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Schnecken: Wie Sie Nacktschnecken aus dem Garten vertreiben

Schleimige Party im Beet  

Wie Sie Nacktschnecken aus dem Garten vertreiben

27.08.2021, 12:27 Uhr | dpa, t-online, ron

Schnecken: Wie Sie Nacktschnecken aus dem Garten vertreiben. Spanische Wegschnecken: Sie sind in Deutschland inzwischen stark verbreitet und für Gartenbesitzer oft ein Ärgernis (Quelle: dpa/Patrick Pleul)

Spanische Wegschnecken: Sie sind in Deutschland inzwischen stark verbreitet und für Gartenbesitzer oft ein Ärgernis. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)

Beliebt sind Nacktschnecken nicht. Aber einige gehören in jeden gesunden Garten. Derzeit lassen sich allerdings besonders viele Exemplare in den Beeten finden. So werden Sie die Schädlinge wieder los.

Wenn die Sonne tiefer steht, wagen sie sich aus ihren Verstecken. Ihr feiner Geruchssinn weist ihnen den Weg. Zarte Salatschösslinge, junge Kohlrabi, aber auch Zierblumen sind ihr Ziel. Auf dem Weg dorthin hinterlassen sie eine schleimig-klebrige Spur: Nacktschnecken.

Bei den meisten Gartenbesitzern höchst unbeliebt, treten diese Schneckenarten in diesem Jahr vielerorts besonders häufig auf. "Es war ein sehr feuchtes Frühjahr, es hat viel geregnet, und Schnecken lieben es feucht", erklärt Biologin Angelika Nelson vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern die Ursache.

"Außerdem haben coronabedingt viel mehr Menschen als sonst zu Hause ein Beet angelegt, da fällt es so richtig auf, dass da Schnecken unterwegs sind und den Salat auffressen."

Welche Nacktschnecken gibt es?

Ein Problem ist, dass Nacktschnecken wegen ihres bitteren, schleimigen Sekrets nur wenige natürliche Fressfeinde haben – und Kröten, Spitzmäuse und Igel noch dazu gerade in den ordentlich gepflegten Gärten kein Zuhause finden. "Auch Rabenvögel, Drosseln und Rotkehlchen verschmähen Schneckengelege nicht", klärt Hans Greßirer von den Naturfreunden Bayern auf.

Info
Nacktschnecken sind zumeist Schnecken, die kein Gehäuse tragen. Dennoch wird die Weinbergschnecke als gehäusetragende Landschnecke dazugezählt. Sie gehört wie andere Nacktschnecken zu den sogenannten Landlungenschnecken, die große Mengen Schleim produzieren.

Zugleich sollte man nicht alle Nacktschnecken über einen Kamm scheren. Keinesfalls gehört jede zu den Schädlingen. Diese Schneckenarten gibt es:

  • Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris)
    "Lästig ist vor allem die Spanische Wegschnecke, die in den 50er-Jahren eingeführt wurde", erläutert Nelson.
  • Schwarze Wegschnecke (Arion ater)
    Heimische Nacktschnecken wie die Schwarze Wegschnecke hingegen gelten als "die Geier der Gärten": Sie fressen Aas, also etwa verendete Regenwürmer oder Mäuse, verwandeln aber auch Kot in wertvollen Kompost.
  • Rote Wegschnecke (Arion rufus)
    Sie ist wie die Schwarze Wegschnecke in Wäldern, Gebüschen und Wegrändern verbreitet. Frisst aber wie ihre Schwester neben Aas ebenso frische Pflanzen.
  • Tigerschnegel (Limax maximus)
    "Auch der Tigerschnegel ist nicht so ein Rabauke wie die Gemeine Nacktschnecke", erläutert Sandra von Rekowski vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde. "Der ist ein Nützling, weil er auch andere Schnecken verspeist."
  • Weinbergschnecke (Helix pomatia)
    Und die ohnehin streng geschützte Weinbergschnecke macht sich gleich über die Wurzel allen Übels her: die Eier der Spanischen Wegschnecke.
  • Pilzschnegel (Malacolimax tenellus)
    Er lebt bevorzugt in Nadel- und Laubwäldern und nicht im Garten. Die einheimische Nacktschneckenart frisst im Herbst – wie ihr Name schon vermuten lässt – gern Hutpilze.
  • Bierschnegel (Limacus flavus)
    Er erhielt seinen Namen, weil er früher vermehrt in kühlen Bierkellern zu finden war. Heute lebt er versteckt in feuchten Kellern, Schuppen, Mauerritzen und Schächten und ist sehr selten geworden.

Eier im Frühjahr beseitigen

Die Methode der Weinbergschnecke empfiehlt von Rekowski auch den Gartenfreunden: "Am besten ist es, wenn man am Beginn der Sache anfängt und im Frühling die Steine wendet, um die Eier zu entdecken." Auch unter Holzbrettern verbergen sich die Klumpen aus kleinen, weichen Kügelchen häufig. Sie können anschließend in der Sonne ausgetrocknet oder im Hausmüll entsorgt werden.

Was bringen Schneckenzaun und Salatring?

Sind die Schädlinge schon am Fressen, können Schneckenzaun, Beeteinfassung, Kupferdraht oder ein Hochbeet gute Dienste leisten. Schneckenzäune werden im Handel zum Beispiel aus witterungsbeständigem PET angeboten. Diese Barriere schützt Gemüsepflanzen vor Schneckenfraß und kann individuell an das Gemüsebeet angepasst werden.

Beeteinfassung: Sie dient im Garten als Schutz vor Schnecken. (Quelle: imago images/Redeleit)Beeteinfassung: Sie dient im Garten als Schutz vor Schnecken. (Quelle: Redeleit/imago images)

Auch Salatringe haben sich bewährt. Letztere sind auch als Schneckenkragen, Schneckenschutzring oder Schneckenring bekannt und im Handel erhältlich. Dabei wird der Salatring um die Pflanze gelegt und bildet so eine natürliche Barriere vor Schneckenfraß.

Giftiges Schneckenkorn

Von Schneckenkorn rät von Rekowski jedoch vehement ab: "Die liegen dann zwar alle tot vor den Gemüsepflänzchen, alle blau und verschleimt, aber das ist weder für die Natur hilfreich noch für die Kinder, die im Garten spielen." Im Gegenteil: Für Kinder, aber auch für Haustiere wie Katzen und Hunde sind häufig verwendete Bestandteile ebenso giftig wie für Gehäuseschnecken oder Igel. Deshalb lieber auf Schneckenkorn verzichten.

Einsammeln in Salatfalle – und was dann?

Bleibt also in erster Linie das Absammeln. Oder das Einsammeln von Schnecken, zum Beispiel in einer Salatfalle. Dafür legen Sie im Garten – am besten abends – ein paar Salatblätter unter einen Leinen-, Baumwoll- oder Jutesack. Allerdings sollte der Sack feucht sein. Dann zieht die Salatfalle die Schnecken magisch an.

Allerdings stellt sich dann die Gewissensfrage: Was tun mit den Schnecken? Die einen setzen die Tiere einfach fernab des Beetes wieder aus – ihr Geruchssinn reicht nur etwa 40 Meter weit. Die anderen zücken das Messer und schneiden ihnen den Kopf ab. Andere Methoden wie Salzen halten Fachleute für Quälerei.

Hilft eine Bierfalle gegen Schnecken?

Viele schwören im Kampf gegen diese Schneckenarten auch auf die ebenfalls beliebten Bierfallen. Hierbei wird ein Gefäß mit Bier gefüllt, das die Tiere anlocken und ertränken soll. Diese Methode ist jedoch nicht sonderlich effektiv, manchmal sogar kontraproduktiv.

Der Alkohol, der die Schnecken anzieht, verfliegt im Freien sehr schnell. Zudem gelingt es manchen Tieren doch, aus dem Biergefäß zu entkommen. Und am unangenehmsten: Der verlockende Duft des Bieres zieht die Nacktschnecken der Nachbargärten überhaupt erst an.

Schnecken mit Fadenwürmern bekämpfen

Diese Schneckenarten lassen sich auch mit sogenannten Nematoden (gibt's im Fachhandel) bekämpfen. Das sind winzige Fadenwürmer der Gattung Phasmarhabditis hermaphrodita. Sie dringen in die Schädlinge ein, sondern ein giftiges Bakterium ab und "fressen" die Tiere von innen auf. Die Schnecken verenden dann nach wenigen Tagen. Ob die Fadenwürmer auch bei der Spanischen Wegschnecke wirken, ist bislang umstritten.

Wenn Sie diese Methode ausprobieren möchten, lesen Sie aufmerksam den Beipackzettel beziehungsweise die Gebrauchsanleitung. Die Fadenwürmer sollten nicht in der Nähe von Gewässern wie Gartenteichen ausgesetzt werden, da sie zum Beispiel die nützlichen Wasserschnecken töten. Zudem sollten keine Fadenwürmer auf Gemüsepflanzen gelangen.

Welche Fressfeinde gibt es noch?

Wer nicht selbst auf Schneckenjagd gehen möchte, kann diese Aufgabe auch anderen Tieren überlassen. Zum Beispiel der Indischen Laufente. Das Federvieh frisst am Tag bis zu 50 der dicken braunen Schnecken. Deshalb legen sich manche geplagten Gartenbesitzer sogar eigens diese Enten zu – oder mieten sie für ein paar Wochen bei speziellen Laufenten-Verleihstationen.

Beete mit Rasenschnitt mulchen

Von Rekowski vom Kleingarten-Bund gibt deshalb gerne noch ihren persönlichen Lieblingstrick weiter: "Was gut funktioniert ist, wenn man sein Gemüse oder seine Staudenbeete mulcht, etwa mit vertrocknetem Rasenschnitt oder Gehäckseltem." Die unebene, kratzige Oberfläche wirke auf die empfindlichen Schneckenbäuche höchst abschreckend.

Verwendete Quellen:

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