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Thymian pflanzen, pflegen und ernten | Tipps


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Thymian schneiden: Diese Fehler besser vermeiden

Von dpa-tmn, t-online, ron

Aktualisiert am 05.07.2022Lesedauer: 5 Min.
Echter Thymian (Thymus vulgaris): Er wächst auch auf der Fensterbank.
Echter Thymian (Thymus vulgaris): Er wächst auch auf der Fensterbank. (Quelle: imagebroker/theissen/imago-images-bilder)
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Er ist ein klassisches Kraut der Mittelmeerküche: Echter Thymian. Mit der richtigen Pflege lässt sich das Gewürz den ganzen Sommer lang ernten. Das sollten Sie über Standort und Pflege wissen.

Das Wichtigste im Überblick


Thymian schmeckt zu Fleischgerichten ebenso gut wie zu Fisch, und sieht dabei auch noch schön aus: Denn Echter Thymian (Thymus vulgaris), auch Küchenthymian genannt, blüht meist rosa bis violettblau im Juni und Juli, manche Sorten auch noch im August.


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Dank seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften wurde er 2006 sogar zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Denn wie so viele Küchenkräuter besitzt auch er heilende Kräfte. So soll das Kraut verdauungsfördernd sein und als Tee Erkältungsbeschwerden lindern.

Standort: Sonnig und windgeschützt

Thymian mag wie alle mediterranen Pflanzen einen vollsonnigen Standort, der allerdings etwas windgeschützt sein sollte. "Je mehr Sonne er bekommt, desto mehr der wertvollen ätherische Öle bilden sich", erklärt Isabelle van Groeningen, Leiterin der Gartenschule an der Königlichen Gartenakademie Berlin-Dahlem.

Boden: Keine besonderen Ansprüche

Aus seiner eurasischen Heimat ist der Thymian trockenes Grasland und kalkhaltige Erde gewohnt. Deswegen stellt er an den Boden keine besonderen Ansprüche. Er ist mit nährstoffarmer, durchlässiger Erde zufrieden und ideal für Steingärten oder Trockenmauern. Hier bildet er dekorative, duftende Matten.

Echter Thymian (Thymus vulgaris): Das mediterrane Kraut wird auch Gartenthymian genannt.
Echter Thymian (Thymus vulgaris): Das mediterrane Kraut wird auch Gartenthymian genannt. (Quelle: Shotshop/imago-images-bilder)

Pflanzzeitpunkt: April und Mai

Thymiansamen können Sie kaufen und entweder ab März in Anzuchtschalen oder im Zimmergewächshaus vorziehen. Es ist auch möglich, dass Sie die Samen ab April im Frühbeet aussäen. Nach den Eisheiligen, also etwa Mitte Mai, setzen Sie die Jungpflanzen an Ort und Stelle ins Beet oder in den Balkonkasten. Ein Pflanzabstand von 20 mal 20 Zentimetern bietet sich hier jeweils an.

Sie können im Frühjahr aber auch mehrjährige Thymianpflanzen teilen und an neue Plätze verpflanzen. Dafür schneiden Sie alle oberirdischen Teile bis auf fünf Zentimeter zurück und setzen die Jungpflanzen etwas tiefer. Gut angegossen und mit einer etwa fünf Zentimeter starken Torfschicht bedeckt, gelingt das Einwachsen wesentlich besser.

Wichtig: Thymian darf übrigens nie mit Majoran angepflanzt werden – die beiden vertragen sich überhaupt nicht.

Arten: Gebirgsthymian, Sandthymian, Zitronenthymian

Der Klassiker als Küchenkraut ist der Echte Thymian (Thymus vulgaris). Doch es gibt noch andere Arten, die sich im Garten als Bodendecker und im Balkonkasten eignen:

  • Langhaariger Thymian (Thymus polytrichus)
    Für die Bepflanzung von Ritzen in Wegen empfiehlt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) kriechende Arten wie den Langhaarigen Thymian. Er wird auch Gebirgsthymian oder Alpenthymian genannt.
  • Sandthymian (Thymus serpyllum)
    Als Bodendecker eignet sich ebenfalls der heimische Sandthymian gut, mit dem sich aber auch Balkonkästen bepflanzen lassen. Ursprünglich sind seine Blüten rosa, eine spezielle Sorte trägt jedoch stattdessen viele weiße Blüten, die einen hübschen Kontrast dazu ergeben. Blütezeit ist von Juni bis August.
  • Zitronenthymian (Thymus citriodorus)
    Wer mehr Wert auf die kulinarischen Qualitäten legt, dem wird der Zitronenthymian mit seinem besonderen Aroma ans Herz gelegt. Auch der Orangenthymian (Thymus fragrantissimus) zeichnet sich durch feinen Geruch aus.

Zu weiteren Arten der Pflanze zählen Breitblättriger Thymian (Thymus pulegioides), auch Gemeiner oder Arzneithymian genannt, Polsterthymian (Thymus praecox), Kümmelthymian (Thymus herba-barona) und Kaskadenthymian (Thymus longicaulis ssp. odoratus). Letzterer ist auch unter dem Namen Langstängelthymian bekannt.

Schneiden: So kürzen Sie Thymian richtig

Damit Küchenkräuter dicht und üppig wachsen, sind sie regelmäßig zu schneiden. Das gilt sowohl für das Gartenbeet als auch für den Balkonkasten oder -kübel. Thymian sollte jährlich im Frühjahr kräftig gekürzt werden. Denn im Herbst besteht die Gefahr, dass der Neuaustrieb zu jung in den Winter kommt und die Strauchbasis erfriert.

Ein idealer Zeitpunkt ist Mitte beziehungsweise Ende April, wenn zu starke Nachtfröste nicht mehr auftreten. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, können Sie auch noch die Eisheiligen Mitte Mai abwarten. Dann ist es aber höchste Zeit, mit einer scharfen Gartenschere die immergrünen Vorjahrestriebe um etwa zwei Drittel zu kürzen. Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht in Altholz beziehungsweise verholzte Triebe schneiden.

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Ernte und Pflege

Thymian kann praktisch jederzeit geerntet werden. Das heißt, es ist auch immer ein Rückschnitt möglich, der die Pflanzen wieder gut in Form bringt. Besonders bei immergrünen Sträuchern wie Thymian dient die regelmäßige Ernte von Triebspitzen oder ganzen Trieben zur Pflege und somit zur Verjüngung, erklärt der Zentralverband Gartenbau in Bonn. Wie Sie Thymian richtig ernten, lesen Sie hier.

Ansonsten braucht der Thymian wenig Pflege. Selbst längere Trockenheit macht der Pflanze wenig aus. Dennoch sollten Sie in heißen Sommern hin und wieder gießen. Ebenso ist die Zugabe von Dünger nicht notwendig. Etwas Kompost ab und zu reicht völlig aus.

Vermehren: Seitentriebe, Ausläufer, Stecklinge

Der mehrjährige Thymian kann unterschiedlich vermehrt werden. Am einfachsten ist es, die natürlichen Prozesse der Pflanze zu unterstützen: Denn der Thymian bildet von selbst Wurzeln an den Seitentrieben, wenn diese dicht genug über der Erde sind, erläutert Detlev Hellinger, Gärtnermeister in der Stadtgärtnerei Freiburg. Hier kann man nachhelfen:

  1. Drücken Sie einen Trieb mit einer Klammer flach an den Boden.
  2. Bedecken Sie ihn mit drei bis vier Zentimeter Erde.
  3. Halten Sie den Trieb etwas feucht, sodass er nach einiger Zeit Wurzeln bildet und beginnt, sich selbst zu versorgen.
  4. Trennen Sie ihn dann von der Mutterpflanze ab.

Auf diese Weise kann man auch Rosmarin und Lavendel vermehren. Alternativ kann Thymian über seine Ausläufer vermehrt werden. "Sie werden mitsamt den Wurzeln abgestochen", erläutert Hellinger. "Der Rest der Pflanze wird eingekürzt und an einem neuen Standort eingepflanzt."

Vor seiner Blütezeit kann der Thymian zudem über Stecklinge vervielfacht werden. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:

  1. Schneiden Sie junge Triebe mit einer scharfen Schere ab.
  2. Entfernen Sie die unteren Blätter.
  3. Stecken Sie die Stängel in feuchte Aussaaterde oder Sand.
  4. Decken Sie die Triebe mit einer Folie oder Haube ab – bis diese Wurzeln treiben.

"Diese Methode funktioniert ebenfalls mit Lavendel oder Rosmarin", sagt Hellinger.

Überwintern: Fichten- und Tannenzweige schützen

Wächst Thymian im Garten, übersteht er milde Winter zumeist problemlos. Für längere Kälteperioden ist aber ein isolierender Schutz aus Fichten- oder Tannenzweigen und Stroh ratsam, erläutert der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) in Berlin. Gerade wenn bei starkem Frost die Schneedecke fehlt, sollte vor allem der Zitronenthymian auf diese Weise abgedeckt werden.

Gärtner sollten die Pflanzen allerdings auf keinen Fall in einer luftdichten Folie verpacken, denn die Kräuter faulen darunter. "Feuchtigkeit ist eine viel größere Gefahr als Kälte", weiß auch Van Groeningen. Generell sollten mediterrane Pflanzen daher nicht zu nass stehen.

Wirkung: Thymiantee bei Erkältung

"Als Heilkraut ist Thymian unterschätzt", urteilt Andrea Danitschek von der Verbraucherzentrale Bayern in München. Dank seiner antimikrobiellen Wirkung trägt Thymiantee dazu bei, bei einer Erkältung die Schleimhautbereiche bakterienarm zu halten.

Ein guter Partner ist Salbei: Dieser wirkt entzündungshemmend in Mund und Rachen bei Erkältungen und Druckstellen von Prothesen. Hierzu wird in der Regel mit einem Aufguss gegurgelt. Auch als Erkältungsbad empfiehlt sich Thymian zusammen mit Salbei. Dafür wird ein Sud aus zwei Teilen Thymian und einem Teil Salbei aufgesetzt. Blätter einfach mit kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und dann ins Vollbad geben.

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Verwendung: In Küche und Garten

Thymian zählt dank seiner aromatischen Blätter zu den beliebtesten Küchenkräutern. Mit seinem unverkennbaren Geschmack peppt es vor allem mediterrane Speisen auf. Aber das Heil- und Würzkraut eignet sich auch für sogenannte Kräuterschnecken oder Kräuterspiralen in der Gartengestaltung.

Achten Sie beim Anlegen darauf, dass die verschiedenen Kräuter unterschiedliche Bodenverhältnisse benötigen. Mediterrane Pflanzen wie Thymian gehören ganz nach oben in die Spirale. Denn sie bevorzugen einen relativ trockenen Boden und brauchen viel Sonne.

Thymian vertreibt Ameisen

Kräuter wie Lavendel oder Thymian halten Ameisen von der Terrasse oder von Gartenwegen fern. Sie mögen den Duft der Aromapflanzen nicht, erläutert die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. "Der Hobbygärtner kann diese Kräuter im Garten auspflanzen oder auch Pflanzenteile auslegen, um die Ameisen zu vertreiben." Auch Schnecken soll die Pflanze vertreiben.

Pflege-Steckbrief

Echter Thymian (Thymus vulgaris)
Standort sonnig, windgeschützt
Boden nährstoffarm, durchlässig
Pflanzzeitpunkt April/Mai
Blüte Juni bis Oktober (wetter-, standort- und artabhängig)
Arten Langhaariger Thymian (Thymus polytrichus), Sandthymian (Thymus serpyllum), Zitronenthymian (Thymus citriodorus)
Schneiden jährlich im Frühjahr (April/Mai)
Ernten ganzjährig
Vermehren Seitentriebe, Ausläufer, Stecklinge
Überwintern bedingt winterhart, bei starkem Frost ohne Schnee mit Reisig abdecken
Wirkung Thymiantee: antimikrobiell, entzündungshemmend; Thymianbad: wohltuend, befreiend
Besonderheiten mehrjährig, Thymianaroma vertreibt Ameisen
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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Böhmig, Franz: Rat für jeden Gartentag. Ein praktisches Handbuch für den Gartenfreund. Leipzig/Radebeul, 1980, S. 101f., 268.
  • Mein schöner Garten
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Von Jennifer Buchholz

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