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Teppich reinigen: Effektive Tipps und Hausmittel

Zieht Schmutz magisch an  

Teppich reinigen: Mit diesen Tipps gelingt es

02.04.2020, 14:58 Uhr | dpa-tmn, cch, t-online

Teppich reinigen: Effektive Tipps und Hausmittel. Teppich reinigen (Quelle: Getty Images/AndreyPopov)

Teppich reinigen: Weichen Sie Flecken stets ein. (Quelle: AndreyPopov/Getty Images)

Für viele ist Teppich immer noch der bevorzugte Bodenbelag: Die weiche Fläche schafft eine ganz besonders wohnliche Umgebung. Ein Nachteil von Teppich ist jedoch, dass sich Schmutz schwerer entfernen lässt als beispielsweise bei Laminat.

Im Alltag werden Teppiche stark beansprucht. Nicht nur die Schuhe der Bewohner und Besucher setzen ihnen zu. Hinzu kommen Krümel und manchmal verschüttete Flüssigkeiten. Aber: "Vieles, was den Teppich verschmutzt, ist auf den ersten Blick nicht erkennbar", erklärt Siegfried Lange vom Deutschen Textilreinigungs-Verband in Bonn. Staub und Schadstoffe aus der Luft reichern sich im Gewebe an. Daher verschmutzen in der Nähe von Baustellen oder von stark befahrenen Straßen die Teppiche auch schneller und stärker.

Teppich saugen

Saugen ist die Standardprozedur, um Teppiche zu reinigen. Liegt in der ganzen Wohnung Teppich, sollte mindestens zweimal pro Woche gesaugt werden. Lange empfiehlt dafür einen Bürstensauger. Durch die mechanisch angetriebene Bürste wird der Teppich etwas geklopft, und der Schmutz kann sich besser lösen als beim Saugen mit der normalen Teppichdüse. "Das geht zwar etwas schwerer, ist aber viel effektiver."

Doch das Staubsaugen kann dem Belag schaden, wenn sich darin Sand und Staub abgesetzt haben. Sie wirken wie Schmirgelpapier, sagt Lange. "Wenn man mit dem Staubsauger darüber geht, rasieren die kleinen Körnchen sozusagen die Haare des Teppichs ab." Sammeln sich besonders viele Flusen im Staubbeutel, ist das ein Indiz. Dann sollte man über eine professionelle Reinigung nachdenken.

Staubsaugen schützt vor Schädlingen

Regelmäßiges Staubsaugen hilft auch gegen Schädlingsbefall. "Auf Naturteppichen und Fellen legen Kleidermotten gerne ihre Eier ab", erklärt Mario Heising vom Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband. "Fliegen mehr als zehn bis 20 Motten im Haus umher, besteht Handlungsbedarf." Findet sich dann Mottenfraß am Teppich, wird zumindest der Läufer am besten zur Reinigung oder zum Schädlingsbekämpfer gebracht. "Die beseitigen die Schädlinge und ihre Eier mit Hilfe einer Kälte- oder Wärmebehandlung." Großflächige Auslegware lasse sich vor Ort bearbeiten.

So können Sie Flecken entfernen

Flecken auf dem Teppich sollten möglichst entfernt werden, wenn sie noch frisch sind. Es gibt aber kein Allzweckmittel. Jeder Fleck und jedes Gewebe ist anders. Am besten sei es, ein dickes Handtuch auf den frischen Fleck zu legen und klares Wasser durchlaufen zu lassen, sagt Heisig. Die Flüssigkeit des Flecks ziehe dann ins Handtuch. "Und bitte höchstens tupfen, bloß nicht reiben und rubbeln", warnt Lange.

Flecken auf Teppichen sollten sofort behandelt werden:
1. Feste Flecken werden zunächst mit einem Messerrücken abgeschabt. Flüssigkeiten werden mit einem saugfähigen Tuch aufgenommen.
2. Den Fleck mit handwarmem Wasser und einem saugfähigen Lappen behandeln. Besser auf Spül- und Feinwaschmittel verzichten. Durch diese Mittel bleiben oft Tenside als klebrige Masse im Teppich zurück. So wird er schneller wieder schmutzig.
3. Nach dem Reinigen den Teppich mit einem saugfähigen Tuch trockentupfen. Dabei mit dem Strich arbeiten.

Hausmittel gegen Flecken

Wasser ist das beste Mittel gegen Flecken. Sind die Flecken bereits eingetrocknet, kann dieses allein aber manchmal nichts mehr ausrichten. Folgende Hausmittel können Sie bei typischen Flecken ausprobieren – bedenken Sie aber, dass bei Seifenlaugen oft Tenside im Teppich zurückbleiben. Versuchen Sie es also immer zuerst nur mit Wasser.

  • Kaffeeflecken: Eine Sofortkur mit einer lauwarmen Feinwaschmittellauge kann helfen. Nehmen Sie diese mit einem Tuch oder Schwamm auf und betupfen sie die verschmutzte Stelle gleichmäßig von außen nach innen.
  • Rotweinflecken: Eine schnelle Reaktion ist bei Rotwein wichtig. Um den Rotwein aufzusaugen, geben Sie etwas Salz auf den Fleck. Anschließend den Fleck mit Mineralwasser und Seifenlauge aus dem Teppich tupfen.
  • Schokolade: Der Fleck kann mit Eis behandelt werden. Legen Sie einen Kühlakku oder einen Beutel Eiswürfel auf die betroffene Stelle, lassen Sie den Fleck fest werden. Anschließend können Sie die Schokolade vorsichtig mit einem Messer abkratzen. Rückstände können mit Seifenlauge ausgewaschen werden.
  • Kugelschreiberstriche: Diese Flecken können Sie mit warmem Zitronensaft anlösen. Behandeln Sie die Stelle anschließend mit etwas Seifenlauge nach.
  • Brandfleck: Handelt es sich um einen oberflächlichen Brandfleck, nehmen Sie ein Stück feines Schleifpapier und fahren Sie damit in kreisendem Bewegungen über den Brandfleck, bis er verschwindet.
  • Weitere Flecken: Auch Backpulver kann Flecken verschwinden lassen. Geben Sie es auf die zu behandelnde Stelle. Schütten Sie dann etwas heißes Wasser darauf. Lassen Sie das Gemisch einige Stunden einwirken und tupfen Sie es dann ab.

Manchmal hilft aber nur noch ein chemisches Reinigungsmittel oder der direkte Weg in die Reinigung. Die chemischen Schmutzlöser greifen allerdings oft die Farbe des Teppichs an. Testen Sie den Reiniger also am besten zunächst an einer unauffälligen Stelle.

Keine Allzweckwaffe: Teppich nicht mit Dampfgeräten behandeln

Wird Seife verwendet, muss sie wieder herausgewaschen werden, sonst bleibt der Schmutz künftig besonders hartnäckig hängen. Völlig falsch sei es, den Fleck mit heißer Luft aus Dampfgeräten zu Leibe zu rücken. "Durch die hohen Temperaturen würden die Flecken nur fest in das Gewebe eingebrannt", sagt Lange. "Dann bekommt man sie nie wieder heraus, auch nicht mit professioneller Technik."

Besondere Vorsicht bei Naturteppichen

Teppiche aus Naturstoffen wie beispielsweise Wolle sollten noch schonender behandelt werden als synthetische Materialien. Sie vertragen nur Wasser, eine milde Seife und gegebenenfalls Wollwaschmittel, erklärt der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft. Vor der Behandlung muss die Farbechtheit überprüft werden. Sonst können sich Farben auswaschen und verschwimmen. Am besten ist es, erst einmal an einer unauffälligen Stelle zu probieren, wie sich das Material verhält.

Teppich auf der Schneedecke reinigen

Früher, als die Haushalte noch nicht flächendeckend mit Staubsaugern ausgerüstet waren, klopfte man seine Teppiche im Freien aus. Und im Winter legte man sie mit der Florseite auf die geschlossene Schneedecke. "Das ist auch heute keine schlechte Idee", meint Lange vom Deutschen Textilreinigungs-Verband. Ähnlich wie bei der professionellen Teppichreinigung wird der Flor dabei mit Wasser gespült. Im Schnee wird der Teppichboden nicht besonders nass und kann noch gut bewegt werden.

Die gewerblichen Teppichreiniger bürsten die Teppiche dagegen mit so viel Wasser aus, dass sie völlig durchnässt und drei- bis viermal schwerer werden. So lassen sie sich ohne Maschinen nicht mehr transportieren.

Reinigung mit einem Extraktionsgerät

Mit einem Extraktionsgerät können auch Laien ihren Teppich selbst gründlich reinigen. Dabei wird eine Reinigungslösung aufgesprüht und gleich wieder abgesaugt. "Der Schmutz wird mit Hilfe eines Vakuums herausgelöst", erklärt Lange. Diese Geräte können sich Verbraucher in Fachgeschäften ausleihen. Da der Teppich dabei feucht wird, sollte die Prozedur bei ausreichender Lüftung und möglichst warmem Wetter erfolgen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Deutscher Textilreinigungs-Verband
  • Deutscher Schädlingsbekämpfer-Verband
  • Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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