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Corona-Fälle bei Tönnies: Grüne wollen Fleischproduktion in Deutschland senken


Systemwende
Grüne wollen Fleischproduktion in Deutschland senken

Von afp
Aktualisiert am 13.07.2020Lesedauer: 2 Min.
SchweinestallVergrößern des BildesSchweine stehen in einem Stall. In Sauenställen wird es derzeit wegen der Schließung des Tönnies-Schlachthofs in Rheda-Wiedenbrück enger. Tiere müssten deshalb länger in den Ställen bleiben, da Schlacht- und Verarbeitungskapazitäten fehlten. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)
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Die Grünen wollen eine Systemwende bei der Fleischproduktion in Deutschland. Nach den Corona-Ausbrüchen in mehreren Schlachthöfen bedürfe es besserer Arbeitsbedingungen und einer Reduktion bei der Fleischerzeugung.

Angesichts der Corona-Fälle im Schlachtbetrieb Tönnies haben die Grünen eine Reduzierung der Fleischproduktion in Deutschland gefordert. "Die Schließung des Tönnies-Schlachthofs zeigt die Verletzlichkeit eines durchgetakteten Systems, auch für die Schweinehalter", sagte Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik der Grünenfraktion, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die Schweinefleischerzeugung in Deutschland muss zurückgefahren werden."

Wichtig sei, dass die Beschäftigten auch in Corona-Zeiten sicher in den Schlachtbetrieben arbeiten könnten. "Dies geht nur unter Einhaltung von Abstandsregeln von mindestens 1,5 Metern – besser von zwei Metern", sagte Ostendorff. "Dies lässt sich aber nur durch geringere Produktionszahlen erreichen. Auch die Bauern müssen ihre Aufzuchtzahlen von Schweinen reduzieren. Wir brauchen eine Systemwende, die die Fleischproduktion widerstandsfähiger und nachhaltiger gestaltet."

Viele Bauern fürchten um ihre Existenz

Nach Angaben der Interessensgemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) haben die rund 240.000 Schweinehalter in Folge der Schließung des Tönnies-Schlachthofs im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück allein in der vergangenen Woche durch sinkende Schlachtpreise und zu spät abgelieferte Schweine rund 20 Millionen Euro verloren. "Viele Bauern sind existenziell gefährdet", sagte ISN-Marktreferent Matthias Quaing den Funke-Zeitungen. "Der Druck auf die Schweinehalter wird täglich größer."

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Die Schweinehalter fürchten demnach, dass die Corona-Krise die Agrarstruktur massiv verändern werde. "Zum einen wegen der abnehmenden Wirtschaftlichkeit, aber auch wegen der schwindenden Akzeptanz in der Gesellschaft", sagte Quaing. "Wir fürchten, dass viele Bauern durch die Corona-Krise ihre Höfe aufgeben müssen, weil sie nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können."

Einen Schweinefleisch-Engpass erwarten die Schweinehalter aber nicht. "Aktuell werden immer noch 85 bis 90 Prozent aller Schweine geschlachtet – etwa 760.000 pro Woche", sagte Quaing. Vor Corona waren es 850.000 bis 900.000 pro Woche. "Fleisch ist genug da."

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur AFP
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