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Pilzvergiftung: Symptome richtig erkennen

Echt oder unecht?  

Pilzvergiftung – Symptome erkennen und richtig handeln

03.08.2018, 09:05 Uhr | ks (CF), jb, t-online.de

Pilzvergiftung: Symptome richtig erkennen. Essbare Pilze werden schnell mit ungenießbaren bis hochgiftigen Pilzen verwechselt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Essbare Pilze werden schnell mit ungenießbaren bis hochgiftigen Pilzen verwechselt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Verzehr giftiger Pilze kann unter Umständen tödliche Folgen haben. Deswegen sollten Sie wissen, woran Sie eine Pilzvergiftung erkennen können. Denn eine echte Pilzvergiftung ist ein akuter Notfall.

Eine Pilzvergiftung ist von einer Lebensmittelvergiftung zu unterscheiden. Letztere wird durch den durch den Konsum verdorbener oder aufgewärmter Speisepilze verursacht. Eine Pilzvergiftung erfolgt jedoch, wenn Sie Pilze essen, die Giftstoffe enthalten.

Bei einer Pilzvergiftung sofort Handeln
♦ Häufige Symptome sind: starke Bauchschmerzen, plötzliche Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.
♦ Symptome treten von 15 Minuten bis zu 16 Stunden nach dem Verzehr auf und sind abhängig von der Art des Giftstoffes.
♦ Gehen Sie bei einer Vergiftung sofort zum Arzt oder rufen Sie die Giftnotrufzentrale an.

Liste der Giftnotrufzentralen in Deutschland

Bundesland

zuständiges Institut

Notrufnummer
(24 Std)

Baden-Württemberg

Vergiftungs-Informationszentrale Freiburg

Mathildenstr. 1
79106 Freiburg

www.uniklinik-freiburg.de/giftberatung

0761 - 19240

Bayern

Toxikologische Abteilung
II. Med. Klinik der Technischen Universität München

Ismaninger Str. 22
81675 München

www.toxinfo.org

089 - 19240

Berlin

Giftnotruf der Charité Universitätsmedizin Berlin

Campus Benjamin Franklin
Hindenburgdamm 30
12203 Berlin

www.giftnotruf.de

030 - 19240

Brandenburg

Giftnotruf der Charité Universitätsmedizin Berlin

Campus Benjamin Franklin
Hindenburgdamm 30
12203 Berlin

www.giftnotruf.de

030 - 19240

Bremen

Giftinformations-
zentrum-Nord

Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen

www.giz-nord.de

0551 - 19240

Hamburg

Giftinformations-
zentrum-Nord

Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen

www.giz-nord.de

0551 - 19240

Hessen

Beratungsstelle bei Vergiftungen
II. Medizinische Klinik und Polyklinik der Universität Mainz

Langenbeckstr. 1
55131 Mainz

www.giftinfo.uni-mainz.de

06131 - 19240

Mecklenburg-Vorpommern

Gemeinsames Giftinformations-
zentrum (GGIZ)
Klinikum Erfurt GmbH

Nordhäuserstr. 74
99098 Erfurt

www.ggiz-erfurt.de/

0361 - 730 730

Niedersachsen

Gemeinsames Giftinformations-
zentrum (GGIZ)
Klinikum Erfurt GmbH

Nordhäuserstr. 74
99098 Erfurt

www.ggiz-erfurt.de/

0551 - 19240

Nordrhein-Westfalen

Informationszentrale gegen Vergiftungen
Universitätsklinikum Bonn
Zentrum für Kinderheilkunde

Adenauerallee 119
53113 Bonn

www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale

0228 - 19240

Rheinland-Pfalz

Beratungsstelle bei Vergiftungen
II. Medizinische Klinik und Polyklinik der Universität Mainz

Langenbeckstr. 1
55131 Mainz

www.giftinfo.uni-mainz.de

06131 - 19240

Saarland

Informations- und Behandlungszentrum für Vergiftungen
Universitätsklinikum des Saarlandes

Kirrberger Straße 100
66421 Homburg/Saar

www.uniklinikum-saarland.de

06841 - 19240

Sachsen

Gemeinsames Giftinformations-
zentrum (GGIZ)
Klinikum Erfurt GmbH

Nordhäuserstr. 74
99098 Erfurt

www.ggiz-erfurt.de/

0361 - 730 730

Sachsen-Anhalt

Gemeinsames Giftinformations-
zentrum (GGIZ)
Klinikum Erfurt GmbH

Nordhäuserstr. 74
99098 Erfurt

www.ggiz-erfurt.de/

0361 - 730 730

Schleswig-Holstein

Giftinformations-
zentrum-Nord

Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen

www.giz-nord.de

0551 - 19240

Thüringen

Gemeinsames Giftinformations-
zentrum (GGIZ)
Klinikum Erfurt GmbH

Nordhäuserstr. 74
99098 Erfurt

www.ggiz-erfurt.de/

0361 - 730 730

Können Sie die Giftnotrufzentrale nicht erreichen, rufen Sie direkt den Notarzt über die Telefonnummer 112 an.

Diese Informationen braucht die Giftnotrufzentrale

  • Wer ist betroffen? Kind oder Erwachsener? (Alter, Geschlecht, ungefähres Körpergewicht.)
  • Was wurde gegessen? (Wichtig ist eine möglichst genaue Beschreibung der Pilze sowie die Art der Zubereitung und der Fundort.)
  • Wann wurde der Pilz gegessen?
  • Wie viele Pilze wurden gegessen? (Anzahl oder Gewicht)
  • Wie geht es dem Betroffenem? (Symptome beschreiben, insbesondere: Atmung, Kreislauf, Bewusstsein)
  • Welche Maßnahmen sind bereits unternommen worden?
  • Unter welcher Telefonnummer sind Sie jetzt erreichbar?

Was ist bei einer Pilzvergiftung zu tun?

Bei einer Pilzvergiftung sollten Sie umgehend die Giftnotrufzentrale oder den Notarzt kontaktieren. Bleiben Sie beim Betroffenem und unterstützen Sie ihn. Weitere Maßnahmen können Sie nicht treffen.

Pilzvergiftung erkennen: Echt oder unecht?

Laut Experten sind echte Vergiftungen eher selten: In vier von fünf Fällen seien die Pilze nicht giftig, sondern lediglich falsch zubereitet. Selbst viele Speisepilze sind roh nämlich unverträglich, andere werden beim Kochen ungenießbar. Dann spricht man von einer sekundären Pilzvergiftung, umgangssprachlich von einer unechten Pilzvergiftung.

Auch durch erneutes Aufwärmen oder zu langer Lagerung können sich – wie bei anderen Lebensmitteln auch – Bakterien ansiedeln. Diese wiederum lösen eine Lebensmittelvergiftung aus und verursachen ähnliche Symptome wie bei einer Fleischvergiftung. Überschneidungen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien erschweren es zusätzlich, eine Pilzvergiftung zu erkennen.

Schwere Vergiftungen wie die durch einen Knollenblätterpilz, die in 20 Prozent aller Fälle tödlich endet, zeigen in der Regel erst nach zwölf bis 16 Stunden Auswirkungen. Dann allerdings hilft selbst Erbrechen nicht mehr, um die Giftstoffe aus dem Körper zu bekommen. Innerhalb weniger Minuten bis zu vier Stunden nach der Mahlzeit sind hingegen eher leichte Beschwerden üblich.

Info
Je später die Symptome auftreten, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Organe durch die Vergiftung geschädigt werden. Der Giftstoffe konnte nach dem Verzehr lange genug im Körper bleiben, um entsprechende Schäden anzurichten.

Klassische Symptome einer Pilzvergiftung

Je nach Pilzart und deren enthaltenen Giftstoffe können unterschiedliche Symptome auftreten. Dennoch häufen sich Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfall – und zwar unabhängig davon, ob es sich um eine echte Vergiftung oder eine falsche Zubereitung handelt.

Im Vergleich zu diesen unspezifischen Symptomen deuten Wahrnehmungsstörungen deutlicher auf eine Vergiftung hin. An diesen Symptomen können Sie eine Pilzvergiftung erkennen:

  • Halluzinationen
  • Angstattacken
  • Benommenheit oder krankhafter Unruhe
  • Schwindel
  • Atembeschwerden
  • Verwirrtheitszustände
  • Gehstörungen
  • Muskelzuckungen
  • Krämpfe
  • Herzrasen

Sobald derartige Beschwerden auftreten, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen oder eine Giftnotrufzentrale kontaktieren. Hierbei gilt: Je schneller Sie reagieren, desto größer sind die Chancen, dass alles glimpflich ausgeht. Ansonsten kann der Verzehr lebensbedrohliche Folgen haben, wenn Leber und Niere versagen.

Info
Auch Allergien oder Lebensmittelunverträglichkeiten können sich durch derartige Symptome bemerkbar machen.

Pilzvergiftung durch aufgewärmte Pilze

Ein Mythos besagt, dass Pilzgerichte nicht erneut aufgewärmt und verzehrt werden dürfen, da sich durch das erneute Erwärmen Giftstoffe bilden. Das ist jedoch nicht ganz richtig. Pilze können neu aufgewärmt und dann verzehrt werden. Allerdings nur, wenn die Zeitspanne zwischen der Zubereitung und dem Aufwärmen weniger als zwei Tage beträgt. Andernfalls können die Pilze bereits verdorben sein, was zu einer Lebensmittelvergiftung führen kann.



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