• Home
  • Leben
  • Essen & Trinken
  • Bier darf nicht "bekömmlich" sein


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextRWE will auf Gasumlage verzichtenSymbolbild für einen TextSegler nach Stunden aus Ostsee gerettetSymbolbild für ein VideoBeiß-Spinne breitet sich ausSymbolbild für einen TextNeue Funktion in Google Maps verfügbarSymbolbild für einen TextDas ist Bayerns neues CL-TrikotSymbolbild für einen TextMareile Höppner verlässt die ARDSymbolbild für einen TextPostbote versteckt Tausende Briefe daheimSymbolbild für einen TextMurdochs Scheidung könnte Folgen habenSymbolbild für einen TextTobias D. tot – Freundin trauertSymbolbild für einen TextSupercup: Wirbel um Schiri-EntscheidungSymbolbild für einen TextWegen 15 Euro: Mann erpresst BettlerSymbolbild für einen Watson TeaserYoutube löscht Drachenlord-AccountsSymbolbild für einen TextKaum zu glauben: Dieses Casino ist gratis

Bier darf nicht "bekömmlich" genannt werden

dpa, t-online, Susanne Kupke

Aktualisiert am 17.05.2018Lesedauer: 3 Min.
Männer stoßen an
Anstoßen: Das Feierabendbier ist bei vielen sehr beliebt. (Symbolbild) (Quelle: tomorca/getty-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Wie gesund ist "bekömmlich"? Seit Jahren streiten sich eine Brauerei aus dem Allgäu und ein Berliner Wettbewerbsverband vor Gericht. Nun urteilte der BGH über den Bierstreit.

"Bekömmlich, süffig – aber nicht schwer" – so warb eine kleine Brauerei aus Leutkirch (Kreis Ravensburg) für ihr Bier. Suggeriert der Begriff "bekömmlich" eine gesundheitsfördernde Wirkung? Aus Sicht des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart ist das der Fall. Es hat eine Bierwerbung verboten. Nun urteilte auch der Bundesgerichtshof (BGH) über den Bierstreit und stellte klar: Brauer dürfen nicht mit "bekömmlichem" Bier werben (Az.: I ZR 252/16). Der Begriff "bekömmlich" sei eine gesundheitsbezogene Angabe, die nach EU-Recht für alkoholische Getränke nicht erlaubt sei.


Sieben Tipps für den perfekten Biergenuss

1. Richtig einschenken: Halten Sie das Bierglas schräg unter die Flasche, und füllen Sie es zu zwei Dritteln. Lassen Sie es dann eine Minute stehen, bevor Sie den Rest nachkippen. So entsteht eine schöne Schaumkrone.
2. Ein Bier muss frisch sein: Achten Sie beim Kauf auf das Haltbarkeitsdatum. Flaschenbier ist bis zu drei Monate haltbar. Wie bei jedem anderen Lebensmittel gilt: Je frischer desto besser.
+5

Um was ging es?

Die beklagte Brauerei verwendet seit den 30er-Jahren für ihre Biere den Werbeslogan "Wohl bekomm's!" und hat seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts diese in Anzeigen auch als "bekömmlich" bezeichnet. Dagegen hatte der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) aus Berlin – ein Zusammenschluss von rund 90 Unternehmen der Lebensmittelbranche – 2015 eine einstweilige Verfügung erwirkt. Der Leutkircher Brauereichef Gottfried Härle ließ daraufhin auf den Etiketten von rund 30.000 Bierflaschen das Wort von Hand mit Filzstiften streichen – und legte Berufung ein. Seine Klagen blieben vor dem Landgericht Ravensburg, dem Oberlandesgericht Stuttgart und nun auch vor dem BGH erfolglos.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Beatrice Egli begeistert mit Bikinibildern
Beatrice Egli: Die Sängerin zeigt sich im Bikini.


Was spricht gegen "bekömmlich"?

Das aus dem Mittelhochdeutschen stammende "bekom(en)lich" bedeutete einmal so viel wie "passend" oder "bequem". Heute wird es als Synonym für "leicht verdaulich" oder "verträglich" verstanden. Dass Biersorten mit einem Alkoholgehalt zwischen 2,8 und 5,1 Prozent so beworben werden, geht aus Sicht des Wettbewerbsverbandes gar nicht. Es sei eine "gesundheitsbezogene" Angabe, mit der nach der Health-Claims-Verordnung der EU nicht geworben werden darf. Die Verordnung verbietet das für alkoholische Getränke mit mehr als 1,2 Volumenprozent.

Das Stuttgarter OLG erklärte seine Urteil damals wie folgt: Der Begriff "bekömmlich" schließe nicht nur ein allgemeines Wohlbehagen ein. Er sei als "Langzeitversprechen" zu verstehen, dass das beworbene Lebensmittel auch bei längerem Konsum nicht schade. Angaben zu alkoholischen Getränken dürften nicht mehrdeutig sein. Auch der BGH sieht den Begriff "bekömmlich" eher als gesundheitsbezogene Angabe.

Hat sich der BGH auch schon mal mit einem vergleichbaren Fall befasst?

Der BGH hat im Januar 2011 in einer EuGH-Vorlage zum "Gurktaler Kräuterlikör" den Begriff "bekömmlich" passieren lassen – "wohltuend" aber nicht. Das war aber vor dem "Weintor"-Urteil. Auch wurde der Fall nie entschieden, weil die Revision zurückgenommen wurde.

Könnten auch andere Brauereien betroffen sein?

Die Deutschen gaben 2017 rund 7,4 Milliarden Euro für Bier und Biermixgetränke zum Verzehr zu Hause aus. Dennoch haben Brauer eine Durststrecke: Im ersten Quartal haben sie mit 19,6 Millionen Hektoliter Bier 1,6 Prozent weniger abgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Die Brauereien wollen das mit neuen Angeboten ausgleichen. Laut Deutschem Brauer-Bund gibt es hierzulande mehr als 6.000 Biermarken – 1.000 mehr als noch vor zehn Jahren.

Härle ist ein Familienunternehmen in vierter Generation und mit 33 Mitarbeitern und 7,2 Millionen Euro Jahresumsatz klein – die Folgen des Rechtsstreits könnten aber größer sein: Nach Angaben von Firmenchef Härle haben eine Reihe anderer Brauereien ebenfalls mit "bekömmlichem" Bier geworben.

Ist Bier gesund?

Generell ist Alkohol nicht gesund. So steigert beispielsweise der tägliche Genuss von Alkohol – egal ob ein Feierabendbier oder mehrere Liter – das Risiko für Mundhöhlen- und Rachenkrebs. Auch andere Erkrankungen werden in Verbindung mit Alkoholkonsum gebracht – ganz risikolos ist das Glas Wein oder das Feierabend Bier laut Experten daher nicht. Wer jedoch nicht auf sein Feierabendbier verzichten möchte, sollte dennoch versuchen, mindestens zwei Tage pro Woche keinen Alkohol zu trinken, rät Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie der Berliner Charité.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Claudia Zehrfeld
Von Claudia Zehrfeld
BundesgerichtshofEULebensmittelRavensburg

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website