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Eigenmarken von Lidl, Edeka & Co.: Häufig stecken namhafte Marken dahinter


Diese Marken stecken hinter den Eigenmarken der Händler


Aktualisiert am 07.12.2023Lesedauer: 5 Min.
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Preisvergleich im Supermarkt: Ein Blick auf die Rückseite der Verpackung kann Geld sparen.Vergrößern des Bildes
Preisvergleich im Supermarkt: Ein Blick auf die Rückseite der Verpackung kann Geld sparen. (Quelle: JOKER/imago-images-bilder)

Ist teurer immer besser? Nein. Denn hinter vielen No-Name-Produkten und Eigenmarken der Supermarktketten und Discounter stecken Hersteller bekannter Marken.

Markenprodukte sind besser in der Qualität und somit auch im Geschmack und die No-Name-Varianten sind eher geschmacklos und ungesünder – so lautet die Meinung vieler. Aber stimmt das wirklich?

Welcher Hersteller steckt hinter dem Markenprodukt?

Edeka ("Gut & Günstig"), Real ("TiP"), Rewe ("ja!") und Kaufland ("K-Classic") verkaufen die bekanntesten Eigenmarken der großen Supermärkte. Diese No-Name-Produkte stehen häufig direkt neben den teuren Originalprodukten – sind allerdings um bis zu 30 Prozent günstiger. Doch häufig ist der Preis der größte Unterschied – denn Zutaten und Qualität sind oft ähnlich oder sogar gleich. Kein Wunder, denn viele große Hersteller produzieren sowohl für ihre eigenen, bekannten Marken als auch für das Eigensortiment der Supermärkte.

Bauer Milch stellt beispielsweise Molkereiprodukte für Kaufland, Netto und Rewe her. Campina produziert teilweise für Lidl und von Hansano kommen unter anderem Produkte für Netto, Penny und Kaufland – allerdings mit den Labels der Eigenmarken. Frosta produziert Tiefkühlware für nahezu alle Handelsketten, ebenso Hawesta. Hier gibt die Firma jedoch an, dass bei dem Markenprodukt die Befüllung der Verpackung per Hand erfolgt und die Fischfiletstücke daher auch weniger zerkleinert sind.

Bahlsen produziert ebenfalls No-Name-Produkte der Discounter und Supermärkte. Der Hersteller gibt aber nicht preis, inwiefern sich die Kekse der Eigenmarke von dem Markenprodukt unterscheiden. Im Gegensatz zu Lambertz: Der Keks- und Gebäckhersteller verheimlicht nicht, dass seine feine Gebäckauslese aus derselben Fabrik wie die No-Name-Produkte für Aldi und Norma stammen. Inwiefern sich das Gebäck der Eigenmarke von dem Markenprodukt unterscheidet, ist jedoch nicht bekannt.

Schokoküsse, Schaumküsse und Co. der Discounter und Supermärkte stammen oft von Gabower. Der Süßwarenhersteller verspricht, dass die Qualität bei dem Markenprodukt und bei der Discounterware gleich hoch ist.

Und was ist mit TK-Torten und -Feingebäck? Der bekannteste Hersteller ist Coppenrath und Wiese (Tochtergesellschaft der Dr. August Oetker AG). Viele der TK-No-Name-Torten und -Feingebäcke stammen zwar aus derselben Fabrik wie die Markenprodukte. Allerdings werden für die Waren der Eigenmarke andere Rezepturen verwendet.

Ein Hersteller, drei Kunden

Die DE-VAU-GE Gesundkostwerk Deutschland GmbH produziert Müsli und Co. sowohl für die eigene Marke als auch für die Supermärkte Kaufland ("K Classic") und Rewe ("ja!") sowie für die Discounter Aldi Nord, Aldi Süd und Penny.

Drogerieartikel

Bei den Non-Food-Artikeln wie Körperpflege- und Reinigungsprodukten steht ebenfalls meistens nur ein Riesenkonzern dahinter, der die Eigenmarken für die Discounter produziert. Bekannteste Firma ist die Dalli-Werke Group GmbH & Co. KG. Das Familienunternehmen steht nicht nur hinter Balea (dm), Bilk (Penny), Cien (Lidl) und Tandil (Adli). Es bietet seine Reinigungsmittel und Körperpflege- sowie Kosmetikprodukte auch unter eigenen Marken wie dalli, Dash und Bonux an.

Eigene Fabriken für die Eigenmarken

Die Schwarz-Gruppe (unter anderem Kaufland und Lidl) geht noch einen Schritt weiter. Sie gründete gleich eigene Unternehmen, die Produkte für ihre Eigenmarken herstellen – beispielsweise die Solent GmbH & Co. KG (Schokolade, Süßwaren, Nüsse, Trockenfrüchte).

Sind Handelsmarke und Original immer identisch?

Oft, aber nicht immer ist die Handelsmarke identisch mit dem Original. Einige Produkte stammen zwar aus demselben Haus, haben aber leicht abweichende Rezepturen, beziehungsweise werden mit günstigeren Zutaten hergestellt.

Bei Molkereiprodukten zeigen sich die größten Unterschiede: Beispielsweise wird ein Markenmilchreis mit Vollmilch zubereitet, wohingegen das Gegenstück – vom selben Hersteller – mit Magermilch und Sahne produziert wird. Teilweise wird auch nur Magermilchpulver statt Mager- oder Vollmilch verwendet. Auch der Anteil an Früchten im Fruchtjoghurt, an Fett in der Frischmilch oder an Fleischware in Feinkostsalaten ist beim Markenprodukt häufig höher als beim No-Name-Gegenstück. Durch all diese Maßnahmen können die No-Name-Produkte wesentlich günstiger als die Markenware produziert werden.

So können Sie die Hersteller enttarnen

Bei Milch- und Molkereiprodukten können Sie mit einem Trick schnell erkennen, welches große Unternehmen hinter der Eigenmarke der Supermärkte und Discounter steckt: die staatliche Veterinärkontrollnummer. Sie steht auf der Verpackung jedes Milch- und Molkereiproduktes. Um herauszufinden, von welchem Hersteller das Produkt ist, müssen Verbraucher diese Nummer lediglich in das Formular des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit eingeben. Doch nicht nur auf Milchprodukten ist die staatliche Veterinärkontrollnummer vorhanden. Es gibt auch weitere tierische Produkte, auf denen sie vermerkt ist, zum Beispiel bei Fleisch-, Wurst- oder Fischwaren.

Einen weiteren Hinweis liefert die Herstelleradresse. Beispielsweise steht bei der frischen Pasta aus dem Kühlregal sowohl bei dem Markenprodukt von Steinhaus als auch bei der Rewe-Eigenmarke dieselbe Herstelleradresse auf der Rückseite. Auch ein Blick auf das Impressum des Unternehmens lohnt sich. So ist zum Beispiel bei dem Snack-Hersteller Top Snack GmbH (unter anderem Produzent der Teddy-Hit-Kartoffelsnacks) vermerkt, dass diese durch die Intersnack Deutschland SE (unter anderem Produzent der Pom-Bären und Chio-Chips) vertreten wird.

Weiterhin hilft ein Blick auf die Internetseite des Mutterkonzerns weiter. Denn einige Unternehmen gehen auch offen damit um, dass sie unter zwei Namen produzieren, beispielsweise die Frosta AG. Auf der Internetseite des Tiefkühlkostherstellers findet sich sowohl die Frosta Tiefkühlkost GmbH als auch die Copack Tiefkühlkost Produktionsgesellschaft mbH. Das Subunternehmen des bekannten Herstellers beliefert unter anderem Aldi, Edeka und Rewe mit Tiefkühlprodukten – gekennzeichnet als Eigenmarke der Supermärkte. Hierfür verwendet der Hersteller laut eigenen Angaben jedoch andere Rezepturen – teilweise auch Zusatzstoffe.

Werden das Markenprodukt und die preiswerte Kopie im selben Werk hergestellt, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass sie auch denselben Inhalt haben. Einen weiteren Hinweis liefert daher auch die Zutatenliste.

Darum sind Markenprodukte teurer als Eigenmarken

Nicht immer lässt sich die Preisdifferenz anhand der unterschiedlichen Zusammensetzung der Zutaten erklären. Teilweise werden die Markenprodukte im Handel zu einem höheren Preis angeboten, um die Weiterentwicklung der Ware und das (eigene) Image des Unternehmens auch durch Werbung finanzieren zu können.

Konkurrenzkampf im Supermarktregal

Die Produktvielfalt der Eigenmarken wird immer größer. Studien zufolge liegt ihr Marktanteil mittlerweile schon bei einem Drittel. Denn nicht nur Produkte von "ja!", "Gut & Günstig" oder "TiP", sondern auch die hauseigenen Premium- und Bio-Marken zählen dazu. Viele Markenhersteller verärgert dieser Trend. Denn zum einen investieren sie viel Zeit und Geld in die Entwicklung neuer Produkte, zum anderen ist der Aufbau der eigenen Marke aufwendig. Darüber hinaus können die Supermärkte und Discounter großen Druck auf die Markenhersteller ausüben: Die No-Name-Produkte steigern den Absatz der Unternehmen – die Hersteller sind somit abhängig davon, dass Edeka, Rewe, Kaufland und Co. diese Ware auch abnehmen. Die Supermärkte und Discounter wiederum können für die Produktion ihrer Eigenmarken ein anderes Unternehmen anfragen.

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Überblick: Markenprodukt als No-Name-Doppelgänger

In der Tabelle sind unter anderem Hersteller von Markenprodukten aufgeführt, die öffentlich erklären, dass sie Produkte für die Eigenmarken großer Supermarktketten herstellen. Andere Produktkopien wurden wiederum mithilfe der Veterinärkontrollnummer, der Herstelleradresse oder der Informationen im Impressum gefunden.

Aldi

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Edeka

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Kaufland

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Lidl

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Netto

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Penny

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Rewe

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Real

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Anmerkung: Bei den aufgeführten Unternehmen kann es sich teilweise auch um Tochterunternehmen handeln. Die Rezepturen müssen daher nicht vollkommen identisch sein. Letzteres kann auch der Fall sein, wenn das Produkt im selben Werk hergestellt wird. Die Zusammensetzung kann sich in diesem Fall teilweise auch ändern – je nach Wunsch der Supermärkte/Discounter.

Verwendete Quellen
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