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Japanischer Ahorn: Pflege-Tipps und Schnitt des leuchtenden Baumes

Für Garten und Kübel  

Japanischer Ahorn: Wie groß wird der winterharte Strauch?

20.01.2021, 11:16 Uhr | tl, dpa-tmn, t-online, ron

Japanischer Ahorn: Pflege-Tipps und Schnitt des leuchtenden Baumes. Japanischer Ahorn (Acer japonicum): Im Spätherbst legt sich Raureif auf die Blätter. (Quelle: imago images/Hans-Günther Oed)

Japanischer Ahorn (Acer japonicum): Im Spätherbst legt sich Raureif auf die Blätter. (Quelle: Hans-Günther Oed/imago images)

Er punktet vor allem mit Form und Farbe seiner Blätter: der Japanische Ahorn. Das macht ihn als Solitär im Vorgarten zum Hingucker. Einige Zwergformen sind zudem für den Steingarten geeignet. Das sollten Sie beachten.

Wird er gut gepflegt, zeigt sich der Japanische Ahorn (Acer japonicum) im Herbst in den schönsten Farben: Je nach Sorte nehmen die Blätter des Laubgehölzes ein tiefes Dunkelrot (burgunderfarben), ein warmes Orange oder ein sattes Honiggelb an. Dafür stellt der zur Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) gehörende Baum aber Ansprüche an seine Pflege.

Herkunft und Verbreitung

Wie der Name vermuten lässt, stammt der kleine Baum ursprünglich aus Japan. Besonders auf Honshu und Hokkaido, den beiden größten Inseln Japans, ist der Japanische Ahorn verbreitet. Aber auch in Korea und China ist er heimisch. In Europa wurde der Strauch anfangs in Park- und Gartenanlagen kultiviert. Inzwischen sieht man ihn hierzulande auch in vielen Privatgärten, zum Beispiel im Zen-Garten. Erfahren Sie hier, wie Sie ihn anlegen und was er bedeutet.

Standort und Boden

Der nur langsam wachsende Japanische Ahorn mag im Garten einen geschützten und warmen Standort. Steht er sonnig, färbt sich sein Laub noch intensiver. Zudem bevorzugt der winterharte Strauch einen durchlässigen, humosen Gartenboden. 

Unser Tipp
Auch in großen Kübeln auf Balkon, Terrasse oder Dachgarten fühlt sich der Japanische Ahorn wohl.

Gießen: Regelmäßig im Sommer

In trockenen Sommern sollte der kleine Baum regelmäßig gegossen werden. Staunässe ist aber zu vermeiden. Gießen Sie am besten nur kleine Mengen, jeweils morgens oder abends, bei großer Hitze auch zweimal am Tag. Gießwasser sollte stets unmittelbar in den Erdbereich unter der Baumkrone (Wurzelscheibe) fließen.

Düngen: Einmal im Frühling

Lediglich einmal im Frühling, im April oder Mai, sollten Sie die Pflanze mit Langzeitdünger versorgen. Die enthaltenen Nährstoffe reichen dann für das ganze Jahr. Wer sichergehen will, dass sein Japanischer Ahorn den Winter übersteht, kann ihn im Herbst auch noch mit Patentkali – ein Kalium-Spezialdünger mit viel Magnesium und Schwefel – düngen.

Pflege: Kübelpflanze

Wenn Sie das Bäumchen im Kübel halten, ist eine besondere Pflege ratsam. Optimal ist ein eher flacher und breiter Topf mit mindestens 20 Litern Fassungsvermögen. Um Staunässe zu vermeiden, sollten Sie eine gute Drainage im unteren Kübelboden anlegen. Austrocknung beugt oben eine Schicht aus Rindenmulch vor. Nach etwa fünf Jahren empfiehlt es sich, den Ahorn in ein größeres Gefäß zu pflanzen.

Schneiden: Nur auslichten

Der Japanische Ahorn sollte nur geringfügig geschnitten werden. Dazu zählt zum Beispiel das Entfernen toter Äste oder abgestorbener Triebspitzen. Zudem empfehlen Experten, wenn überhaupt, nur bei starkwüchsigen Sorten die Triebspitzen über einer Knospe etwas einzukürzen. Der richtige Schnittzeitpunkt ist hier im Juni oder Juli.

Wichtig: In den Wintermonaten wird der Strauch generell nicht beschnitten.

Pflanz-Tipps: Kompost ist wichtig

Die optimale Pflanzzeit für den Flachwurzler ist der Frühling. Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) rät vor dem Pflanzen, den Wurzelballen etwas auseinander zu ziehen und eventuell vorhandene Drehwurzeln, die sich am Boden des Topfes bilden können, abzuschneiden. Für ausreichend Nährstoffe am besten reichlich Kompost und Gesteinsmehl in die Grube geben. Die Oberfläche der Wurzelscheibe sollte nach dem Setzen knapp unterhalb des Bodenniveaus liegen. Ganz wichtig: Nach dem Pflanzen ausreichend wässern, damit der Baum schnell neue Wurzeln bildet.

Arten, Sorten, Größen

Man unterscheidet die Zierahorn-Arten Japanischer Ahorn (Acer japonicum), Fächerahorn (Acer palmatum) und Shirasawas Fächerahorn (Acer shirasawanum). Zwischen 400 und 500 Sorten gibt es. Das sind die hierzulande beliebtesten:

  • Acer japonicum 'Aconitifolium'
    Auch als Japanischer Feuerahorn oder Eisenhutblättriger Ahorn bekannt. Punktet mit leuchtend orange bis rotem Herbstlaub. Erreicht eine Höhe von drei bis fünf Metern.
    Japanischer Ahorn (Acer japonicum): Die Sorte 'Aconitifolium' wächst hier als Solitär. (Quelle: imago images/Redeleit)Japanischer Ahorn (Acer japonicum): Die Sorte 'Aconitifolium' wächst hier als Solitär. (Quelle: Redeleit/imago images)
  • Acer palmatum 'Osakazuki'
    Diese Sorte des Fächerahorns trägt im Herbst von dunkelorange bis leuchtend rot gefärbte Blätter. Wird zwei bis drei Meter hoch.
    Fächerahorn (Acer palmatum): Die Sorte 'Osakazuki' passt gut neben Ziergräsern. (Quelle: imago images/Manfred Ruckszio)Fächerahorn (Acer palmatum): Die Sorte 'Osakazuki' passt gut neben Ziergräsern. (Quelle: Manfred Ruckszio/imago images)
  • Acer palmatum 'Trompenburg'
    Sein Laub ist purpurrot und färbt sich im Herbst in ein helleres Rot. In zehn Jahren kann die Sorte 'Trompenburg' eine Höhe zwischen 1,80 und 2,20 Meter erreichen.
    Fächerahorn (Acer palmatum): Die Sorte 'Trompenburg' besitzt eigenwillig geformtes Laub. (Quelle: imago images/blickwinkel)Fächerahorn (Acer palmatum): Die Sorte 'Trompenburg' besitzt eigenwillig geformtes Laub. (Quelle: blickwinkel/imago images)
  • Acer palmatum 'Sangokaku'
    Ist auch als Korallenrindenahorn bekannt, weil seine leuchtend rote Rinde auch im Winter ein Blickfang ist. Wird vier bis sechs Meter hoch.
    Fächerahorn (Acer palmatum): Die Sorte 'Sangokaku' mit ihrer ungewöhnlichen Baumrinde. (Quelle: Getty Images/samuel howell)Fächerahorn (Acer palmatum): Die Sorte 'Sangokaku' mit ihrer ungewöhnlichen Baumrinde. (Quelle: samuel howell/Getty Images)
  • Acer japonicum 'Vitifolium'
    Das großblättrige Laub zeigt sich im Herbst in einer Mischung aus Gelb, Orange und Rot. Kann bis zu fünf Meter hoch werden.

Die Sorte Acer palmatum 'Kamagata' gehört dagegen zu den Zwergformen. Sie passt mit einer Höhe von 50 bis 100 Zentimetern optimal in Stein- und Miniaturgärten. Und die bonsaiartige Zwergsorte Acer palmatum 'Sharp's Pygmy' (60 bis 70 Zentimeter) ist bestens für den Pflanzkübel geeignet.

Vermehren: Samen oder Stecklinge

Der Japanische Ahorn kann einerseits über Samen, andererseits über Stecklinge vermehrt werden. Hier wie dort erfordert das allerdings etwas Geduld, bis der Strauch im Freien ausgepflanzt werden kann.

Aussaat-Methode

Dafür sammeln und trocknen Sie die Samen des Ahorns im Spätsommer und Frühherbst. Sie entstehen aus den sich im April oder Mai öffnenden kleinen Blüten, die sich später zu den vom großen Ahorn bekannten Fruchtflügeln ("Propeller") entwickeln und auf den Erdboden segeln.

Pflanzen Sie die Samen (aus den trockenen Fruchtflügeln) in ein flaches Gefäß mit spezieller Anzuchterde und stellen Sie sie über den Winter an einen geschützten Ort im Freien. Halten Sie die Erde feucht und schützen Sie das Gefäß vor zu starkem Frost mit einer Stroh, Kokos- oder Rohrmatte. Im Frühjahr zeigen sich kleine Sämlinge. Diese sollten in Töpfe gepflanzt, aber vor den Eisheiligen geschützt werden. Im darauffolgenden Frühjahr können die kleinen Ahorne ins Freie gesetzt werden.

Steckling-Methode

Wie ein anderes Laubgehölz, die Forsythie, können Sie auch den Japanischen Ahorn mit Stecklingen vermehren. Hier bietet sich das späte Frühjahr oder der Frühsommer an. Gehen Sie wie folgt vor:

  • Schneiden Sie einen frischen Trieb mit einer Länge von etwa 15 bis 20 Zentimetern ab.
  • Achten Sie auf eine möglichst schräge Schnittfläche. So nimmt der Trieb später leichter Wasser auf.
  • Entfernen Sie von dem Trieb die meisten Blätter, sodass so wenig Wasser wie möglich über das Laub verdunstet wird.
  • Stecken Sie den Trieb in einen Topf mit spezieller Anzuchterde oder direkt ins Freie.
  • Achten Sie darauf, dass der Trieb hell, warm, aber nicht in zu praller Sonne steht.

Unser Tipp
Der Japanische Ahorn wurzelt am besten, wenn die Erde immer leicht feucht ist. Staunässe gilt es aber zu vermeiden.

Krankheiten: Verticillium-Welke

Obgleich der Japanische Ahorn als relativ robust gilt, setzt die sogenannte Verticillium-Welke dem Strauch zu. Diese Krankheit wird durch Pilze im Boden verursacht, die sich über die Wurzeln auf den ganzen Baum ausbreiten. Die Blätter erschlaffen und die Zweige sterben ab. Die schlechte Nachricht: Weder ein pilztötendes Pflanzenschutzmittel, noch ein großzügiger Rückschnitt können den Baum bei einem Befall noch retten.

Björn Ehsen, Gärtnerischer Leiter im Park der Gärten in Bad Zwischenahn, rät Gartenbesitzern vorzubeugen: Er empfiehlt, bereits beim Pflanzen auf einen optimalen Standort zu achten und den Erdboden gut vorzubereiten. Aber: "An Verticillium-verseuchten Standorten sollten sicherheitshalber keine Fächerahorne nachgepflanzt werden." Selbst dann nicht, wenn der Boden großzügig ausgetauscht wird. Das gilt auch für den Japanischen Ahorn.

Braune Blätter: Was ist zu tun?

Bekommt Ihr Japanischer Ahorn braune Blätter oder braune Blattspitzen, kann es sein, dass er zu feucht steht oder Staunässe ausgesetzt ist. Sowohl im Freiland als auch im Kübel sollten Sie deshalb darauf achten, dass sich kein Wasser im Boden sammelt. Ein anderer Grund für braune Blätter kann im Sommer lang anhaltende Trockenheit und Hitze sein, die der Baum nicht verträgt. Hier sollte er regelmäßig gewässert werden.

Pflanzen-Steckbrief

Japanischer Ahorn (Acer japonicum)
Standortwarm, sonnig, geschützt
Bodendurchlässig, humos
Gießenregelmäßig im Sommer, keine Staunässe
Düngen1-mal jährlich (Frühjahr)
Pflege (Kübel)mindestens 20 Liter, Drainage, Rindenmulch
Schneidennur auslichten (Juni/Juli)
PflanzzeitFrühling
VermehrenSamen, Stecklinge
KrankheitenVerticillium-Welke
Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Böhmig, Franz: Rat für jeden Gartentag. Ein praktisches Handbuch für den Gartenfreund. 12. Auflage. Leipzig/Radebeul, 1980, S. 394.

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