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Nektarinen pflanzen, pflegen und ernten

Baum aus dem Süden  

So züchten Sie Nektarinen im eigenen Garten

25.07.2020, 15:52 Uhr | jb, t-online.de

Nektarinen pflanzen, pflegen und ernten. Nektarinen: Die Früchte liefern viel Kalium. (Quelle: Getty Images/gresei)

Nektarinen: Die Früchte liefern viel Kalium. (Quelle: gresei/Getty Images)

Nektarinen sind Pfirsiche ohne Flaum. Dementsprechend wachsen sie unter denselben Bedingungen, unter denen auch Pfirsiche gut gedeihen. Sie können sogar selbst aus einem Kern gezogen und in den Garten gesetzt werden. Die richtige Pflege eines Nektarinenbaums beginnt schon beim Pflanzen.

Nektarinenbäume gehören zu den Rosengewächsen und sind daher nicht sehr pflegeleicht. Mit ein paar Tricks gelingt aber auch die Aufzucht dieser exotischen Pflanze sowie eine ertragreiche Ernte.

Nektarinenpflanze aus einem Kern ziehen

Einen Baum aus einem Nektarinenkern zu ziehen, ist aufwendig und nicht immer erfolgreich. Möchten Sie es versuchen, lassen Sie den Nektarinenkern trocknen, damit er nicht zu früh keimt. Der Keimling ist empfindlich und braucht viel Wärme und Licht. Das Durchtrocknen kann mehrere Monate dauern. Sobald der Kern gut getrocknet ist, können Sie wie folgt vorgehen:

  • Legen Sie einen Pflanztopf mit Watte aus.
  • Geben Sie den Kern in den Pflanztopf.
  • Halten Sie den Kern in den nächsten Wochen leicht feucht.
  • 24 Grad sind eine gute Temperatur, um den Kern zum Keimen zu bringen.
  • Nach einigen Wochen bildet sich ein Keimling.
  • Pflanzen Sie den Keimling in Anzuchterde.

Wenn er sich zu einem robusteren Jungbaum entwickelt hat, können Sie ihn in den Garten umsetzen. Ist Ihnen das Züchten zu aufwendig oder gelingt es Ihnen nicht, den Kern zum Keimen zu bringen, können Sie im Gartenfachhandel einen Nektarinenbaum erwerben und diesen in Ihren Garten setzen.

Achtung
Die Pflanzen sind nicht frosthart. Sie sollten Sie daher in sehr kalten Regionen lieber in einen ausreichend großen Kübel setzen, den Sie im Winter an einen geschützten Ort stellen können. Alternativ müssen Sie den empfindlichen Baum zur kalten Jahreszeit ausreichend vor Frost schützen.

Der geeignete Standort 

Nektarinenbäume werden zum Ende des Frühjahrs gepflanzt, wenn es keinen Frost mehr gibt. Die exotischen Pflanzen reagieren auf Kälte sensibel und können eingehen.

Wählen Sie einen feuchten, sonnigen Standort, an dem der Baum vor Wind und Regen geschützt ist. Am besten eignet sich ein Beet vor einer sonnenbeschienenen Hauswand. Ein zu sonniger Standort an der Südwand des Hauses kann jedoch dazu führen, dass der Baum früh austreibt. 

Der Boden sollte leicht sauer und nährstoffreich sein. 

Nektarinenbaum mit Früchten: Sind die Nektarinen reif, sollten sie zügig geerntet und verzehrt werden. (Quelle: Getty Images/FamVeld)Nektarinenbaum mit Früchten: Sind die Nektarinen reif, sollten sie zügig geerntet und verzehrt werden. (Quelle: FamVeld/Getty Images)

Nektarinenbaum in wenigen Schritten pflanzen

Der junge Steinobstbaum kann ab einem bestimmten Alter einfach in den Garten gepflanzt werden. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  1. Heben Sie an der gewünschten Stelle ein Pflanzloch aus. Es sollte doppelt so tief sein, wie die Wurzeln des Baumes lang sind. Um ein ausreichend großes Loch zu haben, können Sie den Baum als Orientierung in den bereits ausgehobenen Bereich stellen.
  2. Lockern Sie die Wurzeln des Baumes ein wenig auf. Vor allem bei gekauften Exemplaren ist der Wurzelballen sehr stark zusammengepresst.
  3. Setzen Sie die Pflanze in das Loch.
  4. Der junge Baum benötigt am Anfang noch etwas Stabilisierung. Setzen Sie daher neben dem Stamm einen Baumpfahl im Abstand von 15 Zentimetern etwa 30 Zentimeter tief in die Erde. 
  5. Füllen Sie alles mit ausreichend Humus auf.
  6. Treten Sie die Erde fest. Es sollte weiterhin ein kleiner Erdhaufen sichtbar sein – dieser sinkt nach einigen Tagen und durch die Bewässerung in sich zusammen und bildet sodann eine ebene Fläche mit dem umliegenden Bereich.
  7. Bewässern Sie den Baum mäßig.
  8. Bedecken Sie den Wurzelstock mit feuchtem Humus, damit die Wurzeln nicht austrocknen.
  9. Binden Sie den Stamm an dem Pfahl mit einem Sisalseil fest.

Düngung und Rückschnitt

Nektarinen müssen in Trockenperioden viel mit kalkarmem Wasser gegossen werden. Die Erde darf nie nass, sondern lediglich feucht sein. Staunässe schadet der Pflanze. Am besten eignet sich Regenwasser für die Bewässerung.

Tipp
Geben Sie etwas Mulch auf die Oberfläche. Dieser hält die Feuchtigkeit im Boden und Sie müssen seltener gießen.

Düngen Sie den Baum nur im Sommer, während der Wachstumsphase. Geben Sie dann bis zur vollen Reife der Früchte alle zwei Wochen Kompost unter das Erdreich.

Damit Ihr Baum viele Früchte trägt, schneiden Sie ihn ab dem dritten Jahr jährlich zurück. Am besten eignet sich das Frühjahr für das Ausdünnen.
Wenn die Äste bereits Knospen ausgebildet haben, lassen Sie alle Äste mit Blüten zwischen den Blattknospen stehen. Aus ihnen reifen die Früchte. Alle anderen Äste können Sie bis auf die Hauptäste zurückschneiden. Einen Schnittplan finden Sie hier. Wenn Ihr Nektarinenbaum jedoch rötliche Wölbungen auf den Blättern ausbildet, müssen Sie ein Fungizid einsetzen und alle Äste entfernen.

Wichtig
Verzichten Sie bei Nektarinenbäumen auf Kalk. Die Pflanze reagiert darauf empfindlich. 

Erntezeit: Nur reife Früchte pflücken

Zwischen August und September sind die meisten Früchte reif. Bevor Sie die Nektarinen pflücken, überprüfen Sie mit einem Fingerdruck, ob sie reif sind. Lässt sich die Oberfläche leicht eindrücken, können Sie die Frucht ernten. 

Nektarinen lassen sich nur wenige Tage lagern. Um Ihre Haltbarkeit für ein paar Tage zu verlängern, können Sie sie in das Obstfach Ihres Kühlschranks legen. 

Nektarinenblüte: Die Blütezeit beginnt zwischen März und April. (Quelle: Getty Images/ClaraNila)Nektarinenblüte: Die Blütezeit beginnt zwischen März und April. (Quelle: ClaraNila/Getty Images)

Nektarinen kaufen

Nektarinen werden vor allem in Spanien, Italien und Frankreich angebaut. Sie haben zwischen Juli und September Saison. Früchte, die im Winter angeboten werden, stammen häufig aus Chile oder Südafrika.

Greifen Sie beim Einkaufen am besten zu Früchten, die noch nicht ganz reif sind. Das Fruchtfleisch sollte nur minimal beim Eindrücken nachgeben. Denn je reifer die Früchte sind, desto schneller müssen sie verzehrt werden. Besonders bei den Sommertemperaturen fangen Nektarinen, ebenso wie Pfirsiche, schnell an zu faulen.  

So gesund sind Nektarinen

Nektarinen haben – je nach Sorte – durchschnittlich 56 Kilokalorien (233 Kilojoule) pro 100 Gramm. Sie bestehen bis zu 83 Prozent aus Wasser. Darüber hinaus beinhalten die süßen Früchte viel Kalium (bis zu 212 Milligramm pro 100 Gramm) sowie Provitamin A (bis zu 73 Mikrogramm pro 100 Gramm), Vitamin E (bis zu 500 Mikrogramm pro 100 Gramm), Kalzium, und sogar Eisen. 100 Gramm der Früchte liefern bis zu 10 Milligramm Vitamin C

Menschen mit einem empfindlichen Magen können die Früchte meist problemlos essen, da Nektarinen wenig Fruchtsäure enthalten.

Tipps zur Überwinterung

Nektarinenbäume vertragen Frost nicht gut. Während der kalten Jahreszeit benötigen sie einen Frostschutz. Haben Sie Ihre Pflanze in einen Kübel gesetzt, holen Sie diesen während des Winters jedoch nicht ins Haus. Dort ist es oft zu warm, zu trocken und zu dunkel.



Es ist wichtig, dass der Nektarinenbaum auch im Winter genügend Tageslicht erhält. Damit der Frost die Wurzeln des Baumes nicht angreift, decken Sie das Wurzelwerk mit Humus, Reisig und Moos ab. Bei extremer Kälte umhüllen Sie den Baum mit Vlies.

Steckbrief

Nektarinenbaum 

(Prunus persica nectarina)

Standort

Sonnig, geschützt vor Wind und Frost

Erde

  • Leicht saurer, kalkarmer Boden, gerne auch sandig, lehmig
  • Humusreich

Düngen

  • In der Wachstumsphase häufig (alle 14 Tage)
  • Kompost als Dünger

pH-Wert

Leicht sauer

Gießen

  • Regelmäßig, im Sommer häufiger
  • Staunässe meiden

Blütezeit

März, teilweise April bis Mai, rosa, zart rosa

Überwintern

  • Sehr frostempfindlich
  • Besonders die Blüten vor Spätfrost schützen

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Gartenjournal
  • Mein schöner Garten
  • Eatsmarter
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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