner (BVE). "Dann ist der Boden am kühlsten." Das Wasser verdunstet nicht so schnell, sondern kann in den Boden einsickern und gelangt an die Wurzeln.

Pflanzen am besten morgens gießen

Weil fast niemand freiwillig so früh aufsteht, rät der Experte zu einem automatischen Bewässerungssystem mit Zeitschaltuhr. Wer diese Kosten scheut, sollte an warmen Tagen etwas früher aufstehen, um noch schnell zu gießen. "Um sechs Uhr zu wässern ist immer noch besser als um 20 Uhr", sagt Herrmannsdörfer.

Im Sommer in der Mittagssonne zu wässern sei reine Wasserverschwendung. Dann sind der Boden und die Luft zu warm, die Feuchtigkeit verdunstet, statt an die Wurzeln zu gelangen. Auch abends sei es an heißen Tagen immer noch so warm, dass ein Großteil der Feuchtigkeit verdunste.

Außerdem kann abendliches Gießen Schnecken anlocken. Weil die Blätter der Pflanzen über Nacht schlecht trocknen, drohen außerdem Pilzkrankheiten

Rasensprenger nicht zum Wässern verwenden

Zum Wässern von Gehölzen, Stauden, Hecken und Gemüsepflanzen sollten Sie besser nicht den Rasensprenger verwenden. Der ist nur ideal für größere freie Flächen. Ansonsten landet mit Sprinkleranlagen zu viel Wasser auf den Blättern. Dort verdunstet es ungenutzt oder begünstigt sogar Pilzkrankheiten, wenn es nicht schnell trocknet.

Mit Gießkanne und Gartenschlauch kommen Sie besser unter die Zweige und Blätter der Pflanzen. Achten Sie dabei darauf, dass Sie entsprechende Aufsätze verwenden. Er sollte nicht zu stark sein. Wer eine automatische Bewässerungslösung bevorzugt, sollte ein Tropfrohrsystem verlegen.

Bei Großen Töpfen können Sie sich unter Umständen mit einem Einfüllstutzen behelfen. Den können Sie sich bei größeren Töpfen auch selbst bauen. Dazu stecken Sie einen kleineren Blumentopf mit Loch schräg in die Erde und kann dann bequem das Wasser hineinschütten.

Extratipp der Bayerischen Gartenakademie: Um das Wasser in tiefere Bodenschichten und damit zu den Wurzeln zu leiten, hacken Sie nach dem Gießen den Beetboden auf. Das zerstört Hohlräume und leitet das Wasser weiter in die Tiefe.

Welche Pflanze braucht wie viel Wasser?

Je nach Gattung und Standort gibt es große Unterschiede im Flüssigkeitsbedarf der Pflanzen. Generell brauchen Pflanzen an sonnigen Plätzen mehr Wasser als Schattengewächse. Besonders durstige Arten sind zum Beispiel die Engelstrompete und die Fuchsie. Außerdem benötigen Keimlinge oder Blumen, die gerade erst gepflanzt wurden, in den ersten Wochen täglich Wasser. Nur so wird sichergestellt, dass sie reichlich Wurzeln bilden.

Als Faustregel für die Gießmenge gilt: Je größer die Blätter, desto höher der Wasserbedarf. Mediterrane Pflanzen sind es hingegen gewöhnt, mit wenig Feuchtigkeit auszukommen. Sie überstehen auch einige trockene Tage. Südländische Kräuter, wie Thymian und Rosmarin, sollten ebenfalls nicht zu oft gegossen werden. Am besten warte Sie, bis die Erde ausgetrocknet ist und gießt dann reichlich.

Rasen wässern an heißen Sommertagen

Droht eine Hitzewelle, sollten Gärtner den Rasen nicht zu kurz und dafür ohne den Fangkorb mähen. Der Schnitt bleibt auf dem Rasen liegen und dient als Mulch, der die Feuchtigkeit speichert und den Rasen vor Austrocknen schützt.

Ein Tipp zur richtigen Menge: "Stellen Sie ein leeres Marmeladenglas auf den Rasen", rät Isabelle van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin-Dahlem. "Dann starten Sie den Sprinkler." Steht das Wasser in dem Glas rund 1,5 Zentimeter hoch, haben die Halme ausreichend abbekommen.

Selbst nach einem Gewitterregen wird am besten nachgegossen. Denn der Schauer befeuchtet oftmals nur die Erdoberfläche. Außerdem absorbierten die Pflanzen Wasser bei hoher Luftfeuchtigkeit, wie sie nach Gewittern herrscht, besser. 

Topfpflanzen brauchen eine Sonderbehandlung

Topfpflanzen brauchen öfter eine Dusche als Beete oder Büsche, weil sie weniger Erde umgibt, die das Wasser speichert. Deshalb: Bei Hitze unbedingt täglich wässern. Töpfe aus Kunststoff sind zwar nicht so ansehnlich wie Terracotta-Kübel, heizen sich dafür aber nicht so schnell auf und speichern weniger Hitze. 

Wer wenig Zeit hat, kann Töpfe oder Blumenkästen mit eingebauten Bewässerungssystemen kaufen. Auch ein Füllstandanzeiger kann beim Gießen eine große Hilfe sein, wenn Sie sich unsicher sind, ob die Pflanze genug hatte oder noch einen Schluck braucht. Bei allen Arten von Töpfen ist es wichtig, dass sie Löcher besitzen, durch die überschüssiges Wasser abfließen kann.

Da durch das häufige Gießen Nährstoffe aus der Erde gewaschen werden, müssen Hobbygärtner Topfpflanzen regelmäßig düngen, erläutert Robert Markley vom Verband der Gartenbaumschulen. Gelbe Blätter können ein Hinweis auf Nährstoffmangel sein.

Hobbygärtner sollten außerdem die trockene Erde in Töpfen erst anfeuchten und nach ein paar Minuten dann richtig gießen. Denn ist das Substrat nicht komplett trocken, kann das Wasser besser eindringen, erläutert der Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE).

Pflanzen nicht überversorgen

Wer seine Pflanzen durch häufiges Wässern zu sehr verwöhnt, macht sich selbst unnötige Arbeit. Schlauer ist es, Rosen, Oleander und Co. zu genügsamen Trinkern zu erziehen. Deshalb ist es ratsam, erst dann zu gießen, wenn die Pflanzen kurz davor sind, ihre Blätter hängen zu lassen.

Auf diese Weise werden die Gartengewächse gezwungen, viele und lange Wurzeln zu bilden, die sich die benötigte Flüssigkeit aus der Erde holen. Das macht die Pflanzen robust und kann sogar dazu beitragen, dass Blumen länger blühen.

Auch beim Rasen gehen Sie so vor: Bei Trockenheit wird die Fläche am besten ein- bis zweimal pro Woche wurzeltief durchfeuchtet. Der Bundesverband Einzelhandelsgärtner rät jeweils zu rund 10 bis 15 Litern Wasser pro Quadratmeter Rasen. Unter Bäumen brauchen die Gräser aber häufiger Wasser, da die Bäume sich auch daran bedienen. Bei zu viel und dauerhafte Feuchtigkeit, drohen Algen im Rasen.

Gemüsebeet richtig gießen

Besser einmal richtig gießen, heißt auch die Devise im Gemüsebeet: Die Experten der Bayerischen Gartenakademie raten, besser 14 Liter pro Woche an einem einzigen Tag ins Beet zu gießen. Und zwar verteilt auf mehrere Stunden, so dass das Wasser jeweils Zeit bekommt, einzusickern.

Gartenpflanzen gießen

Besonders im Sommer brauchen Pflanzen im Garten Wasser. Auch wenn es regnet, sollten Sie sie daher gießen. Dabei gilt: Mehr ist besser. Denn das Wasser versickert schnell im Boden. Zudem regt eine ausreichende Wässerung die Blumen an, Wurzeln auch in den tieferen Erdschichten zu bilden. 

Für optimalen Boden sorgen

Man kann im Garten noch einiges mehr tun als nur zu gießen: Durch so genanntes Mulchen können Sie den Boden dazu bringen, mehr Wasser aufzunehmen und es länger zu speichern. Der Vorteil: Sie müssen seltener gießen.

Rindenmulch, Granitsplit oder Kieselsteinchen bekommen Sie im Fachhandel und vermengen ihn im angegebenen Verhältnis mit der Gartenerde.

Automatische Bewässerung

Wer sich das manuelle Wässern ersparen will, installiert eine Bewässerungsanlage. Durch eine Tröpfchenbewässerung über ein Schlauchsystem gelangt die Feuchtigkeit direkt an die Pflanze. Wird es über einen Computer mit Zeitschaltuhr gesteuert, bereitet ein Gießen in den frühen Morgenstunden keine Mühe. Ist das System zudem mit einem Sensor verbunden, der die Bodenfeuchte misst, kann sich der Gartenbesitzer vollends zurücklehnen.

Speziell für Rasenflächen bieten sich unterirdisch arbeitende Systeme an, die beim Mähen nicht stören. Ein professioneller Einbau verursacht dabei so gut wie keinen Flurschaden und zeigt innerhalb kurzer Zeit den gewünschten Erfolg. 

Pflanzen im Urlaub bewässern

Wenn Sie in den Urlaub fahren und Ihre Pflanzen nicht ausreichend mit Wasser versorgen können, sollten Sie einen Nachbarn oder Bekannte fragen, ob diese die Bewässerung übernehmen können.

Alternativ können Sie auf einfache oder automatische Bewässerungssysteme zurückgreifen. Hierfür eignen sich beispielsweise ein Schlauchsystem, das zwischen die Pflanzen in den Beeten verlegt. Über kleine Löcher im Schlauch gelangt nach und nach Wasser auf die Erde und versickert. Durch diese Lösung verhindern Sie auch, dass Feuchtigkeit auf die Blätter der Pflanzen gelangt, was ihnen schadet.

Verreisen Sie nur kurz, können Sie auch Balkonkästen oder Übertöpfe mit Wasserspeicher nutzen. Sie versorgen Ihre Pflanzen – je nach Wetterlage –für wenige Tage.

Möchte Sie nicht extra Geld in neue und umfangreiche Systeme investieren oder ist Ihr Garten sehr klein und ein automatisches Bewässerungssystem überdimensioniert, können Sie auch die Bewässerung mithilfe einer Plastikflasche zurückgreifen:

  1. Wässern Sie Ihre Pflanze ausreichend.
  2. Waschen Sie eine PET-Flasche gut aus. Am besten verwenden Sie eine Flasche, in der sich vorher Wasser befunden hat. Darüber hinaus sollte sie stabil sein und ein ausreichendes Volumen haben. 
  3. Befüllen Sie die Flasche mit Wasser. 
  4. Stecken Sie die Flasche mit der Öffnung in den Blumentopf und drücken Sie sie leicht in die Erde. Die Flasche sollte einen guten Halt haben. Notfalls befestigen Sie sie mithilfe von Rankhilfen. 

Im Handel sind Aufsätze für Kunststoffflaschen erhältlich, die die Bewässerung mithilfe diesen einfachen Systems erleichtern.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • eigene Recherche


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