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Blähungen beim Baby: Was Sie dagegen tun können

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Schmerzhafte Krämpfe  

Was tun, wenn das Baby Blähungen hat?

19.03.2018, 13:36 Uhr | sc (CF), t-online.de, slk

Blähungen beim Baby: Was Sie dagegen tun können. Blähungen sind für ein Baby sehr schmerzhaft.  (Quelle: Getty Images/Steve Debenport)

Blähungen sind für ein Baby sehr schmerzhaft. (Quelle: Steve Debenport/Getty Images)

Nicht nur Erwachsene, sondern auch Babys leiden unter Blähungen. Für die Neugeborenen ist es ein besonders unangenehmer Zustand, weshalb sie viel schreien und weinen. Wir geben Tipps und nennen Hausmittel, die Eltern bei ihrem Baby einfach ausprobieren sollten.

Ungefähr ein Drittel aller Neugeborenen schreien und weinen exzessiv viel nach der Geburt – diese Babys bezeichnet man umgangssprachlich auch als "Schreibabys". Das Phänomen des exzessiven Schreiens wird auch als "Dreimonatskoliken" bezeichnet, denn in der Regel dauert der Zustand nicht länger als drei Monate an. Die starke Unruhe des Babys wird häufig auf Blähungen und Bauchkrämpfe zurückgeführt, die nicht nur das Kind belasten, sondern auch die frischgebackenen Eltern überfordern. 

Blähungen beim Baby: Was sind die Ursachen?

Warum manche Babys unter starken Blähungen und Bauchweh leiden, ist bisher noch nicht genau geklärt. Doch als eine Ursache wird der winzige Magen-Darm-Trakt des Säuglings gesehen: In den ersten Lebensmonaten ist er noch sehr empfindlich und reagiert auf jeden neuen Reiz übersensibel, außerdem ist der Stoffwechsel des Säuglings noch nicht ausgereift. Gelangt dann zu viel Luft in den kleinen Magen, führt das beim Baby zu Bauchschmerzen, das dem Kind sehr zu schaffen machen kann. 

Blähungen beim Baby erkennen: Symptome

Da Babys noch nicht äußern können, was sie bedrückt, sind Eltern oft ratlos und tun sich schwer daran zu ermitteln, woran es leidet. Folgende Anzeichen weisen auf Blähungen bei Ihrem Baby hin:

  • Das Baby schreit und weint anfallartig und stundenlang, insbesondere direkt nach dem Stillen.
  • Beim Füttern krümmt sich das Baby und zieht die Beinchen an.
  • Der Bauch des Babys fühlt sich aufgebläht an.

Behandlung: Diese Tipps helfen gegen die Blähungen

Blähungen beim Baby: Diese Tipps helfen. (Quelle: Getty Images/Ruslan Dashinsky)Blähungen beim Baby: Diese Tipps helfen. (Quelle: Ruslan Dashinsky/Getty Images)

Um die Blähungen und damit verbundenen Schmerzen beim Kind zu lindern, gibt es ein paar hilfreiche Methoden, die Sie ausprobieren können:

  • Sanfte Bauchmassagen: Massieren Sie das kleine Bäuchlein, indem Sie mit zwei Fingern im Uhrzeigersinn kleine Kreise ziehen. Eine Windsalbe mit Kümmelöl kann die Wirksamkeit steigern.
  • "Fliegergriff": Eine weitere Möglichkeit, um die Luft im Magen aufzulösen. Dazu legen Sie das Kind in Bauchlage auf Ihren Unterarm und schaukeln es langsam hin und her. Stützen Sie dabei den kleinen Kopf mit der Hand.
  • Gymnastik: Schieben Sie die leicht angewinkelten Beinchen Ihres Babys 10- bis 15-mal sanft in Richtung Oberkörper. 
  • Kirschkernkissen: Auch Wärme hilft bei Bauchweh beim Kleinen. Ein warmes Kirschkernkissen auf das kleine Bäuchlein hat eine beruhigende Wirkung und hilft der Verdauung

Hausmittel und Medikamente gegen Blähungen bei Babys

Zusätzlich können Sie zu Hausmitteln und Medikamenten greifen, die das Wohlbefinden des Babys steigern können. Als Hausmittel eignen sich gut Tees aus Anis, Fenchel oder Kümmel, die dem Baby in kleinen Mengen zwischen den Mahlzeiten gegeben werden können. Dabei sollten Sie auf die richtige Temperatur achten, denn zu heiß sollte es für die Kleinen nicht sein.

Apropos Kümmel: Die entkrampfende Wirkung des Heilkrautes kann dem Säugling auch in Zäpfchenform zugeführt werden, die auch gegen Verstopfungen helfen. Sind die Blähungen besonders schlimm, helfen Entschäumer mit dem Arzneimittel 'Simplex', um die Luft im kleinen aufgeblähten Bauch aufzulösen, damit die Gase besser entweichen können. Vor dem Einsatz sollten Sie jedoch den Kinderarzt fragen, wie Sie das Mittel richtig portionieren. Den Entschäumer und die Kümmelzäpfchen bekommen Sie in der Apotheke. 

Spezialnahrung in Ausnahmefällen

Zur Spezialnahrung wird geraten, wenn beim Baby keine der oben genannten Maßnahmen gegen die Blähungen helfen und der Arzt Nahrungsunverträglichkeiten, wie zum Beispiel gegen Laktose, feststellt. Die Spezialnahrung sollte dem Baby allerdings erst nach Rücksprache mit dem Arzt zugeführt werden, da sie anders zusammengesetzt ist als normale Säuglingsmilch. 

Blähungen vorbeugen: Ein Bäuerchen wirkt Wunder

Wenn das Baby gerade noch am trinken ist, sollten Sie es auf keinen Fall dabei stören. Der Schuss geht meistens nach hinten los, denn das Kleine wird vor Empörung kräftig brüllen und somit reichlich viel Luft schlucken – was zu Blähungen führt.

Um die Winde bei Ihrem Baby zu verhindern, ist es besser abzuwarten, bis die Mutter beim Stillen die Brust wechselt oder das Baby freiwillig den Sauger der Flasche freigibt. Dann ist der Zeitpunkt da, um ein erstes Bäuerchen zu provozieren. Reiben Sie dafür Ihrem Kind sanft den Rücken oder klopfen leicht drauf, bis es aufstößt. Außerdem sollte das Baby niemals in Hektik gestillt oder gefüttert werden, denn auch das führt zu einer vermehrten Aufnahme von Luft. 

Blähungen bei Stillkindern

Babys, die gestillt werden, haben in der Regel weniger Probleme mit Blähungen als Flaschen-Babys. Das liegt daran, dass sie den Milchfluss an der Brust besser kontrollieren können, langsamer saugen und dabei weniger Luft schlucken. Sie nehmen kleinere Portionen zu sich und werden in der Regel in aufrechter Position gestillt. Das sorgt in der Summe dafür, dass sie weniger zu Blähungen neigen.

Auf der anderen Seite ist es nicht zu leugnen, dass die Ernährung der stillenden Mutter einen enormen Einfluss auf die Muttermilch und somit auch auf die Verdauung ihres Babys hat. Nahrungsmittel wie Kohl, Hülsenfrüchte oder Zwiebeln sollten ganz vom Speisezettel gestrichen werden, da diese Blähungen auslösen. Daher ist es wichtig, dass stillende Mütter auf eine Ernährung ohne blähende Lebensmittel achten. 

Blähungen bei Flaschenkindern

Ein Flaschenbaby hingegen schluckt bei der Nahrungsaufnahme mehr Luft, was der Konstruktion der Flasche geschuldet ist. Dementsprechend kann dieser Umstand zu gehäuften Blähungen führen. Dagegen können Sie mit Anti-Kolik-Fläschchen entgegenwirken: Mithilfe eines Ventils, das für einen Druckausgleich sorgt, verhindern diese Fläschchen, dass das Baby zu viel Luft beim Trinken schluckt und beugen somit auch Blähungen vor. 

Wann zum Arzt?

Normalerweise verschwinden die Koliken nach drei Monaten von ganz alleine und bereiten dem Baby keine weiteren Probleme. Sollten die Blähungen beim Baby jedoch länger andauern und Hausmittel nicht helfen, kann ein Besuch beim Arzt notwendig werden. Insbesondere bei folgenden Anzeichen sollten Sie einen Kinderarzt kontaktieren:

  • Trinkverweigerung, Ausspucken der Mahlzeit
  • Durchfall oder ungewöhnlich fester Stuhlgang
  • Minimale Gewichtszunahme oder gar Gewichtsverlust
  • Fieber

Wenn Sie diese Symptome bei Ihrem Kind entdecken, ist schnelles Handeln gefragt, um eine ernsthafte Krankheit ausschließen zu können. 

Verwendete Quellen:
  • kinderarzt.at
  • focus.de

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