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Kartoffeln pflanzen, pflegen, ernten und lagern: So klappt's in Beet und Eimer

Richtiger Zeitpunkt  

Kartoffeln pflanzen: So klappt's in Beet und Eimer

18.03.2021, 07:37 Uhr | t-online.de, jb, ron

Kartoffeln pflanzen, pflegen, ernten und lagern: So klappt's in Beet und Eimer. Kartoffelernte: Sie sind nach wie vor das beliebteste einheimische Gemüse – die Kartoffeln. (Quelle: Getty Images/gusach)

Kartoffelernte: Sie sind nach wie vor das beliebteste einheimische Gemüse – die Kartoffeln. (Quelle: gusach/Getty Images)

Besonders gut schmecken Kartoffeln, wenn sie selbst angebaut wurden: entweder im Garten oder auf dem Balkon. Die Pflanzzeit der beliebten Knolle hängt allerdings von der Sorte ab.

Kartoffeln gehören zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Sie haben wenige Kalorien, sind dank ihrer Nährwerte aber ideale Sattmacher. Aus eigenem Anbau schmecken sie besonders gut.

Obgleich sie als relativ unkomplizierte Pflanzen gelten, gibt es dennoch einiges beim Kartoffelanbau zu beachten, vom Vorkeimen über das Setzen und Pflegen bis zum Ernten – sowohl im Freibeet als auch im Topf oder Kübel.

Kartoffelsorten: Mehlig oder festkochend?

Entscheiden Sie sich vor dem Anbau, welche Kocheigenschaft die Kartoffeln mitbringen sollten. Denn die Knollen werden je nach Stärkegehalt in drei verschiedene Kategorien unterteilt: festkochend, vorwiegend festkochend und mehlig. Je mehr Stärke eine Kartoffel enthält, desto lockerer wird sie beim Kochen.

Zu den festkochenden Sorten zählen zum Beispiel "Cilena", "Sieglinde" oder "Nicola". Diese eignen sich für Salz- und Pellkartoffeln sowie Kartoffelsalat und Bratkartoffeln. Vorwiegend festkochend sind dagegen "Velox", "Berber" oder "Marabel", die für Aufläufe oder Pommes verwendet werden können. Mehlige Kartoffelsorten wie "Adretta" oder "Irmgard" passen gut als Püree oder Kroketten. Lesen Sie hier, welche anderen Kartoffelsorten welche Kocheigenschaft mitbringen.

Kartoffeln ab Ende Februar vortreiben

Wenn Sie frühzeitig im Freilandbeet ernten möchten, sollten Sie die Kartoffeln vorkeimen. Sinnvoll ist das vier bis fünf Wochen vor dem Pflanztermin, demnach ab Ende Februar. Die Kartoffeln sollten dazu in Kisten in einem hellen Raum mit Temperaturen zwischen zwölf bis 15 Grad ausgelegt werden. Frühe Sorten wie "Paroli" und "Glorietta" eignen sich dafür besonders gut.

Boden im Freibeet richtig vorbereiten

Kartoffeln gedeihen in fast allen Böden. Sie benötigen zum Wachsen allerdings viele Nährstoffe. Dafür bevorzugen sie einen sandigen und recht lockeren Lehmboden. Als Dünger ist Kompost aus dem Garten oder Stallmist gut geeignet. Zusätzlich können Sie vor dem Setzen den Boden mit mineralischem Volldünger aufwerten.

Unser Tipp
Sie können die Erde bereits im Herbst mit Dünger anreichern. Dieser verbleibt den Winter über im Beet und sorgt für eine effektive Vorbereitung.

Kartoffeln ab Mitte April ins Beet setzen

Saatkartoffel: Die Kartoffel sollte mit dem Keim nach oben in die Erde gesetzt werden. (Quelle: imago images/CHROMORANGE)Saatkartoffel: Die Kartoffel sollte mit dem Keim nach oben in die Erde gesetzt werden. (Quelle: CHROMORANGE/imago images)

Die vorgekeimten Kartoffeln werden dann zwischen Anfang/Mitte April und Anfang Mai – bei einer Bodentemperatur von mindestens sieben Grad – ausgepflanzt. Dabei sollten die Triebe rund zwei bis drei Zentimeter lang sein. Alternativ eignen sich spezielle im Fachhandel erhältliche Pflanzkartoffeln. Wenn Sie diese nicht zur Hand haben, können Sie auch normale, im Gemüseladen oder Supermarkt gekaufte Kartoffeln sehr gut zum Pflanzen verwenden, sofern sie Keime gebildet haben:

  • Ziehen Sie mit einer Blatthacke oder einem Rechen etwa zehn Zentimeter tiefe gerade Furchen in einem Abstand von mehr als einem halben Meter.
  • Setzen Sie die Pflanzkartoffeln dann einzeln zehn Zentimeter tief in die Erde – jeweils mit dem Keim nach oben – und und drücken Sie diese leicht an. Der Abstand zwischen den Kartoffeln sollte etwa 35 Zentimeter betragen.
  • Ziehen Sie mit einem Rechen vorsichtig Erde über die Kartoffelreihen, bis sich über jeder Furche ein kleiner Damm bildet.

Unser Tipp
Wiederholen Sie das Anhäufeln während der Kulturzeit nochmals. So kommen die Knollen nicht ans Licht und werden ungenießbar. Zudem dient das Anhäufeln als Schutz vor Spätfrost.

Kartoffeln nicht neben Tomaten anbauen

Die sogenannte Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) – eine Pilzkrankheit, die vor allem in feuchten Sommern auftritt – befällt zuerst Kartoffeln und breitet sich später oft auf Tomaten aus. Laut der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen geht ein Befall meist von infizierten Kartoffelknollen aus, die als Pflanzgut verwendet wurden.

Sind Kartoffeln sowie Tomaten infiziert, erkennen Sie auf den Blättern und Stängeln graugrüne bis bräunliche Flecken. Zudem bilden sich an den Kartoffelknollen graue, leicht eingesunkene Flecken sowie im Innern braune Faulstellen. An den Tomatenfrüchten treten ebensolche Flecken auf, vor allem auf der oberen Fruchthälfte. Deshalb gilt: Tomaten möglichst weit getrennt von Kartoffeln pflanzen. Lesen Sie hier, wie Sie Tomaten richtig anbauen.

Schädlinge bekämpfen

Zu den klassischen Kartoffelschädlingen gehören neben dem bekannten Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata) auch Blattläuse (Mycus persicae, Aphis spp.). Das sollten Sie beachten:

  • Kartoffelkäfer
    Hat er die Pflanzen befallen, sollten Sie versuchen, die Tiere zuvorderst auf natürlichem Wege zu bekämpfen. Probieren Sie, die Käfer einzeln abzulesen, in einem verschließbaren Glas zu sammeln und die Schädlinge zu entsorgen. Zudem haben sich das Bestäuben der Pflanzen mit Gesteinsmehl, der Einsatz von Pflanzensud oder bestimmte Nachbarpflanzen bewährt.

    Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata): Er frisst die Blätter der Kartoffelpflanze. (Quelle: imago images/imagebroker)Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata): Er frisst die Blätter der Kartoffelpflanze. (Quelle: imagebroker/imago images)
  • Blattläuse
    Wenn sich die Blätter der Kartoffelpflanze verkrümmen und verfärben, können dafür Blattlauskolonien verantwortlich sein. Honigtau zeigt einen besonders starken Befall an. Wie beim Kartoffelkäfer bewähren sich auch bei Blattläusen einfache Hausmittel, die die Umwelt weniger belasten. Zudem kann im Beet die richtige Pflanzenmischung dafür sorgen, dass sich Blattläuse weniger ausbreiten. Lesen Sie, welche Vorteile Mischkulturen im Beet bringen.

    Kartoffelpflanze (Solanum tuberosum): Blattläuse verstecken sich meist auf der Blattunterseite. (Quelle: imago images/Martin Bäuml Fotodesign)Kartoffelpflanze (Solanum tuberosum): Blattläuse verstecken sich meist auf der Blattunterseite. (Quelle: Martin Bäuml Fotodesign/imago images)

Auch sogenannte Drahtwürmer setzen den Kartoffelpflanzen zu. Zudem knabbern Wühlmäuse und Schnecken gern die Knollen an. Besonders in feuchten Sommern können Letztgenannte die Gartenbesitzer zur Verzweiflung bringen. So bekämpfen Sie Schnecken im Garten.

Erntezeit von Juni bis November

Kartoffelernte: Die Kartoffelernte macht sich am besten, wenn Sie diese an einem sonnigen Tag durchführen. (Quelle: imago images/Nature Picture Library)Kartoffelernte: Die Kartoffelernte macht sich am besten, wenn Sie diese an einem sonnigen Tag durchführen. (Quelle: Nature Picture Library/imago images)

Erntereif sind Frühkartoffeln schon, wenn die Kartoffelpflanzen noch in Blüte stehen, alle anderen erst dann, wenn das Laub abstirbt. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Kartoffeln erst geerntet werden, wenn ihr Kraut abgestorben ist. Sind ihre Stängel noch grün, befindet sich die Knolle weiterhin im Wachstum.


ZeitpunktSorten
FrühkartoffelnEnde Maisehr früh: Christa, Berber, Acapella, Anais, Bellaprima, Erika, Finka, Gloria, Heidi, La Ratte, Magda, Molli, Rosara

Anfang Junifrüh: Sieglinde, Nicola, Agata, Aktiva, Amandine, Baccara, Birte, Cilena, Elvira, Gala, Hela, Lady Felicia, Natascha, Princess
Mittel-frühe KartoffelnMitte August bis Ende SeptemberAdelina, Agnes, Alexandra, Bellinda, Blaue St. Galler, Charlotte, Danuta, Esprit, Finessa, Krone, Lolita, Melody, Ottawa
SpätkartoffelnMitte Septembermittelspät bis spät: Amado, Aspirant, Cascada, Laura, Aula, Avano, Bavapom, Bonanza, Burana, Donella, Fasan, Kormoran, Logo

Oktobermittelspät: Aula, Danuta, Eurogrande, Euronova, Highland Burgundy Red, Jelly, Kuras, Marena, Euroresa, Eurostarch, Eurotango

Ende Novemberspät: Adretta

Quelle: Gartendialog.de

Wichtig: Sogenannte Lagerkartoffeln, das heißt: Knollen die aufbewahrt und nicht gleich verarbeitet werden, sollten nicht zu früh geerntet werden. Warten Sie nach dem Absterben des Krauts mindestens 14 Tage damit. In dieser Zeitspanne härtet die Schale der Kartoffel aus und wird unempfindlicher gegen Fäulniserreger.

Kartoffeln lagern und aufbewahren

Vor dem Einlagern sollten Sie grundsätzlich darauf achten, dass die Kartoffeln unbeschädigt und vollkommen trocken sind, damit diese nicht verderben. Säubern Sie die Knollen vorsichtig und legen Sie sie dann in eine Kiste.

Die geeignete Temperatur zum Lagern liegt bei drei bis fünf Grad, die Luftfeuchtigkeit sollte sehr hoch sein. Liegt die Temperatur über acht Grad, beginnen die Knollen zu keimen. Kartoffeln müssen außerdem dunkel gelagert werden, sonst werden sie grün und damit giftig. Als Lagerraum eignet sich der Keller oder die Garage beziehungsweise eine kühle Vorrats- oder Abstellkammer. Im Gemüsefach des Kühlschranks sollten die Knollen nur vorübergehend gelagert werden.

Wenn die Bedingungen stimmen, können Kartoffeln je nach Sorte mehrere Monate lang gelagert werden.

Kartoffeln im Kübel und Topf anbauen

Wenn Sie keinen Garten haben, können Sie Kartoffeln auch auf Balkon oder Terrasse anbauen. Dafür eignen sich größere Eimer, Töpfe oder Kübel – vorzugsweise aus Kunststoff.

Wochenmarkt: Hier werden oft verschiedene Kartoffelsorten angeboten, zum Beispiel Berber. Sie ist eine vorwiegend festkochende, früh reifende Sorte. (Quelle: imago images/Arnulf Hettrich)Wochenmarkt: Hier werden oft verschiedene Kartoffelsorten angeboten, zum Beispiel Berber. Sie ist eine vorwiegend festkochende, früh reifende Sorte. (Quelle: Arnulf Hettrich/imago images)

Für den Anbau sollten Sie auf jeden Fall zu Saat- beziehungsweise Pflanzkartoffeln greifen. Sie eignen sich besser als Speisekartoffeln, weil sie sortenrein, weniger krankheitsanfällig und wuchsfreudiger sind. Geeignete Sorten sind die festkochende "Rosa Tannenzapfen", die nussig schmeckende "La Ratte" oder die späte britische Sorte "Golden Wonder".

Im März können Sie an einem kühlen, hellen Ort mit einem Schichtprinzip den Anbau von Kübel-Kartoffeln beginnen:

  • Verwenden Sie möglichst einen hohen und großen Eimer, Topf oder Kübel mit Löcher im Boden, sodass später überschüssiges Wasser abfließen kann.
  • Bedecken Sie den Boden zuerst mit einer zehn Zentimeter hohen Kies- oder Blähtonschicht.
  • Streuen Sie darauf eine 15 Zentimeter dicke Schicht aus hochwertiger Kübelpflanzen- oder Blumenerde. 
  • Setzen Sie vier Pflanzkartoffeln darauf.
  • Schichten Sie erneut Erde auf, wenn etwa zehn Zentimeter lange Triebe gewachsen sind, sodass nur noch die Blattspitzen herausschauen.
  • Wiederholen Sie den Vorgang so oft, bis das Gefäß bis an den oberen Rand mit Erde gefüllt ist.


Besonders bei warmem Frühlingswetter sollten Sie die Kartoffeln regelmäßig gießen. Achten Sie aber darauf, dass sich bei Staunässe keine Pilze bilden. Frühe Sorten sind in 90 bis 100 Tagen erntereif, meist ab Anfang Juni. Das Schichtprinzip kann übrigens auch in Hochbeeten angewendet werden

Unser Tipp
Frost muss auf jeden Fall vermieden werden. Droht es kalt zu werden, sollten Sie den Kübel abdecken (zum Beispiel mit einem Vlies) und so die Kartoffeln vor Frost schützen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: "Kraut- und Braunfäule an Kartoffeln und Tomaten"
  • Gartendialog: "Kartoffeln ernten, Kartoffelernte – wann sind sie reif?"
  • Nordmagazin: "Kartoffeln im Beet und Topf pflanzen"
  • Mein schöner Garten: "Kartoffeln lagern"
  • Manufactum: "Kartoffeln setzen"
  • Blaue Kartoffeln: "Kartoffel des Jahres"
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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