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Foodwatch: Neue Plattform "Mission Fleisch" für Transparenz bei Kontrollen

Neue "Mission Fleisch"  

Wie hygienisch arbeitet Ihr Metzger? Hier finden Sie es heraus

14.12.2020, 09:23 Uhr
Foodwatch: Neue Plattform "Mission Fleisch" für Transparenz bei Kontrollen. Wurstwaren: Bei "Mission Fleisch" können Nutzer jetzt anhand der Betriebsnummer auf einem verpackten Fleischprodukt eine Anfrage zu dem konkreten Herstellungsbetrieb stellen. (Quelle: Foodwatch)

Wurstwaren: Bei "Mission Fleisch" können Nutzer jetzt anhand der Betriebsnummer auf einem verpackten Fleischprodukt eine Anfrage zu dem konkreten Herstellungsbetrieb stellen. (Quelle: Foodwatch)

Listerien-Ausbruch beim Wursthersteller Wilke: Mangelnde Hygiene kann fatale Folgen haben. Eine neue Plattform soll ab sofort für mehr Transparenz bei Fleischkontrollen sorgen.

Wie ist es um die Sauberkeit in Fleischbetrieben bestellt? Spätestens seit in Produkten des Wurstherstellers Wilke im vergangenen Jahr Listerienkeime gefunden wurden und es in diesem Zusammenhang mindestens drei Todesfälle und dutzende Erkrankungen gab, ist klar, wie wichtig dieses Thema ist. 

Neue Plattform "Mission Fleisch"

Bisher veröffentlichen Lebensmittelbehörden nur in Ausnahmefällen Berichte über die Hygienezustände in Fleischbetrieben. Das soll sich jetzt ändern. Auf der neuen Online-Plattform "Topf Secret – Mission Fleisch" können Sie nun einen Einblick in alle Fleisch- und Wurstbetriebe Deutschlands bekommen und die Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelkontrollen abfragen. Dabei ist es egal, ob es sich um Ihren Metzger nebenan oder um große Fleischkonzerne wie Wilke handelt.

Fleisch: Wird nicht sauber gearbeitet, kann das zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen. (Quelle: Getty Images/industryview)Fleisch: Wird nicht sauber gearbeitet, kann das zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen. (Quelle: industryview/Getty Images)

Möglich machen diese Transparenz in der Fleischbranche die Verbraucherorganisation Foodwatch und die Transparenz-Initiative FragDenStaat. "Mit 'Mission Fleisch' wollen wir Licht ins Dunkel der Fleisch- und Wurstbetriebe bringen", erklärt Arne Semsrott von FragDenStaat in einer Pressemitteilung. "Immer wieder kommt es zu Hygiene-Skandalen, doch die Ergebnisse der amtlichen Kontrollen bleiben in der Regel geheim. Mit unserer Plattform können Bürgerinnen und Bürger die Kontrollergebnisse gezielt abfragen und die Fleischbranche so transparent wie möglich machen."

So funktioniert die Abfrage

Wurstwaren: Bei "Mission Fleisch" können Nutzer jetzt anhand der Betriebsnummer auf einem verpackten Fleischprodukt eine Anfrage zu dem konkreten Herstellungsbetrieb stellen. (Quelle: Foodwatch)Wurstwaren: Bei "Mission Fleisch" können Nutzer jetzt anhand der Betriebsnummer auf einem verpackten Fleischprodukt eine Anfrage zu dem konkreten Herstellungsbetrieb stellen. (Quelle: Foodwatch)

Wollen Sie sich über die Sauberkeit in einem Fleischbetrieb informieren, haben Sie verschiedene Möglichkeiten, Ihre Anfrage zu stellen:

  • Geben Sie die Betriebsnummer, die sich auf jedem verpackten Fleischprodukt findet, ein.
  • Klicken Sie auf einer Straßenkarte einen beliebigen Fleischbetrieb an.
  • Über einen Filter können Sie zudem Betriebe von großen Fleischkonzernen wie Tönnies, Westfleisch oder Wiesenhof finden. 

Ihr Antrag wird dann automatisch an die zuständige Behörde für den jeweiligen Betrieb weitergeleitet, die laut Verbraucherinformationsgesetz (VIG) zur Auskunft verpflichtet ist. Die Kontrollergebnisse bekommen Sie allerdings meist erst nach mehreren Wochen, dann können Sie sie aber bei "Mission Fleisch" hochladen und für alle Verbraucher zur Verfügung stellen.

Dänemark ist Vorbild

Die Verbraucherorganisation verspricht sich einiges von der neuen Transparenz-Plattform. Denn ihr Vorbild ist unter anderem Dänemark: Dort gibt es ein System mit Smiley-Symbolen, die – sowohl online als auch direkt an der Ladentür – die Sauberkeit der Betriebe anzeigen. Die Quote der Beanstandungen habe sich danach von 30 auf rund 15 Prozent halbiert.

"Erfahrungen aus Dänemark, Wales oder auch Norwegen zeigen: Transparenz über die Ergebnisse der Kontrollen führt zu weniger Beanstandungen und verbesserter Hygiene. Seit Jahren streiten Bund und Länder darüber, ob und wie mehr Transparenz geschaffen werden kann – ohne Ergebnis. Das spielt den Ekel-Betrieben in die Hände und schadet den sauber arbeitenden Qualitätsunternehmen", erklärt Rauna Bindewald von Foodwatch.

Verwendete Quellen:

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