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Der Naturgarten: Viele Vorteile für Mensch und Tier

Von wegen ungepflegt  

Wie Sie aus Ihrem Garten einen Naturgarten machen

07.07.2020, 15:46 Uhr | jb, sah, t-online.de

Der Naturgarten: Viele Vorteile für Mensch und Tier. Blühender Garten: Bei einem Naturgarten steht die Pflanzenvielfalt im Vordergrund. (Quelle: imago images/xblickwinkel/H.xDutyx)

Blühender Garten: Bei einem Naturgarten steht die Pflanzenvielfalt im Vordergrund. (Quelle: xblickwinkel/H.xDutyx/imago images)

Ein Naturgarten ist kein ungepflegter Garten – im Gegenteil. Er bietet eine besondere Pflanzenvielfalt und ist, wenn er richtig angelegt wird, pflegeleicht. Tipps, wie Sie Ihren Garten selbst in eine natürliche Oase verwandeln.

Was ist ein Naturgarten?

Ein Naturgarten ist ein naturnaher Lebensraum für Tiere und Pflanzen – und für viele Menschen die schönste Form der Außengestaltung. Geprägt wird ein Naturgarten vor allem dadurch, dass seine Formen individuell sind. Klare Abgrenzungen sind eher weniger vorhanden.

Während der klassische englische Garten von Unkraut völlig befreit ist, bietet ein natürlicher Garten eine besondere Pflanzenvielfalt. Das wirkt sich wiederum positiv auf die Artenvielfalt der Tiere aus, die dann deutlich zahlreicher im Garten vorhanden sind. Im Naturgarten werden vorwiegend heimische Pflanzen gesetzt, die sich selbst vermehren. Der Aufwand für die Pflege des Gartens sinkt nach einer gewissen Zeit also deutlich.

Merkmale eines Naturgartens sind:

  • Es wachsen überwiegend heimischen Pflanzenarten.
  • Zahlreichen, verschiedenen Tieren erhalten einen Lebensraum, eine Futterquelle und einen Unterschlupf.
  • Es darf nur Naturdünger verwendet werden.
  • Torf ist im Naturgarten tabu.
  • Bei der Gartengestaltung kommen nur umweltfreundlichen Baumaterialien zum Einsatz.
  • Es wird auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet.

Naturgarten: Der Gartenstil enthält viele verschiedene Wildpflanzen. Auch ein Kiesweg ist möglich. (Quelle: imago images/Chromorange)Naturgarten: Der Gartenstil enthält viele verschiedene Wildpflanzen. Auch ein Kiesweg ist möglich. (Quelle: Chromorange/imago images)

So legen Sie einen Naturgarten an

Auch ein Naturgarten braucht Pflege und ist nicht gleichzusetzen mit einem ungepflegten Garten. Verwenden Sie beim Anlegen eines Naturgartens vorwiegend heimische Pflanzen. Denn diese haben sich bereits perfekt an die Gegebenheiten vor Ort angepasst. Wenn Sie zudem auf jahreszeitlich versetzte Blühzeiten achten, haben nicht nur Sie das ganze Jahr Freude an ihrem Garten, sondern bieten Tieren auch ganzjährig natürliche Nahrungsquellen.

Um möglichst wenig in die Natur eingreifen zu müssen, sollten Sie außerdem eine standortgerechte Bepflanzung vornehmen. Das heißt, dass Pflanzen, die viel Wasser benötigen, auch da eingepflanzt werden sollten, wo sie viel Niederschlag bekommen. Dadurch sparen Sie sich später Pflegeeingriffe wie Gießen oder Düngen. Achten Sie vor dem Pflanzen deswegen auf:

  • Bodenart
  • Wasserversorgung
  • Temperatur
  • Licht

Sie können zum Beispiel eine Wiese mit bunten Wildblumen anlegen, um einen Lebensraum für viele Insekten zu schaffen. Dafür eignet sich besonders ein nährstoffarmer Boden. Häufiges Düngen und Rasenmähen sollten Sie in diesem Fall vermeiden. Auch das Pflanzen von Hecken unterstützt einen Naturgarten und bietet vielen Tieren Nistplätze und Unterschlupfmöglichkeiten. Das gleiche gilt für Trockenmauern, deren Fugen offen bleiben. 

Tipp
Wenn Sie sich mit der Umstellung auf einen Naturgarten schwer tun, kann das Konzept in einer kleinen Ecke getestet werden. Dabei kann ein Bereich gewählt werden, der ein wenig versteckt liegt. Sollte Ihnen der Anblick nicht gefallen, stehen weiterhin die anderen Teile des Gartens im Vordergrund.

Das ist bei der Planung zu beachten

Bevor Sie sich für einen Naturgarten entscheiden, sollten Sie wissen, dass Sie diesen nicht wirklich planen können. Er ist etwas natürliches, was nach und nach wächst, sich ausbreitet und somit selbst gestaltet. Das ist auch das Faszinierende an der Gartenform: Die Gestaltung findet durch die Umwelt selbst statt, hört dabei jedoch nie auf. Am besten holen Sie sich Inspiration aus der unberührten Natur. Hier können Sie sich zumindest Anreize für die Gestaltung holen und den Ursprung Ihres Naturgartens planen.

Um das Wachsen, Ausbreiten und Gedeihen Ihres Naturgartens zu unterstützen, können Sie jedoch etwas tun:

  • Achten Sie auf den richtigen Boden: Er sollte aus Humus bestehen sowie luftig und locker sein. Nützlinge, die im Boden leben, sollten sich hier wohl fühlen.
  • Verwenden Sie nur natürliche Dünger. Am besten eignet sich Kompost. 
  • Setzen Sie beim Aussäen auf Wildblumen und -pflanzen. Versuchen Sie, auf Stauden und Sträucher aus dem Baumarkt zu verzichten. Diese sind teilweise mit Pestiziden und chemischen Düngemitteln behandelt.
  • Für den Pflanzenschutz reichen die Nützlinge aus, die in der Natur vorhanden sind. Ermöglichen Sie ihnen ausreichend Schutz, beispielsweise durch ein Insektenhotel.

Welche Pflanzen gehören in einen Naturgarten?

Für einen Naturgarten eignen sich unter anderem folgende Sträucher und Gehölze:

  • Brombeere
  • Eibe
  • Hagebutte
  • Haselstrauch
  • Holunder
  • Liguster
  • Saalweide
  • Vogelkirsche
  • Weißdorn
  • Wildrose

Heimische Blumen und Kräuter bieten Insekten wertvolle Nahrung. Dazu gehören beispielsweise:

  • Blaustern
  • Brennnessel
  • Dahlie
  • Fetthenne
  • Herbstaster
  • Krokus
  • Lavendel
  • Leberblümchen
  • Maiglöckchen
  • Thymian
  • Schneeglöckchen
  • Schnittlauch
  • Zitronenmelisse

Naturgarten: Verwenden Sie zum Bauen nur Materialien, die unbehandelt sind. (Quelle: imago images/Panthermedia)Naturgarten: Verwenden Sie zum Bauen nur Materialien, die unbehandelt sind. (Quelle: Panthermedia/imago images)

Tiere in den Naturgarten locken

Wenn Sie Ihren Pflanzen ausreichend Platz lassen, um sich zu entwickeln, locken sie neben Schmetterlingen auch Bienen und Hummeln in Ihren Garten. Diese Tiere sorgen dafür, dass sich ein natürliches Gleichgewicht im Garten ergibt. Eine große Schar Insekten zieht wiederum viele Singvögel an.

Aber auch Igel und Eidechsen fühlen sich in Naturgärten wohl, in denen es viele Unterschlupfmöglichkeiten gibt. Außerdem können Sie einen Gartenteich anlegen. Wasser lockt eine weitere große Schar von Lebewesen in Ihren Garten, wie Frösche oder Libellen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nabu
  • Mein schöner Garten
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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