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Zaubernuss: Dieser Strauch übersteht sogar Winterstürme

Tipps zur Pflege  

Zaubernuss übersteht sogar Winterfrost

13.01.2020, 18:16 Uhr | dpa-tmn, t-online.de

Zaubernuss: Dieser Strauch übersteht sogar Winterstürme. Blühende Zaubernuss (Hamamelis): Das Gelb des Zierstrauches erinnert an die Forsythie (Forsythia). (Quelle: imago images/bodenseebilder.de)

Blühende Zaubernuss (Hamamelis): Das Gelb des Zierstrauches erinnert an die Forsythie (Forsythia). (Quelle: bodenseebilder.de/imago images)

Wenn im Garten Schnee liegt, bringt die Zaubernuss mit ihren leuchtenden Blüten Farbe in die Landschaft. Welchen Standort Sie für den Winterblüher wählen sollten und worauf beim Schneiden zu achten ist.

Ähnlich wie die Haselnuss im Märchen vom "Aschenbrödel" hat die Zaubernuss eine magische Wirkung: Sie ist bekannt für ihre entzündungshemmende Wirkung und wird deshalb in der Hautpflege eingesetzt. Hobbygärtner schätzen die Zaubernuss (Hamamelis) aber vor allem als Zierstrauch, der mitten im Winter einen magischen Hauch von Frühling versprüht.

Pflegeaufwand ist gering

Die Chinesische sowie die Japanische Zaubernuss sind äußerst robust: "Die Blüten überstehen schadlos Schneestürme und Winterfröste", sagt Dethardt Götze, Kustos und stellvertretender Direktor des Botanischen Gartens der Universität Rostock. Der Strauch ist daher für jeden Gärtner nur zu empfehlen. Der Pflegeaufwand für die Zaubernuss ist recht gering. 

Der Strauch weiß sich in besonders bitterkalten Zeiten zu schützen: "Bei tiefen Frösten rollen sich die auch als Kronblätter bezeichneten Blütenblätter mehr oder weniger stark zusammen", sagt Veit Martin Dörken, Mitglied im Vorstand des Botanischen Vereins Bochum und Dozent im Fachbereich Biologie an der Universität Konstanz. Und die Blüten entrollen sich wieder, wenn es milder wird.

Zaubernuss mag es feucht

"In Nordamerika und Ostasien wachsen die jeweils heimischen Arten in lichten Bergwäldern", sagt der Vegetationsökologe. Mit dieser Standortwahl lässt sich zum einen die Frostresistenz der Pflanzen und zum anderen die Vorliebe für ein feuchtes Klima erklären. Aber Hobbygärtner können die Zaubernuss überall pflanzen, wo der Boden nicht austrocknet und gleichzeitig keine Staunässe entsteht, ergänzt Dörken. Er empfiehlt jedoch sandig-humose bis sandig-lehmige, frische bis feuchte Substrate für den Strauch.

Der richtige Standort

Wird der Wurzelbereich mit Mulch verbessert, sorgt das für einen gleichmäßig feuchten Boden und es wirkt sich positiv auf das Pflanzenwachstum aus. Auf Staunässe und einen zu dichten Boden reagieren die Pflanzen mit verkümmertem Wuchs oder sie sterben ab. Dörken rät, am besten eine sonnige bis halbschattige Lage zu wählen. Das fördert die Blütenbildung und garantiert eine gute Winterhärte. Außerdem muss die Pflanze windgeschützt stehen.

Wann und wie pflanzen

Der beste Zeitpunkt zum Einpflanzen ist im Herbst vor dem ersten Frost. So können sich in den Wintermonaten, in denen kein strenger Forst herrscht, feine Wurzelhaare bilden. Diese verankern die Pflanze im Boden und sind für die Wasser- und Nährstoffaufnahme wichtig.

Zaubernuss nicht schneiden

Götze warnt, dass die Sträucher dem Gärtner einen Rückschnitt nicht verzeihen. Die Einschnitte blieben immer sichtbar und störten den natürlichen, in der Regel trichterförmigen Aufbau des Ziergehölzes. Man kann sie gegebenenfalls leicht lichten. "Da Hamamelis als hervorgehobenes Gehölz in Einzelstellung die größte Wirkung erzielt und im Alter eine Größe von fünf Metern Breite erreichen kann, sollte der Standort ausreichend dimensioniert werden", empfiehlt Björn Ehsen, Gärtnerischer Leiter im Park der Gärten in Bad Zwischenahn.

Strauch passt in den Vorgarten

Gleichzeitig sind diese langsam wachsenden Gehölze ein wunderbarer Blickfang auf kleineren Flächen wie dem Vorgarten. Dieser Standort hat noch einen Vorteil: Da man ihn auch im Winter regelmäßig durchläuft oder passiert, sieht man den Blütenzauber der Pflanze recht häufig.

Ist die Zaubernuss giftig?

Nein. Sie kann daher ohne Bedenken in Familiengärten angepflanzt werden, in dem auch kleine Kinder spielen.

Das sind die verschiedenen Arten

Vor der Eiszeit waren die Sträucher in der ganzen nördlichen Hemisphäre verbreitet. "Das heutige natürliche Areal der Gattung Hamamelis ist stark zerteilt", berichtet Dörken. Im östlichen Nordamerika kommen die beiden Arten Virginische (Hamamelis virginiana) und Frühlings-Zaubernuss (Hamamelis vernalis) vor. Aus dem östlichen Asien stammen die Chinesische (Hamamelis mollis) und die Japanische Zaubernuss (Hamamelis japonica).

Hybrid-Zaubernuss (Hamamelis intermedia Ruby Glow): Die zahlreichen Hybridsorten entstehen durch miteinander gekreuzte Arten. (Quelle: imago images/McPhoto)Hybrid-Zaubernuss (Hamamelis intermedia Ruby Glow): Die zahlreichen Hybridsorten entstehen durch miteinander gekreuzte Arten. (Quelle: McPhoto/imago images)

Virginische Zaubernuss duftet

"Die Geschichte der Zaubernuss in Europa beginnt zirca 1750 mit den US-amerikanischen Arten Hamamelis vernalis und Hamamelis virginiana", sagt Ehsen. Sie wurden allerdings ausschließlich zur Herstellung von Medizin angebaut. Die Pflanzen enthalten reichlich Gerbstoffe. Vor allem Blätter und Rinde enthalten ein Tannin, das entzündungshemmend, antimikrobiell und stark zusammenziehend wirkt.

Der gartenbauliche Wert ist laut Ehsen eher gering. Heute schätzen Kenner diese Arten aber wegen ihres intensiven Duftes. Die Virginische Zaubernuss blüht übrigens schon im Herbst, die Blütezeit der anderen Sorten beginnt im Winter ab Januar.

"Den Durchbruch schaffte die Zaubernuss erst, als 1879 die ersten Sämlinge der asiatischen Formen Hamamelis japonica und Hamamelis mollis nach England und von dort vor allem nach Belgien, Deutschland und in die Niederlande gebracht wurden", erzählt Ehsen weiter. Diese Arten haben zur Winterzeit große gelbe Blüten. Ihre Blätter zeigen eine gelbe bis orangerote Herbstfärbung.

Diane und Jelena blühen orange

Aus diesen Formen entstanden schnell zahlreiche Arthybriden, die botanisch als Hamamelis x intermedia bezeichnet werden. Ehsen zufolge gehören die meisten der heute bekannten Sorten zu dieser Gruppe. Der Experte empfiehlt besonders die Sorte "Arnold Promise", eine Zaubernuss mit gelben Blüten, einer orangeroten Herbstfärbung und einer hervorragenden Fernwirkung. Auch die rotblühende "Diane" und "Jelena" mit orangeroten Blüten stehen auf seiner Favoritenliste.

Im Garten hat sich außerdem die Art Hamamelis mollis, die auch als Chinesische Zaubernuss bezeichnet wird, bewährt. Als besonders wertvoll bezeichnet Dörken die Sorte "Brevipetala", die eine dunkle, orangegelbe Blüte hat und intensiv süßlich duftet, sowie "Goldcrest" mit Blüten, die an der Basis braunrot gefärbt und außen goldgelb sind. Ihr Duft ist ebenfalls süßlich. Ebenso empfehlenswert sei die stark duftende Sorte "Pallida" mit leuchtend gelben Blüten.

Pflege-SteckbriefZaubernuss (Hamamelis)
BodenDas Substrat sollte sandig-humos bis sandig-lehmig, frisch bis feucht sein.
StandortSonnige bis halbschattige Lage an einem windgeschützten Standort.
SchneidenEinen starken Rückschnitt sollten Sie auf jeden Fall vermeiden. Auslichten ist möglich.
VermehrenEine Vermehrung der Zaubernuss ist schwierig. Sowohl das Vermehren über Samen als auch über Absenker ist kaum zu empfehlen.


Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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