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Pilzvergiftung: Symptome richtig erkennen


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Pilzvergiftung – Symptome erkennen und richtig handeln

t-online, ks (CF)

Aktualisiert am 27.09.2021Lesedauer: 2 Min.
Essbare Pilze werden schnell mit ungenießbaren bis hochgiftigen Pilzen verwechselt.
Essbare Pilze werden schnell mit ungenießbaren bis hochgiftigen Pilzen verwechselt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Der Verzehr giftiger Pilze kann unter Umständen tödliche Folgen haben. Deswegen sollten Sie wissen, woran Sie eine Pilzvergiftung erkennen können. Denn eine echte Pilzvergiftung ist ein akuter Notfall.

Das Wichtigste im Überblick


  • Liste der Giftnotrufzentralen in Deutschland
  • Diese Informationen braucht die Giftnotrufzentrale
  • Was ist bei einer Pilzvergiftung zu tun?
  • Pilzvergiftung erkennen: Echt oder unecht?
  • Klassische Symptome einer Pilzvergiftung
  • Pilzvergiftung durch aufgewärmte Pilze

Eine Pilzvergiftung ist von einer Lebensmittelvergiftung zu unterscheiden. Letztere wird durch den durch den Konsum verdorbener oder aufgewärmter Speisepilze verursacht. Eine Pilzvergiftung erfolgt jedoch, wenn Sie Pilze essen, die Giftstoffe enthalten.

Bei einer Pilzvergiftung sofort Handeln
♦ Häufige Symptome sind: starke Bauchschmerzen, plötzliche Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.
♦ Symptome treten von 15 Minuten bis zu 16 Stunden nach dem Verzehr auf und sind abhängig von der Art des Giftstoffes.
♦ Gehen Sie bei einer Vergiftung sofort zum Arzt oder rufen Sie die Giftnotrufzentrale an.

Liste der Giftnotrufzentralen in Deutschland

Bundesland zuständiges Institut Notrufnummer
(24 Std)
Baden-Württemberg Vergiftungs-Informationszentrale FreiburgMathildenstr. 1
79106 Freiburgwww.uniklinik-freiburg.de/giftberatung
0761 - 19240
Bayern Toxikologische Abteilung
II. Med. Klinik der Technischen Universität München
Ismaninger Str. 22
81675 Münchenwww.toxinfo.org
089 - 19240
Berlin Giftnotruf der Charité Universitätsmedizin BerlinCampus Benjamin Franklin
Hindenburgdamm 30
12203 Berlinwww.giftnotruf.de
030 - 19240
Brandenburg Giftnotruf der Charité Universitätsmedizin BerlinCampus Benjamin Franklin
Hindenburgdamm 30
12203 Berlinwww.giftnotruf.de
030 - 19240
Bremen Giftinformations-
zentrum-NordRobert-Koch-Str. 40
37075 Göttingenwww.giz-nord.de
0551 - 19240
Hamburg Giftinformations-
zentrum-NordRobert-Koch-Str. 40
37075 Göttingenwww.giz-nord.de
0551 - 19240
Hessen Beratungsstelle bei Vergiftungen
II. Medizinische Klinik und Polyklinik der Universität Mainz
Langenbeckstr. 1
55131 Mainzwww.giftinfo.uni-mainz.de
06131 - 19240
Mecklenburg-Vorpommern Gemeinsames Giftinformations-
zentrum (GGIZ)
Klinikum Erfurt GmbHNordhäuserstr. 74
99098 Erfurtwww.ggiz-erfurt.de/
0361 - 730 730
Niedersachsen Gemeinsames Giftinformations-
zentrum (GGIZ)
Klinikum Erfurt GmbHNordhäuserstr. 74
99098 Erfurtwww.ggiz-erfurt.de/
0551 - 19240
Nordrhein-Westfalen Informationszentrale gegen Vergiftungen
Universitätsklinikum Bonn
Zentrum für KinderheilkundeAdenauerallee 119
53113 Bonnwww.meb.uni-bonn.de/giftzentrale
0228 - 19240
Rheinland-Pfalz Beratungsstelle bei Vergiftungen
II. Medizinische Klinik und Polyklinik der Universität Mainz
Langenbeckstr. 1
55131 Mainzwww.giftinfo.uni-mainz.de
06131 - 19240
Saarland Informations- und Behandlungszentrum für Vergiftungen
Universitätsklinikum des SaarlandesKirrberger Straße 100
66421 Homburg/Saarwww.uniklinikum-saarland.de
06841 - 19240
Sachsen Gemeinsames Giftinformations-
zentrum (GGIZ)
Klinikum Erfurt GmbHNordhäuserstr. 74
99098 Erfurtwww.ggiz-erfurt.de/
0361 - 730 730
Sachsen-Anhalt Gemeinsames Giftinformations-
zentrum (GGIZ)
Klinikum Erfurt GmbHNordhäuserstr. 74
99098 Erfurtwww.ggiz-erfurt.de/
0361 - 730 730
Schleswig-Holstein Giftinformations-
zentrum-NordRobert-Koch-Str. 40
37075 Göttingenwww.giz-nord.de
0551 - 19240
Thüringen Gemeinsames Giftinformations-
zentrum (GGIZ)
Klinikum Erfurt GmbHNordhäuserstr. 74
99098 Erfurtwww.ggiz-erfurt.de/
0361 - 730 730

Können Sie die Giftnotrufzentrale nicht erreichen, rufen Sie direkt den Notarzt über die Telefonnummer 112 an.

Diese Informationen braucht die Giftnotrufzentrale

  • Wer ist betroffen? Kind oder Erwachsener? (Alter, Geschlecht, ungefähres Körpergewicht.)
  • Was wurde gegessen? (Wichtig ist eine möglichst genaue Beschreibung der Pilze sowie die Art der Zubereitung und der Fundort.)
  • Wann wurde der Pilz gegessen?
  • Wie viele Pilze wurden gegessen? (Anzahl oder Gewicht)
  • Wie geht es dem Betroffenem? (Symptome beschreiben, insbesondere: Atmung, Kreislauf, Bewusstsein)
  • Welche Maßnahmen sind bereits unternommen worden?
  • Unter welcher Telefonnummer sind Sie jetzt erreichbar?

Was ist bei einer Pilzvergiftung zu tun?

Bei einer Pilzvergiftung sollten Sie umgehend die Giftnotrufzentrale oder den Notarzt kontaktieren. Bleiben Sie beim Betroffenem und unterstützen Sie ihn. Weitere Maßnahmen können Sie nicht treffen.

Pilzvergiftung erkennen: Echt oder unecht?

Laut Experten sind echte Vergiftungen eher selten: In vier von fünf Fällen seien die Pilze nicht giftig, sondern lediglich falsch zubereitet. Selbst viele Speisepilze sind roh nämlich unverträglich, andere werden beim Kochen ungenießbar. Dann spricht man von einer sekundären Pilzvergiftung, umgangssprachlich von einer unechten Pilzvergiftung.

Auch durch erneutes Aufwärmen oder zu langer Lagerung können sich – wie bei anderen Lebensmitteln auch – Bakterien ansiedeln. Diese wiederum lösen eine Lebensmittelvergiftung aus und verursachen ähnliche Symptome wie bei einer Fleischvergiftung. Überschneidungen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien erschweren es zusätzlich, eine Pilzvergiftung zu erkennen.

Schwere Vergiftungen wie die durch einen Knollenblätterpilz, die in 20 Prozent aller Fälle tödlich endet, zeigen in der Regel erst nach zwölf bis 16 Stunden Auswirkungen. Dann allerdings hilft selbst Erbrechen nicht mehr, um die Giftstoffe aus dem Körper zu bekommen. Innerhalb weniger Minuten bis zu vier Stunden nach der Mahlzeit sind hingegen eher leichte Beschwerden üblich.

Info
Je später die Symptome auftreten, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Organe durch die Vergiftung geschädigt werden. Der Giftstoffe konnte nach dem Verzehr lange genug im Körper bleiben, um entsprechende Schäden anzurichten.

Klassische Symptome einer Pilzvergiftung

Je nach Pilzart und deren enthaltenen Giftstoffe können unterschiedliche Symptome auftreten. Dennoch häufen sich Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfall – und zwar unabhängig davon, ob es sich um eine echte Vergiftung oder eine falsche Zubereitung handelt.

Im Vergleich zu diesen unspezifischen Symptomen deuten Wahrnehmungsstörungen deutlicher auf eine Vergiftung hin. An diesen Symptomen können Sie eine Pilzvergiftung erkennen:

  • Halluzinationen
  • Angstattacken
  • Benommenheit oder krankhafter Unruhe
  • Schwindel
  • Atembeschwerden
  • Verwirrtheitszustände
  • Gehstörungen
  • Muskelzuckungen
  • Krämpfe
  • Herzrasen

Sobald derartige Beschwerden auftreten, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen oder eine Giftnotrufzentrale kontaktieren. Hierbei gilt: Je schneller Sie reagieren, desto größer sind die Chancen, dass alles glimpflich ausgeht. Ansonsten kann der Verzehr lebensbedrohliche Folgen haben, wenn Leber und Niere versagen.

Info
Auch Allergien oder Lebensmittelunverträglichkeiten können sich durch derartige Symptome bemerkbar machen.

Pilzvergiftung durch aufgewärmte Pilze

Ein Mythos besagt, dass Pilzgerichte nicht erneut aufgewärmt und verzehrt werden dürfen, da sich durch das erneute Erwärmen Giftstoffe bilden. Das ist jedoch nicht ganz richtig. Pilze können neu aufgewärmt und dann verzehrt werden. Allerdings nur, wenn die Zeitspanne zwischen der Zubereitung und dem Aufwärmen weniger als zwei Tage beträgt. Andernfalls können die Pilze bereits verdorben sein, was zu einer Lebensmittelvergiftung führen kann.

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Verwendete Quellen
  • Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit – Giftnotrufnummern
  • Eigene Recherche
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