Thymian ist ein klassisches Kraut der Mittelmeerküche. Er schmeckt zu Fleischgerichten ebenso gut wie zu Fisch. Wie so viele Küchenkräuter hat auch Thymian eine gesunde Wirkung. So soll das Kraut verdauungsfördernd sein. Und Thymiantee tut gut bei einer Erkältung. Mit der richtigen Pflege lässt sich Thymian den ganzen Sommer durch ernten. Die besten Tipps für den Anbau, welche Sorten es gibt – und noch ein ganz ungewöhnlicher Vorschlag, Thymian im Haushalt einzusetzen.
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Thymian schmeckt nicht nur gut, er sieht auch gut aus: Küchenthymian blüht meist rosa bis violettblau im Juni und Juli, manche Sorten auch noch im August. Dank seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften wurde der Echte Thymian 2006 sogar zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.
Am sonnigen Standort entwickelt Thymian viel Aroma
Thymian mag wie alle mediterranen Pflanzen einen sonnigen Standort und einen nährstoffarmen, durchlässigen Boden. "Je mehr Sonne er bekommt, desto mehr der wertvollen ätherische Öle bilden sich", erklärt Isabelle Van Groeningen, Leiterin der Gartenschule an der Königlichen Gartenakademie Berlin-Dahlem. Aus seiner eurasischen Heimat ist der Thymian trockenes Grasland und kalkhaltige Böden gewohnt. Deswegen ist er ideal für Steingärten und Trockenmauern. Hier bildet er dekorative, duftende Matten. Thymian darf übrigens nie mit Majoran angepflanzt werden – die beiden vertragen sich überhaupt nicht.
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Verschiedenen Sorten von Thymian
Der Klassiker als Küchenkraut ist der Echte Thymian (Thymus Vulgaris). Für die Bepflanzung von Ritzen in Wegen empfiehlt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) kriechende Arten wie den Thymus polytrichus. Als Zierpflanze eignet sich ebenfalls der heimische Sandthymian gut, mit dem sich auch Balkonkästen bepflanzen lassen. Ursprünglich sind seine Blüten rosa, eine spezielle Sorte trägt jedoch stattdessen viele weiße Blüten, die einen hübschen Kontrast dazu ergeben. Blütezeit ist von Juni bis August. Wer mehr Wert auf die kulinarischen Qualitäten legt, dem wird der Zitronen-Thymian mit seinem besonderen Aroma ans Herz gelegt. Auch der Orangen-Thymian zeichnet sich durch feinen Geruch aus.
Thymian ist meist winterhart
Wächst Thymian im Garten, übersteht er milde Winter problemlos. Für längere Kälteperioden reicht ein isolierender Schutz aus Tannenzweigen und Stroh, erläutert der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) in Berlin. Gärtner sollten die Pflanzen auf keinen Fall in einer luftdichten Folie verpacken, denn die Kräuter faulen darunter. "Feuchtigkeit ist eine viel größere Gefahr als Kälte", weiß auch Van Groeningen. Generell sollten mediterrane Pflanzen daher nicht zu nass stehen.
Thymian ernten und trocknen
Thymian kann praktisch jederzeit geerntet werden. Das heißt, es ist auch immer ein Rückschnitt möglich, der die Pflanzen wieder gut in Form bringt. Besonders bei den immergrünen Sträuchern wie Thymian dient die regelmäßige Ernte von Triebspitzen oder ganzen Trieben zur Pflege und somit zur Verjüngung, erklärt der Zentralverband Gartenbau in Bonn. So können sie sich besser verzweigen und buschiger wachsen. Wer Thymian zum Konservieren trocknen will, sollte ihn kurz vor der Blüte ernten. Der beste Zeitpunkt ist ein warmer, sonniger Tag – dann soll der Gehalt an ätherischen Ölen besonders hoch sein.
Thymian vermehren
Thymian kann auf mehrere Weisen vermehrt werden. Am einfachsten ist es, die natürliche Vermehrung der Pflanze zu unterstützen: Der Thymian bildet von selbst Wurzeln an den Seitentrieben, wenn diese dicht genug über der Erde sind, erläutert Detlev Hellinger, Gärtnermeister in der Stadtgärtnerei Freiburg. Hier kann man nachhelfen: Ein Trieb werde mit einer Klammer flach an den Boden gedrückt und drei bis vier Zentimeter dick mit Erde bedeckt.
Nach einiger Zeit bildet der Trieb Wurzeln und kann sich daher selbst versorgen. Dann wird er von der Mutterpflanze abgetrennt. Auf diese Weise kann man auch Rosmarin und Lavendel vermehren. Alternativ kann Thymian über seine Ausläufer vermehrt werden. "Sie werden mitsamt den Wurzeln abgestochen", erläutert Hellinger. "Der Rest der Pflanze wird eingekürzt und an einem neuen Standort eingepflanzt."
Stecklinge von Thymian bilden
Vor seiner Blütezeit kann der Thymian zudem über Stecklinge vervielfacht werden. Junge Triebe werden mit einer scharfen Schere abgeschnitten und die unteren Blätter entfernt, erläutert der Gärtnermeister diese Methode. Die Stängel kommen in feuchte Aussaaterde oder in Sand und werden mit einer Folie oder einer Haube abgedeckt, bis Wurzeln treiben. "Diese Methode funktioniert ebenfalls mit Lavendel oder Rosmarin", sagt Hellinger.
Thymiantee bei Erkältung
"Als Heilkraut ist Thymian unterschätzt", urteilt Andrea Danitschek von der Verbraucherzentrale Bayern in München. Dank seiner antimikrobiellen Wirkung trägt Thymiantee dazu bei, bei einer Erkältung die Schleimhautbereiche bakterienarm zu halten. Ein guter Partner ist Salbei: Dieser wirkt entzündungshemmend in Mund und Rachen bei Erkältungen und Druckstellen von Prothesen. Hierzu wird in der Regel mit einem Aufguss gegurgelt.
Auch als Erkältungsbad empfiehlt sich Thymian zusammen mit Salbei. Dafür wird ein Sud aus zwei Teilen Thymian und einem Teil Salbei aufgesetzt. Blätter einfach mit kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und dann ins Vollbad geben.
Thymian vertreibt Ameisen
Kräuter wie Lavendel oder Thymian halten Ameisen von der Terrasse oder von Gartenwegen fern. Sie mögen den Duft der Aromapflanzen nicht, erläutert die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. "Der Hobbygärtner kann diese Kräuter im Garten auspflanzen oder auch Pflanzenteile auslegen, um die Ameisen zu vertreiben." Auch Schnecken soll die Pflanze vertreiben.
Thymian als Putzmittel einsetzen
Und noch eine praktische Verwendung lässt sich für den Thymian finden. Kräuterexpertin Adelheid Lingg empfiehlt in der Sendung "Wir in Bayern" im Bayerischen Fernsehen, Thymian im Putzwasser einzusetzen. Dazu werden ein bis zwei Esslöffel Thymian mit einem halben Liter kochenden Wasser übergossen. Zehn Minuten ziehen lassen, abseien, fertig. Der Sud soll gegen Viren und Bakterien helfen und daher Chemie beim Putzen überflüssig machen.
Pflegesteckbrief Thymian
| |
|---|---|
| Standort | Nährstoffarmer, durchlässiger Boden; viel Sonne. |
| Sorten | Das klassische Küchenkraut ist der Echte Thymian; daneben gibt es auch einige Zierarten. |
| Vermehren | Über Stecklinge oder Ausläufer. |
| Wirkung | Thymian hat eine antimikrobielle Wirkung; gut beispielsweise als Tee. |
| Ernten | Thymian lässt sich ganzjährig ernten. An sonnigen Tagen ist das Aroma besonders stark. |
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