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Obstbäume pflanzen: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Tipps und Tricks  

Obstbäume werden im Herbst gepflanzt

10.02.2020, 16:17 Uhr | sj, dpa-tmn, t-online.de

Obstbäume pflanzen: Diese Fehler sollten Sie vermeiden. Baum pflanzen: Der Herbst ist die beste Pflanzzeit für Obstbäume. (Quelle: Getty Images/Schlegelpictures)

Baum pflanzen: Der Herbst ist die beste Pflanzzeit für Obstbäume. (Quelle: Schlegelpictures/Getty Images)

Wenn der Apfel vom eigenen Baum kommt, schmeckt er doch gleich nochmal so gut. Wer den Genuss einer eigenen Obsternte selbst einmal erleben möchte, muss im Herbst zu Hacke und Spaten greifen. Viele Obstgehölze werden im Oktober und November gepflanzt. 

Wann werden Obstbäume gepflanzt?

Wer im nächsten Jahr Birnen, Äpfel oder Kirschen ernten will, muss im Herbst vorsorgen: Wurzelnackte Obstgehölze - also Bäume ohne Erdballen - werden am besten im Oktober und November gepflanzt. Obwohl die Pflanzzeit für Obstbäume prinzipiell von Mitte Oktober bis ins Frühjahr reicht, bevorzugt die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) die Herbstpflanzung: Bei frostfreiem Wetter können die jungen Bäume vor dem Winterbeginn noch Wurzeln bilden und Feuchtigkeit speichern. Zu den Obstbäumen, die im Herbst gepflanzt werden sollten, zählen

  • Apfel,
  • Birne,
  • Kirsche,
  • Zwetschge und
  • Pflaume.

Möchten Sie jedoch wärmebedürftige Obstbäume pflanzen, sollten Sie bis zum Frühjahr oder sogar bis zum Sommer warten. Davon betroffen sind beispielsweise Sorten wie 

  • Nektarien,
  • Pfirsiche,
  • Aprikosen,
  • Feige und
  • Quitte.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Pflanzen?

Der optimale Pflanztermin ist den Angaben zufolge erreicht, wenn im Herbst die Blätter abgefallen sind. Unmittelbar vor dem Setzen werden die Wurzeln beschnitten, um den Neuaustrieb und das Verzweigen der Wurzeln anzuregen. Selbst bei niedrigen Temperaturen wachsen Bäume und Sträucher unterirdisch weiter.

Warum werden Obstbäume nicht im Frühjahr gepflanzt?

Würden die Gehölze erst im Frühjahr gepflanzt, gerieten sie in Stress, da neben den Wurzeln auch Triebe, Blätter und Blüten gebildet werden müssen, warnt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Obstgehölz, dass die als Ballen- oder Containerpflanze verkauft werden, kann das ganze Jahr über gepflanzt werden. 

Was ist beim Kauf eines Obstbaums zu beachten?

Beim Kauf des Baums ist es wichtig, auf einen geraden Stamm zu achten. Zudem sollte die Krone sollte gut verzweigt sein und einen ausgeprägten Mitteltrieb mit drei bis vier kräftigen Seitentrieben besitzen, die um den Stamm verteilt sind. Bei den Wurzeln müsse das Verhältnis zwischen kräftigen und feinen Strängen ausgewogen sein. Ein guter Baum hat zudem gesunde Veredelungsstellen: Die Verdickung am unteren Stammende dürfe keine Verletzungen aufweisen.

Was ist der geeignete Standort für einen Obstbaum?

Nach dem Kauf sollte der Obstbaum zeitnah gepflanzt werden, damit er nicht austrocknet. Dabei ist der Standort entscheidend. Unterschätzen Sie nicht, wie viel Platz ein ausgewachsener Baum benötigt. Es sollte genügend Abstand zum nächsten Baum, der Mauer oder dem Haus vorhanden sein. Immerhin kann ein Obstbaum durchaus eine Krone mit zehn Metern Durchmesser ausbilden. Außerdem beugen Sie so Ärger am Gartenzaun vor, wenn Sie dafür sorgen, dass die Wurzeln nicht irgendwann ins Nachbargrundstück vordringen.

Platzsparende Alternativen sind etwa Spindelbäume. Sie wachsen relativ langsam und finden auf kleineren Flächen Platz. Mit wenig Raum kommen auch Spaliergehölze aus, die auch an einer Hauswand hochwachsen können.

Obstbaum pflanzen: So geht es

Beim Einpflanzen braucht das Bäumchen ein Loch, das doppelt so groß ist wie sein Wurzelwerk. Die Ränder der Grube werden etwas gelockert. Bei wurzelnackten Beerensträuchern müssen die Triebe vor dem Pflanzen um rund zwei Drittel gekürzt werden. Nachdem die Wurzeln ein Stück zurückgeschnitten wurden, wird der Obstbaum in das Loch gestellt und ein Stützpfahl daneben befestigt. Im Idealfall sollte dieser bis unter die Baumkrone reichen.

Anschließend wird die ausgehobene Erde mit Substrat oder Kompost vermischt und das Loch aufgefüllt. Der Baum sollte nun etwas hin- und herbewegt werden, damit die Erde sich gleichmäßig zwischen den Wurzeln verteilt. Dann sollten Hobbygärtner den Boden vorsichtig festtreten und einen Gießrand anlegen, rät der Verband.

Liegt die Veredelungsstelle von Obstbäumen sehr weit unten am Stamm, ist es wichtig, dass sie sich rund zehn Zentimeter über dem Erdboden befindet. Sonst kann es passieren, dass die aufgesetzte Edelsorte Wurzeln bildet und ihre Unterlage überwächst.

Nach dem Pflanzen befestigen Sie den Stützpfahl noch mit einem Kokosstrick kurz unterhalb der Krone. Dabei sollte der Strick wie eine Acht um Stamm und Stange gewickelt werden, damit beide den Abstand behalten. Zum Schluss wird das Bäumchen noch kräftig angegossen. Die ausreichende Wasserzugabe ist gerade am Anfang wichtig, weil der Pflanze noch die langen Wurzelausläufer fehlen, mit denen sie später im weiteren Umkreis die Flüssigkeit aufnimmt.

Wann brauchen Obstbäume Dünger?

Extra düngen müssen Sie im Herbst nicht mehr. Im Gegenteil: Mineraldünger sollte besser nicht zugesetzt werden, da die jungen Wurzeln salzempfindlich sind. Der erste Dünger kann im Frühjahr zu Beginn der Vegetation verabreicht werden. Nach der Pflanzung kann der Boden mit Holzhäcksel oder Rindenmulch abgedeckt werden. Das fördert die Fruchtbarkeit des Bodens, unterdrückt Unkraut und schützt den Boden vor dem Austrocknen.

Welchen Obstbaum sollte man pflanzen?

Ob Sie sich für einen Birnen-, Apfel- oder Aprikosenbaum entscheiden, ist nicht nur von Ihrem eigenen Geschmack abhängig. Sie sollten dabei auch den Boden, die Standortbedingungen sowie die umliegenden Baumsorten beachten. Zudem sollte ein Befruchter in umliegender Nähe vorhanden sein, damit Sie eine üppige Ernte erhalten.

Apfel
Apfelbäume gehören zu den am weitesten verbreiteten und beliebtesten Obstgehölz. Im Vergleich zu anderen Obstbaumarten sind sie zudem pflegeleicht. 

Birne
Bevor Sie einen Birnenbaum pflanzen, sollten Sie auf die Bäume in der Umgebung achten. Befindet sich Wacholder, sollten Sie von dieser Obstsorte absehen, denn er kann Birnengitterrost übertragen.

Kirsche
Ob Sie Süß- oder Sauerkirsche bevorzugen, ist von Ihrem eigenen Geschmack abhängig. Bei der Entscheidung ausschlaggebend ist jedoch Ihr Boden. Ist dieser zu sauer, kann der Kirschbaum darauf nicht wachsen.

Aprikosen
Die Obstbaumsorte ist wärmeliebend und benötigt daher einen besonders sonnigen und windgeschützten Standort. Es kann daher sehr schwierig werden, den Baum im Garten zu pflegen.

Pfirsich
Auch Pfirsichbäume benötigen sehr viel Wärme, um gut gedeihen zu können. Der Standort für das Gehölz sollte daher ebenfalls sonnig und windgeschützt sein. Zudem sollte es in der Region selten Frost geben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Zentralverband Gartenbau
  • Baumschule Kessler
  • Mein schöner Garten
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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