t-online - Nachrichten für Deutschland
Such Icon
t-online - Nachrichten für Deutschland
Such IconE-Mail IconMenü Icon



Menü Icon
t-online - Nachrichten für Deutschland
Such Icon
HomeLebenEssen & Trinken

Fleischskandal bei Tönnies aufgedeckt? Offenbar Separatorenfleisch im Aufschnitt


Skandal aufgedeckt
Verdacht auf Separatorenfleisch bei Tönnies und Wiesenhof

Von t-online, sms

Aktualisiert am 23.06.2022Lesedauer: 2 Min.
Aufschnitt (Symbolbild): Wird billiges Separatorenfleisch unter unsere Wurst gemischt?Vergrößern des BildesAufschnitt (Symbolbild): Wird billiges Separatorenfleisch unter unsere Wurst gemischt? (Quelle: Westend61/imago-images-bilder)
Auf Facebook teilenAuf x.com teilenAuf Pinterest teilen
Auf WhatsApp teilen

Konzerne wie Tönnies stehen im Verdacht, billiges Separatorenfleisch in ihre Wurst zu mischen – und zwar ohne es entsprechend zu kennzeichnen.

Recherchen von "Spiegel" und NDR haben ergeben, dass große Fleischkonzerne in Deutschland möglicherweise ihre Kunden täuschen: Dem Bericht zufolge mischen die Produzenten Separatorenfleisch in ihre Produkte. Doch was steckt hinter den Recherchen und was bedeutet das für den Verbraucher?

Recherchen in Wurstküche, Labor und Supermarkt

Über mehrere Monate haben "Spiegel" und NDR dem Bericht zufolge recherchiert. Sie sind dabei in Wurstküchen, Laboren und Supermärkten gewesen.

Die Vermutung: In der Industrie wird günstigeres Separatorenfleisch unter Aufschnitt gemischt, um die Produktionskosten zu drücken – der Verbraucher hingegen zahlt den normalen Preis. Das ist sogar erlaubt, allerdings muss das dann klar gekennzeichnet werden.

Was ist Separatorenfleisch?

Separatorenfleisch wird erzeugt, indem Tierkörper oder grob zerkleinerte Knochen mit Fleischresten durch Siebe hindurchgepresst werden. In den Maschinen bleiben Knochensplitter und Knorpelteile größtenteils hängen, alle weichen Teile wie etwa Muskulatur, Fett und Bindegewebe werden abgepresst. Dabei entsteht eine breiartige Masse.

So soll möglichst viel vom Tier verwertet werden und auch gesundheitlich ist dieses Fleisch unbedenklich. Besonders appetitlich ist es allerdings nicht. Dafür ist es für die Industrie besonders günstig. Und: Es müsste eben gekennzeichnet werden – in den Zutaten und auch neben dem Produktnamen. Das geschieht allerdings fast nie.

Wie kann das Fleisch nachgewiesen werden?

Den Recherchen zufolge war es bisher schwierig, dieses Fleisch zweifelsfrei nachzuweisen. Eine Methode ist es, den Calciumgehalt zu messen oder kleinste Knochensplitter zu finden. Allerdings kann der Calciumgehalt über Verdünnung gesenkt werden und moderne Siebe entfernen auch kleinste Knochenreste.

Der ehemalige Metzgermeister Franz Voll hat nun eine Methode entwickelt, mit der er bei Geflügelwurst Separatorenfleisch nachweisen kann: Für die Hersteller sind vor allem die Fleischreste interessant, die nach dem Ablösen des Muskelfleischs noch an der Wirbelsäule des Huhns hängen. Wird ein Separator genutzt, müsste laut Voll auch Bandscheibe aus der Wirbelsäule im Separatorenfleisch zu finden sein.

Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Hochschule Bremerhaven hat er ein Eiweiß gefunden, anhand dessen Separatorenfleisch in Geflügelwurst nachgewiesen werden kann. "Spiegel" und NDR ließen 30 Aufschnittproben darauf testen. Das Ergebnis: In neun Proben konnte Separatorenfleisch nachgewiesen werden. Unter den Marken waren demnach Gutfried, Edeka Bio oder Rewe Beste Wahl.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Bestätigt sich der Verdacht, ist das Betrug am Verbraucher. Das sagt auch Matthias Wolfschmidt von Foodwatch dem "Spiegel": "Die Ware ist nicht verkehrsfähig, müsste aus den Regalen geräumt werden und entweder entsprechend korrekt gekennzeichnet werden oder dürfte überhaupt nicht mehr verkauft werden."

Wenn Sie sichergehen wollen, dass in Ihrem Aufschnitt kein Separatorenfleisch verwendet wurde, sollten Sie zu einem Metzger gehen, der noch selbst produziert. Zudem könnten Sie auf Lyoner oder Mortadella verzichten, in Braten, Kassler oder Hähnchenbrustfilet wird hingegen eher kein Separatorenfleisch verarbeitet.

Verwendete Quellen
  • "Spiegel"-Bericht: "Das Zeug ist ekelhaft und minderwertig", 23. Juni 2022.
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

t-online - Nachrichten für Deutschland


TelekomCo2 Neutrale Website