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Kartoffeln pflanzen: So klappt's in Beet und Eimer

Von t-online, jb, ron

Aktualisiert am 02.04.2022Lesedauer: 5 Min.
Kartoffelernte: Sie sind nach wie vor das beliebteste einheimische Gem├╝se ÔÇô die Kartoffeln.
Kartoffelernte: Sie sind nach wie vor das beliebteste einheimische Gem├╝se ÔÇô die Kartoffeln. (Quelle: gusach/getty-images-bilder)
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Besonders gut schmecken Kartoffeln, wenn sie selbst angebaut wurden: entweder im Garten oder auf dem Balkon. Die Pflanzzeit der beliebten Knolle h├Ąngt allerdings von der Sorte ab.

Das Wichtigste im ├ťberblick


Kartoffeln geh├Âren zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Sie haben wenige Kalorien, sind dank ihrer N├Ąhrwerte aber ideale Sattmacher. Aus eigenem Anbau schmecken sie besonders gut.


Kartoffelsorten: Das sind die Kartoffeln des Jahres

Verschiedene Kartoffelsorten
Kartoffel des Jahres 2010: "Sieglinde"
+9

Obgleich sie als relativ unkomplizierte Pflanzen gelten, gibt es dennoch einiges beim Kartoffelanbau zu beachten, vom Vorkeimen ├╝ber das Setzen und Pflegen bis zum Ernten ÔÇô sowohl im Freibeet als auch im Topf oder K├╝bel.

Kartoffelsorten: Mehlig oder festkochend?

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Entscheiden Sie sich vor dem Anbau, welche Kocheigenschaft die Kartoffeln mitbringen sollten. Denn die Knollen werden je nach St├Ąrkegehalt in drei verschiedene Kategorien unterteilt: festkochend, vorwiegend festkochend und mehlig. Je mehr St├Ąrke eine Kartoffel enth├Ąlt, desto lockerer wird sie beim Kochen.

Zu den festkochenden Sorten z├Ąhlen zum Beispiel "Cilena", "Sieglinde" oder "Nicola". Diese eignen sich f├╝r Salz- und Pellkartoffeln sowie Kartoffelsalat und Bratkartoffeln. Vorwiegend festkochend sind dagegen "Velox", "Berber" oder "Marabel", die f├╝r Aufl├Ąufe oder Pommes verwendet werden k├Ânnen. Mehlige Kartoffelsorten wie "Adretta" oder "Irmgard" passen gut als P├╝ree oder Kroketten. Lesen Sie hier, welche anderen Kartoffelsorten welche Kocheigenschaft mitbringen.

Kartoffeln ab Ende Februar vortreiben

Wenn Sie fr├╝hzeitig im Freilandbeet ernten m├Âchten, sollten Sie die Kartoffeln vorkeimen. Sinnvoll ist das vier bis f├╝nf Wochen vor dem Pflanztermin, demnach ab Ende Februar. Die Kartoffeln sollten dazu in Kisten in einem hellen Raum mit Temperaturen zwischen zw├Âlf bis 15 Grad ausgelegt werden. Fr├╝he Sorten wie "Paroli" und "Glorietta" eignen sich daf├╝r besonders gut.

Boden im Freibeet richtig vorbereiten

Kartoffeln gedeihen in fast allen B├Âden. Sie ben├Âtigen zum Wachsen allerdings viele N├Ąhrstoffe. Daf├╝r bevorzugen sie einen sandigen und recht lockeren Lehmboden. Als D├╝nger ist Kompost aus dem Garten oder Stallmist gut geeignet. Zus├Ątzlich k├Ânnen Sie vor dem Setzen den Boden mit mineralischem Volld├╝nger aufwerten.

Unser Tipp
Sie k├Ânnen die Erde bereits im Herbst mit D├╝nger anreichern. Dieser verbleibt den Winter ├╝ber im Beet und sorgt f├╝r eine effektive Vorbereitung.

Kartoffeln ab Mitte April ins Beet setzen

Saatkartoffel: Die Kartoffel sollte mit dem Keim nach oben in die Erde gesetzt werden.
Saatkartoffel: Die Kartoffel sollte mit dem Keim nach oben in die Erde gesetzt werden. (Quelle: CHROMORANGE/imago-images-bilder)

Die vorgekeimten Kartoffeln werden dann zwischen Anfang/Mitte April und Anfang Mai ÔÇô bei einer Bodentemperatur von mindestens sieben Grad ÔÇô ausgepflanzt. Dabei sollten die Triebe rund zwei bis drei Zentimeter lang sein. Alternativ eignen sich spezielle im Fachhandel erh├Ąltliche Pflanzkartoffeln. Wenn Sie diese nicht zur Hand haben, k├Ânnen Sie auch normale, im Gem├╝seladen oder Supermarkt gekaufte Kartoffeln sehr gut zum Pflanzen verwenden, sofern sie Keime gebildet haben:

  • Ziehen Sie mit einer Blatthacke oder einem Rechen etwa zehn Zentimeter tiefe gerade Furchen in einem Abstand von mehr als einem halben Meter.
  • Setzen Sie die Pflanzkartoffeln dann einzeln zehn Zentimeter tief in die Erde ÔÇô jeweils mit dem Keim nach oben ÔÇô und und dr├╝cken Sie diese leicht an. Der Abstand zwischen den Kartoffeln sollte etwa 35 Zentimeter betragen.
  • Ziehen Sie mit einem Rechen vorsichtig Erde ├╝ber die Kartoffelreihen, bis sich ├╝ber jeder Furche ein kleiner Damm bildet.

Unser Tipp
Wiederholen Sie das Anh├Ąufeln w├Ąhrend der Kulturzeit nochmals. So kommen die Knollen nicht ans Licht und werden ungenie├čbar. Zudem dient das Anh├Ąufeln als Schutz vor Sp├Ątfrost.

Kartoffeln nicht neben Tomaten anbauen

Die sogenannte Kraut- und Braunf├Ąule (Phytophthora infestans) ÔÇô eine Pilzkrankheit, die vor allem in feuchten Sommern auftritt ÔÇô bef├Ąllt zuerst Kartoffeln und breitet sich sp├Ąter oft auf Tomaten aus. Laut der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen geht ein Befall meist von infizierten Kartoffelknollen aus, die als Pflanzgut verwendet wurden.

Sind Kartoffeln sowie Tomaten infiziert, erkennen Sie auf den Bl├Ąttern und St├Ąngeln graugr├╝ne bis br├Ąunliche Flecken. Zudem bilden sich an den Kartoffelknollen graue, leicht eingesunkene Flecken sowie im Innern braune Faulstellen. An den Tomatenfr├╝chten treten ebensolche Flecken auf, vor allem auf der oberen Fruchth├Ąlfte. Deshalb gilt: Tomaten m├Âglichst weit getrennt von Kartoffeln pflanzen. Lesen Sie hier, wie Sie Tomaten richtig anbauen.

Sch├Ądlinge bek├Ąmpfen

Zu den klassischen Kartoffelsch├Ądlingen geh├Âren neben dem bekannten Kartoffelk├Ąfer (Leptinotarsa decemlineata) auch Blattl├Ąuse (Mycus persicae, Aphis spp.). Das sollten Sie beachten:

  • Kartoffelk├Ąfer
    Hat er die Pflanzen befallen, sollten Sie versuchen, die Tiere zuvorderst auf nat├╝rlichem Wege zu bek├Ąmpfen. Probieren Sie, die K├Ąfer einzeln abzulesen, in einem verschlie├čbaren Glas zu sammeln und die Sch├Ądlinge zu entsorgen. Zudem haben sich das Best├Ąuben der Pflanzen mit Gesteinsmehl, der Einsatz von Pflanzensud oder bestimmte Nachbarpflanzen bew├Ąhrt.

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  • Blattl├Ąuse
    Wenn sich die Bl├Ątter der Kartoffelpflanze verkr├╝mmen und verf├Ąrben, k├Ânnen daf├╝r Blattlauskolonien verantwortlich sein. Honigtau zeigt einen besonders starken Befall an. Wie beim Kartoffelk├Ąfer bew├Ąhren sich auch bei Blattl├Ąusen einfache Hausmittel, die die Umwelt weniger belasten. Zudem kann im Beet die richtige Pflanzenmischung daf├╝r sorgen, dass sich Blattl├Ąuse weniger ausbreiten. Lesen Sie, welche Vorteile Mischkulturen im Beet bringen.

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Auch sogenannte Drahtw├╝rmer setzen den Kartoffelpflanzen zu. Zudem knabbern W├╝hlm├Ąuse und Schnecken gern die Knollen an. Besonders in feuchten Sommern k├Ânnen Letztgenannte die Gartenbesitzer zur Verzweiflung bringen. So bek├Ąmpfen Sie Schnecken im Garten.

Erntezeit von Juni bis November

Kartoffelernte: Die Kartoffelernte macht sich am besten, wenn Sie diese an einem sonnigen Tag durchf├╝hren.
Kartoffelernte: Die Kartoffelernte macht sich am besten, wenn Sie diese an einem sonnigen Tag durchf├╝hren. (Quelle: Nature Picture Library/imago-images-bilder)

Erntereif sind Fr├╝hkartoffeln schon, wenn die Kartoffelpflanzen noch in Bl├╝te stehen, alle anderen erst dann, wenn das Laub abstirbt. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Kartoffeln erst geerntet werden, wenn ihr Kraut abgestorben ist. Sind ihre St├Ąngel noch gr├╝n, befindet sich die Knolle weiterhin im Wachstum.


Zeitpunkt Sorten
Fr├╝hkartoffeln Ende Mai sehr fr├╝h: Christa, Berber, Acapella, Anais, Bellaprima, Erika, Finka, Gloria, Heidi, La Ratte, Magda, Molli, Rosara

Anfang Juni fr├╝h: Sieglinde, Nicola, Agata, Aktiva, Amandine, Baccara, Birte, Cilena, Elvira, Gala, Hela, Lady Felicia, Natascha, Princess
Mittel-fr├╝he Kartoffeln Mitte August bis Ende September Adelina, Agnes, Alexandra, Bellinda, Blaue St. Galler, Charlotte, Danuta, Esprit, Finessa, Krone, Lolita, Melody, Ottawa
Sp├Ątkartoffeln Mitte September mittelsp├Ąt bis sp├Ąt: Amado, Aspirant, Cascada, Laura, Aula, Avano, Bavapom, Bonanza, Burana, Donella, Fasan, Kormoran, Logo

Oktober mittelsp├Ąt: Aula, Danuta, Eurogrande, Euronova, Highland Burgundy Red, Jelly, Kuras, Marena, Euroresa, Eurostarch, Eurotango

Ende November sp├Ąt: Adretta

Wichtig: Sogenannte Lagerkartoffeln, das hei├čt: Knollen die aufbewahrt und nicht gleich verarbeitet werden, sollten nicht zu fr├╝h geerntet werden. Warten Sie nach dem Absterben des Krauts mindestens 14 Tage damit. In dieser Zeitspanne h├Ąrtet die Schale der Kartoffel aus und wird unempfindlicher gegen F├Ąulniserreger.

Kartoffeln lagern und aufbewahren

Vor dem Einlagern sollten Sie grunds├Ątzlich darauf achten, dass die Kartoffeln unbesch├Ądigt und vollkommen trocken sind, damit diese nicht verderben. S├Ąubern Sie die Knollen vorsichtig und legen Sie sie dann in eine Kiste.

Die geeignete Temperatur zum Lagern liegt bei drei bis f├╝nf Grad, die Luftfeuchtigkeit sollte sehr hoch sein. Liegt die Temperatur ├╝ber acht Grad, beginnen die Knollen zu keimen. Kartoffeln m├╝ssen au├čerdem dunkel gelagert werden, sonst werden sie gr├╝n und damit giftig. Als Lagerraum eignet sich der Keller oder die Garage beziehungsweise eine k├╝hle Vorrats- oder Abstellkammer. Im Gem├╝sefach des K├╝hlschranks sollten die Knollen nur vor├╝bergehend gelagert werden.

Wenn die Bedingungen stimmen, k├Ânnen Kartoffeln je nach Sorte mehrere Monate lang gelagert werden.

Weitere Artikel


Kartoffeln im K├╝bel und Topf anbauen

Wenn Sie keinen Garten haben, k├Ânnen Sie Kartoffeln auch auf Balkon oder Terrasse anbauen. Daf├╝r eignen sich gr├Â├čere Eimer, T├Âpfe oder K├╝bel ÔÇô vorzugsweise aus Kunststoff.

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Wochenmarkt: Hier werden oft verschiedene Kartoffelsorten angeboten, zum Beispiel Berber. Sie ist eine vorwiegend festkochende, fr├╝h reifende Sorte.
Wochenmarkt: Hier werden oft verschiedene Kartoffelsorten angeboten, zum Beispiel Berber. Sie ist eine vorwiegend festkochende, fr├╝h reifende Sorte. (Quelle: Arnulf Hettrich/imago-images-bilder)

F├╝r den Anbau sollten Sie auf jeden Fall zu Saat- beziehungsweise Pflanzkartoffeln greifen. Sie eignen sich besser als Speisekartoffeln, weil sie sortenrein, weniger krankheitsanf├Ąllig und wuchsfreudiger sind. Geeignete Sorten sind die festkochende "Rosa Tannenzapfen", die nussig schmeckende "La Ratte" oder die sp├Ąte britische Sorte "Golden Wonder".

Im M├Ąrz k├Ânnen Sie an einem k├╝hlen, hellen Ort mit einem Schichtprinzip den Anbau von K├╝bel-Kartoffeln beginnen:

  • Verwenden Sie m├Âglichst einen hohen und gro├čen Eimer, Topf oder K├╝bel mit L├Âcher im Boden, sodass sp├Ąter ├╝bersch├╝ssiges Wasser abflie├čen kann.
  • Bedecken Sie den Boden zuerst mit einer zehn Zentimeter hohen Kies- oder Bl├Ąhtonschicht.
  • Streuen Sie darauf eine 15 Zentimeter dicke Schicht aus hochwertiger K├╝belpflanzen- oder Blumenerde.
  • Setzen Sie vier Pflanzkartoffeln darauf.
  • Schichten Sie erneut Erde auf, wenn etwa zehn Zentimeter lange Triebe gewachsen sind, sodass nur noch die Blattspitzen herausschauen.
  • Wiederholen Sie den Vorgang so oft, bis das Gef├Ą├č bis an den oberen Rand mit Erde gef├╝llt ist.


Besonders bei warmem Fr├╝hlingswetter sollten Sie die Kartoffeln regelm├Ą├čig gie├čen. Achten Sie aber darauf, dass sich bei Staun├Ąsse keine Pilze bilden. Fr├╝he Sorten sind in 90 bis 100 Tagen erntereif, meist ab Anfang Juni. Das Schichtprinzip kann ├╝brigens auch in Hochbeeten angewendet werden.

Unser Tipp
Frost muss auf jeden Fall vermieden werden. Droht es kalt zu werden, sollten Sie den K├╝bel abdecken (zum Beispiel mit einem Vlies) und so die Kartoffeln vor Frost sch├╝tzen.

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