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Abgelaufene Lebensmittel müssen nicht sofort in den Müll

Tonne oder Teller?  

Das können Sie mit sauer gewordener Milch noch machen

18.01.2021, 13:38 Uhr | hut, jb, t-online

Abgelaufene Lebensmittel müssen nicht sofort in den Müll. Milch: Saure Milch kann noch gut zum Backen verwendet werden. (Quelle: Getty Images/Sophie Walster)

Milch: Saure Milch kann teilweise noch gut zum Backen verwendet werden. (Quelle: Sophie Walster/Getty Images)

Saure Milch? Abgelaufener Joghurt? Überreifer Käse? Besser weg damit! Das muss nicht sein. Denn viele abgelaufene Lebensmittel können noch zu leckeren Gerichten weiterverarbeitet werden. 

Wurde vergessen, die Milch, den Joghurt oder den Käse in den Kühlschrank zu stellen, können sie schnell verderben. Das ist aber kein Grund, diese Produkte gleich in Mülltonne zu werfen. 

Saure Milch weiterverwerten

Verdorbene Milch erkennen Sie am säuerlichen Geruch. Dennoch ist es kein Grund, sie zu entsorgen. Stattdessen können Sie sie zu verschiedenen Gerichten weiterverwerten.

Achtung
Ist Schimmel erkennbar sollten Sie die Milch entsorgen. Auch pasteurisierte Milch, die bereits stark verdorben ist, sollte nicht weiterverarbeitet werden.

Unbehandelte, nicht pasteurisierte Milch

Rohmilch, die sauer geworden ist, wird zu Dickmilch. Diese kann problemlos – pur oder mit etwas Zucker – verzehrt werden. Alternativ können Sie sie auch zur Herstellung von Käse verwenden. Für letzteres wird die Milch in einem Topf erhitzt, sodass sich die Molke absetzt. Nun müssen Sie alles abseihen und anschließend eindicken lassen.

Pasteurisierte Milch

ESL- sowie H-Milch sollten nicht mehr pur verzehrt werden, wenn sie sauer geworden sind. Das kann ansonsten zu Übelkeit und Durchfall führen. Anstatt sie wegzukippen, können Sie die saure Milch für Pfannkuchen oder Kuchen verwenden. Wichtig ist, dass Sie die Frisch- oder H-Milch vorher abkochen.

Pfannkuchen: Sauer gewordene Milch lässt sich zu Pfannkuchen oder Kuchen weiterverarbeiten. (Quelle: Getty Images/Svetlana Monyakova)Pfannkuchen: Sauer gewordene Milch lässt sich zu Pfannkuchen oder Kuchen weiterverarbeiten. (Quelle: Svetlana Monyakova/Getty Images)

Auch als Schönheitsmaske eignet sich die verdorbene Milch noch. Tragen Sie etwas hiervon auf Ihre Gesichtshaut auf und lassen Sie alles wenige Minuten einwirken. Anschließend betupfen Sie die Haut mit frischer, nicht saurer Milch. Die Haut wird so glatter und der Teint feiner.

Für den Haushalt ist saure Milch ebenfalls noch nützlich – beispielsweise für die Reinigung Ihres Silberbestecks oder Ihrer Badarmaturen. Auch Wühlmäuse und Maulwürfe im Garten werden durch den säuerlichen Geruch des Getränks vertrieben. 

Überreifen Käse weiterverarbeiten

Sind der Camembert, der Harzer oder andere Käsesorten bereits derart aromatisch, dass sie nicht mehr für die Käseplatte geeignet sind, müssen Sie sie nicht wegwerfen. Aus ihnen können ebenfalls noch leckere Gerichte zaubern. Wichtig ist hier – wie bei saurer Milch –, dass noch kein Schimmel oder ähnliches sichtbar ist. 

Vorsicht vor Histamin

Stark gereifter Käse hat eine hohe Histamin-Konzentration. Bei empfindlichen Personen kann dies zu starken gesundheitlichen Reaktionen führen. Neben einer Rötung der Haut sind weitere Symptome Durchfall, Magen-Darm-Krämpfe, Übelkeit und Kopfschmerzen. Bereits nach 30 bis 60 Minuten sind erste Anzeichen sichtbar. Testen Sie daher erst mit einer kleinen Menge, ob Sie den Käse noch vertragen und verarbeiten Sie ihn erst dann weiter.

Stark riechender Camembert und Harzer

Sind Camembert und Harzer zu reif, entwickeln sie einen sehr strengen Geruch und Geschmack. Durch Erhitzen werden diese noch intensiviert. Wer das nicht mag, sollte die beiden Käsesorten daher in Kaltgerichte verarbeiten. So eignet sich für Camembert oder Harzer beispielsweise Obatzter, auch Obatzda oder Obazda.  

Tipp
Schneiden Sie bei Weichkäse die Rinde ab und probieren Sie, ob das Innere noch genießbar ist. Ist der Geschmack zu unangenehm. sollten Sie den Käse entsorgen.

Obazda: Obazda ist in Süddeutschland und der Schweiz ein beliebtes Käsegericht. (Quelle: Getty Images/kabVisio)Obazda: Obazda ist in Süddeutschland und der Schweiz ein beliebtes Käsegericht. (Quelle: kabVisio/Getty Images)

Überreifer Schnittkäse und Hartkäse

Sind Gouda, Edamer und Co. bereits stark gereift, eignen sie sich immer noch ideal für zahlreiche Käsegerichte. Dazu zählen Gratins aller Art, Quiche Lorraine, Käsesuppe oder überbackene Aubergine. Auch Hartkäse lässt sich auf diese Weise weiterverarbeiten.

Für Ziegenkäse eignet sich das Grünkern-Ziegenkäse-Gratin.

Ausgetrockneter Käse auffrischen

Sind die Ränder am Käse – insbesondere bei Käsescheiben – bereits stark ausgetrocknet, können Sie sie mit einem einfach Trick auffrischen. Legen Sie dazu die Scheiben auf einen Suppenteller und übergießen diese mit frischer Milch. Stellen Sie den Teller dann in den Kühlschrank. Nach einigen Stunden sind die trockenen Ränder verschwunden. 

Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum, betont die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Die Angabe besage lediglich, bis zu welchem Zeitpunkt der Hersteller garantiere, dass ein Lebensmittel seine typischen Eigenschaften wie Geschmack, Konsistenz und Farbe behält. Viele Nahrungsmittel sind demnach auch noch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums genießbar. Das gilt auch für Milchprodukte – vorausgesetzt sie wurden richtig gelagert.

Denn Milch, Joghurt und Käse sind nicht schlagartig verdorben, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Verlassen Sie sich auf Ihre eigenen Sinne. Riecht ein Produkt schlecht, sieht ungewöhnlich aus oder schmeckt anders als üblich, sollten Sie es nicht mehr verzehren. 

Gewölbter Joghurtdeckel ist kein schlechtes Zeichen

Ein ungeöffneter Joghurt kann noch bis zu zehn Tage nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum verzehrt werden, erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg. Anders als oft vermutet, bedeutet auch ein gewölbter Joghurtdeckel nicht, dass das Milchprodukt schlecht ist. Die Wölbung wird durch lebende Milchsäurebakterien verursacht, die sogar gesund sind. Riecht das Milchprodukt allerdings säuerlich, gehört es in den Müll. 


Verwendete Quellen:

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