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FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Diese Bußgelder drohen im Garten

  • Jennifer Buchholz
Von Jennifer Buchholz

Aktualisiert am 04.09.2021Lesedauer: 7 Min.
RasenmĂ€hen: Bestimmte GartengerĂ€te, wie der RasenmĂ€her oder der Laubsauger, dĂŒrfen nicht zu den Ruhezeiten benutzt werden.
RasenmĂ€hen: Bestimmte GartengerĂ€te, wie der RasenmĂ€her oder der Laubsauger, dĂŒrfen nicht zu den Ruhezeiten benutzt werden. (Quelle: Akchamczuk/getty-images-bilder)
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Der Bußgeldkatalog regelt nicht nur die Art und Höhe der Strafen bei einem Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung. In ihm sind auch Maßregelungen fĂŒr Vergehen bei der Gartenarbeit oder im Garten enthalten.

Das Wichtigste im Überblick


In Ihrem Garten können Sie machen, was Sie wollen? Das könnte man meinen. Es stimmt jedoch nicht. Denn auch, wenn das GrundstĂŒck Ihnen gehört oder Sie Nutzungsrechte haben, gibt es Vergehen, die unter UmstĂ€nden ein hohes Bußgeld oder eine anderweitige Strafe nach sich ziehen können. Wir geben Ihnen einen Überblick.

GartenabfÀlle entsorgen

AbfĂ€lle können die Umwelt belasten – auch, wenn sie nicht giftig sind. Daher sollten Sie auch GartenabfĂ€lle nicht einfach in der Natur entsorgen. Sie können das dortige Ökosystem nachhaltig stören – beispielsweise, wenn sie SchĂ€dlinge oder gebietsfremde Pflanzen enthalten. DarĂŒber hinaus entstehen durch die AbfĂ€lle VerwesungsvorgĂ€nge, die zu einer erheblichen GeruchsbelĂ€stigung fĂŒhren können.

Es ist demnach verboten, folgende GartenabfÀlle in der Natur zu entsorgen:

  • Baumschnitt
  • Erdaushub
  • GrĂŒnschnitt
  • Laub
  • Tierkot
  • Erdaushub

Je nach Bundesland kann hier ein Bußgeld von bis zu 300 Euro drohen. Bei grĂ¶ĂŸeren Mengen ist sogar eine Strafzahlung von bis zu 2.500 Euro möglich.

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Grillen im Garten

Beim Grillen im Garten – sowohl im eigenen als auch im Mietgarten oder auf der Terrasse Ihrer Wohnung – sollten Sie auf Ihre Nachbarn RĂŒcksicht nehmen. Achten Sie beispielsweise beim Aufstellen des Grills darauf, dass der entstehende Rauch andere nicht belĂ€stigt. Die Rauchentwicklung sollte nicht zu hoch sein. Zudem sollten Sie das Grillen zeitlich beschrĂ€nken und auch nicht tĂ€glich zelebrieren.

Bei einer Mietwohnung oder einem Gemeinschaftsgarten sollten Sie sich beim Grillen an die geltende Hausordnung halten und am besten Ihre Nachbarn rechtzeitig ĂŒber Ihr Vorhaben informieren (etwa 48 Stunden vorher). So haben diese die Chance, die Fenster und TĂŒren zu schließen, um eine Rauch- und Geruchsbelastung in der Wohnung zu minimieren.

Zwar gibt es keine Gesetzesgrundlage, die das Grillen im Garten verbietet, jedoch haben zahlreiche Gerichte bereits ĂŒber dieses Streitthema unter Nachbarn entschieden. Teilweise mussten auch OrdnungsĂ€mter aufgrund einer unzumutbaren BelĂ€stigung durch den Qualm einschreiten und ein Bußgeld verhĂ€ngen.

Info
Auch bei einer Grillparty oder einer Feier im Garten sollten Sie sich an die Ruhezeiten halten. Ist es Ihren Nachbarn werktags nach 22 Uhr zu laut, können diese eine LĂ€rmanzeige beim Ordnungsamt stellen. Es droht ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro.

Feuer machen

Sowohl das gemĂŒtliche Lagerfeuer als auch das Verbrennen von GartenabfĂ€llen im Garten ist nicht gestattet. In den jeweiligen Gemeinden und Kommunen gibt es hierzu unterschiedliche Vorschriften. GrĂŒngut soll, wenn möglich, weiterverwertet werden. Nur unter bestimmten Voraussetzungen und mit entsprechenden Genehmigungen ist das Verbrennen von Laub, Ästen und Co. gestattet – beispielsweise bei einem von der Gemeinde oder Kommune veranstaltetem Osterfeuer.

Wenn Sie gegen das Verbrennungsverbot verstoßen, kann dies mit einem Bußgeld von bis zu 150 Euro oder höher geahndet werden.

Achtung
Ist die Feuerstelle genehmigt, sollten Sie dennoch die feuerpolizeilichen sowie die baurechtlichen Vorschriften einhalten.

Ein Feuer, das WĂ€rme spendet oder der GemĂŒtlichkeit dient, ist nicht genehmigungspflichtig, wenn es in einer sicheren Feuerschale oder einem Feuerkorb brennt. Es dĂŒrfen jedoch keine AbfĂ€lle verbrannt werden. Besitzer mĂŒssen stattdessen auf gepresste Holzbriketts oder naturbelassene HolzstĂŒcke zurĂŒckgreifen (§3 Abs. 1, Nr. 4ff 1. BImSchV). Andernfalls droht ein Bußgeld, dessen Höhe von den jeweiligen Gemeinden abhĂ€ngig ist. Wichtig ist auch, dass durch das Feuer Ihre Mitmenschen nicht belĂ€stigt werden und es nur gelegentlich stattfindet.

Hecke schneiden

Eine gepflegte Hecke benötigt einen regelmĂ€ĂŸigen Schnitt. Zwischen dem 1. MĂ€rz und dem 30. September kann es hierbei jedoch Probleme geben. Denn der Heckenschnitt ist in diesem Zeitraum nur erlaubt, wenn es sich dabei um einen Pflege- oder Formschnitt handelt und dieser nur in einem geringen Maße durchgefĂŒhrt wird. Jegliche Arbeiten, die darĂŒber hinausgehen, sind wĂ€hrend der Zeit gemĂ€ĂŸ § 39 Abs. 5 Bundesnaturschutzgesetz nicht gestattet. Eine Ausnahme besteht, wenn es sich um Totholz oder beschĂ€digte Äste handelt, das GewĂ€chs den Nachbarn negativ beeintrĂ€chtigt oder die Verkehrssicherheit durch das Entfernen gewahrt wird.

Aber auch außerhalb des Zeitraums dĂŒrfen durch den Heckenschnitt im GewĂ€chs lebende Tiere nicht gestört, verletzt oder getötet werden. Zudem dĂŒrfen bestimmte Heckenarten nicht immer entfernt werden.

Baum fÀllen

Das FĂ€llen eines Baumes ist auch im eigenen Garten nicht immer erlaubt, da einige von ihnen geschĂŒtzt sind. So sieht beispielsweise der Umwelt-Bußgeldkatalog Strafen vor, wenn ein Baum gefĂ€llt wurde, in dem verschiedene Tierarten wie Vögel, FledermĂ€use oder Nager ihr Nest haben. Auch bestimmte Baumarten dĂŒrfen nicht ohne die vorherige Genehmigung gefĂ€llt werden. Welche dies sind, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Teilweise handelt es sich hierbei beispielsweise um LaubbĂ€ume wie die Walnuss, die Waldkiefer oder die TĂŒrkische Baumhasel.

Zudem ist es Verboten, bestimmte Laub- und NadelbÀume zu fÀllen, deren Stammumfang zwischen 60 bis 80 Zentimetern misst, So der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL). Ausgenommen von dieser Regelung sind ObstbÀume. Ihr Stammumfang muss allerdings kleiner als 150 Zentimeter sein.

Neben diesen Bestimmungen mĂŒssen Sie sich beim BaumfĂ€llen auch an die Zeiten halten. So ist es zwischen dem 1. MĂ€rz und 30. September ebenfalls verboten, einen Baum zu fĂ€llen. Lediglich zur Wahrung der Verkehrssicherungspflicht kann er unter UmstĂ€nden entfernt werden. Wichtig ist, dass Sie vorab das Umweltamt ĂŒber Ihr Vorhaben informieren.

Achtung
Auch, wenn Sie den Baum (noch) nicht fĂ€llen dĂŒrfen, sollten Sie davon absehen, ihm anderweitig zu schaden, damit er womöglich abstirbt. Hierbei handelt es sich ebenfalls um ein Vergehen gegen das Naturschutzgesetz. Je nach Bundesland droht hierfĂŒr ein Bußgeld von bis zu 200 Euro.

Wespen, Bienen oder Schmetterlinge fangen oder töten

In Deutschland stehen zwei Wespenarten unter Naturschutz: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Demnach ist es verboten, die Tiere zu fangen, ihnen Schaden zuzufĂŒgen oder sie zu töten. Verstoßen Sie hiergegen, droht ein Bußgeld von bis zu 20.000 Euro. Die Geldbuße wird auch fĂŒr das grundlose Entfernen eines Wespennests verhĂ€ngt. Um dies zu verhindern, sollten Sie daher einen Fachmann fĂŒr das Entfernen beauftragen.

Info
Die Kreiselwespen sowie die Kopfhornwespen stehen unter einem besonderen Schutz. Werden diese Tiere gefangen, verletzt oder getötet oder wird ihr Nest entfernt, droht ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro – in Brandenburg bis zu 65.000 Euro.

Der besondere Schutz gilt nicht nur fĂŒr Wespen sondern unter anderem auch fĂŒr Hornissen, wilde Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Werden diese Insekten grundlos gefangen, verletzt, getötet oder ihr Nest zerstört, drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro – in Brandenburg sogar bis zu 65.000 Euro. Eine Ausnahme gilt bei Allergikern, die durch einen Stich oder eine BerĂŒhrung mit dem Tier in Lebensgefahr geraten wĂŒrden.

Rasen mÀhen

Gartenarbeit kann zuweilen relativ laut werden, zum Beispiel, wenn dafĂŒr der RasenmĂ€her, die MotorsĂ€ge, eine elektrische Heckenschere oder der LaubblĂ€ser benötigt werden. GemĂ€ĂŸ der GerĂ€te- und MaschinenlĂ€rmverordnung dĂŒrfen derartige GerĂ€te in Wohngebieten nur zu bestimmten Zeiten in Betrieb genommen werden. Ausgeschaltet bleiben mĂŒssen sie sowohl zu den Ruhezeiten als auch an Sonn- und Feiertagen.

Ein Verstoß gegen die Verordnung kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden – beispielsweise, wenn an einem Sonn- oder Feiertag der Rasen gekĂŒrzt wird. Wenn sich andere durch den GerĂ€telĂ€rm wĂ€hrend der Ruhezeit belĂ€stigt fĂŒhlen, betrĂ€gt das Bußgeld in der Regel bis zu 5.000 Euro.

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Schnee rÀumen

In Deutschland besteht eine RĂ€umpflicht, sobald Schnee gefallen ist. Diese Regelung besteht aus mehreren Gesetzestexten des Landesstraßengesetzes der BundeslĂ€nder sowie der Vorgaben durch die Gemeinden. Sie besagt, dass die Straßen und Gehwege gangbar gemacht werden mĂŒssen. Die Höhe der Strafe bei einem Verstoß gegen die RĂ€umpflicht ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Bei dem fĂŒr Ihre Region zustĂ€ndigen Ordnungsamt können Sie diese im Einzelnen einsehen.

Einige Gemeinden schreiben ihren BĂŒrgern das SchneerĂ€umen nicht vor. Dementsprechend werden auch keine Bußgelder erhoben oder Strafen verhĂ€ngt, wenn der Schnee nicht gerĂ€umt ist. Allerdings kann durch ein VersĂ€umnis die Verkehrssicherungspflicht verletzt werden. Kommt es also aufgrund eines nicht gerĂ€umten Weges zu einem Unfall, so trĂ€gt der EigentĂŒmer eine Mitschuld und kann auf Schadensersatz und Schmerzensgeld verklagt werden. Grundlage hierfĂŒr bilden Artikel 14 Abs. 2 des Grundgesetzes sowie Artikel 823 Abs. 1 des BĂŒrgerlichen Gesetzbuches.

Info
Die RÀumpflicht besteht zwischen 7 und 20 Uhr. Vor und nach dieser Zeit muss der Schnee nicht weggerÀumt werden. An Sonn- und Feiertagen beginnt die Pflicht ein bis zwei Stunden spÀter. Kann dann jedoch unter UmstÀnden entsprechend lÀnger gelten.

Zaun aufstellen

Wer sich im Garten einen kleinen, nicht einsehbaren Bereich wĂŒnscht, stellt einen Zaun auf. Dieser darf jedoch nicht beliebig hoch sein. Welche Maße er haben darf, ist im Nachbarrechtsgesetz des jeweiligen Bundeslandes oder der Gemeinde geregelt. In den meisten Regionen ist eine Einfriedung des eigenen GrundstĂŒcks von bis zu zwei Metern gestattet. Soll der Zaun oder die Mauer höher sein, muss dies genehmigt werden.

Liegt keine Genehmigung vor, kann der Nachbar gegen die Einfriedung vorgehen. Der Zaun oder die Mauer muss dann unter UmstĂ€nden wieder entfernt oder gekĂŒrzt werden. Teilweise droht auch eine Geldstrafe, die je nach Gemeinde unterschiedlich ausfallen kann.

Info
Dasselbe gilt ĂŒbrigens auch fĂŒr Hecken oder anderen Sichtschutz. Diese dĂŒrfen die Maximalhöhe von zwei Metern nicht ĂŒberschreiten.

Gartenhaus errichten

In einem Gartenhaus können sowohl Gartenwerkzeuge als auch -gerĂ€te und -möbel vor WitterungseinflĂŒssen geschĂŒtzt gelagert werden. Wenn Sie ein derartiges GebĂ€ude in Ihrem Garten errichten möchten, benötigen Sie hierfĂŒr teilweise eine Baugenehmigung. AbhĂ€ngig ist dies von der GrĂ¶ĂŸe des Gartenhauses. Auch hier gibt es unterschiedliche Vorgaben in den jeweiligen BundeslĂ€ndern. So mĂŒssen Sie beispielsweise in Brandenburg, Rheinland-Pfalz oder Sachsen bei einem Verstoß gegen die Bauordnung mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen.

Info
Auch wenn Sie Ihr Gartenhaus verĂ€ndern oder ersetzen, sollten Sie das fĂŒr Ihre Gemeinde oder Kommune zustĂ€ndige Bauamt darĂŒber informieren. In der Regel brauchen Sie hierfĂŒr jedoch keine neue Baugenehmigung.

Wintergarten anbauen

Vor allem im Winter ist der glĂ€serne Anbau am eigenen Haus beliebt. Da es sich hierbei jedoch um eine Erweiterung des Wohnobjektes handelt, darf der Wintergarten in einigen BundeslĂ€ndern nicht ohne vorherige Baugenehmigung errichtet werden. Ausnahmen gibt es mancherorts fĂŒr kleine (bis zu 20 Quadratmeter) oder unbeheizte Anbauten.

Pflanzenschutzmittel ausbringen

Die UnkrautbekĂ€mpfung ist hĂ€ufig mĂŒhsam, wenn kein Unkrautvernichter verwendet wird. Allerdings sind derartige chemische Stoffe bei der Gartenarbeit verboten. Dies liegt daran, dass das Gift im Boden versickern und somit ins Grundwasser gelangen kann. Bringen Sie dennoch eine bestimmte Menge von Unkrautvernichtern aus, kann dies mit einer Strafzahlung von bis zu 25.000 Euro – teilweise sogar 50.000 Euro – geahndet werden. Auch fĂŒr den Einsatz bestimmter SchĂ€dlingsbekĂ€mpfungs- oder Pflanzenschutzmittel kann in einigen BundeslĂ€ndern ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro fĂ€llig werden.

Niederschlagswasser in die Kanalisation leiten

GrundstĂŒcksbesitzer mĂŒssen eine NiederschlagswassergebĂŒhr (Niederschlagswasserentgelt) an die Stadt, Gemeinde oder Kommune zahlen. Um dieser zu entgehen, sollte das aufkommende Regenwasser jedoch nicht illegal abgeleitet werden. Ansonsten kann ein Strafgeld von bis zu 7.500 Euro fĂ€llig werden. Dasselbe gilt fĂŒr das Ableiten von Schmutzwasser.

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Die NiederschlagswassergebĂŒhr können Sie umgehen, indem Sie das Regenwasser aufbereiten und weiterverwenden.

Hinweis: Jede Gemeinde und Kommune hat ihre eigenen Gesetze und Regelungen. Diese können sich teilweise stark voneinander unterscheiden. Informieren Sie sich ĂŒber die bei Ihnen geltenden Vorschriften direkt vor Ort.

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