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Kind zieht sich ständig aus - so werden Sie Herr der Lage

Tipps für Eltern  

Kind zieht sich ständig aus - so werden Sie Herr der Lage

15.05.2015, 15:58 Uhr | rg (hp)

Kind zieht sich ständig aus - so werden Sie Herr der Lage. Selbst Kinder, die noch wenig sprechen können, sind oft in der Lage mitzuteilen, wenn ein Kleidungsstück unangenehm ist (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Selbst Kinder, die noch wenig sprechen können, sind oft in der Lage mitzuteilen, wenn ein Kleidungsstück unangenehm ist (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Es ist ärgerlich, wenn sich Ihr Kind ständig auszieht. Aber Sie sind mit dem Problem nicht alleine, denn dieses Problem kennen viele Eltern. Unsere Tipps können Ihnen helfen, das Verhalten Ihres Kindes positiv zu beeinflussen.

Gründe, wieso ein  Kind sich auszieht

Wenn sich Ihr Kind ständig auszieht, ist es ein Zeichen dafür, dass es sich entwickelt. Es ist auch völlig normal, wenn es Ihre Regeln und Gebote missachtet. Es lernt und freut sich darüber, was es kann und nur zu oft auch über Ihre Reaktionen bezüglich seines Verhaltens. Denken Sie daran, wenn sich Ihr Kind mal wieder völlig ausgezogen hat. Versetzen Sie sich in seine Lage. Überlegen Sie, ob eine der folgenden Möglichkeiten zutreffen kann.

Kleidung kann am Körper unangenehm sein. Vielleicht kratzen die Kleidungsstücke, die sie dem Kind anziehen. Achten Sie auf Rötungen der Haut. Sie würden auch keinen Pullover anlassen, der auf der Haut juckt - oder? Beobachten Sie, ob es alle Kleidung auszieht oder nur bestimmte Sachen. Fragen Sie, ob es ein Kleidungsstück mag oder nicht. Selbst Kinder, die noch wenig sprechen können, sind oft in der Lage mitzuteilen, wenn ein Kleidungsstück unangenehm ist. Nehmen Sie das Wort "Aua" in diesem Zusammenhang ernst.

Vielleicht ziehen Sie Ihr Kind einfach viel zu warm an. Es schwitzt unter der Kleidung und zieht sie daher aus. Menschen haben ein völlig unterschiedliches Kälteempfinden. Sie frieren im dicken Fleecepulli und Ihrem Kind reicht vielleicht ein T-Shirt. Prüfen Sie nach, ob es verschwitzt ist, wenn es sich auszieht. Achten Sie beim nackten Kind nicht auf kalte Füße oder Hände, sondern auf die Temperatur des Oberkörpers und unter den Achseln. Wenn Ihr Kind dort warm ist, friert es nicht. Es zieht sich aus, weil es keinen Sinn in der Kleidung sieht.

Ein häufiger Grund, wieso Kinder sich immer wieder ausziehen, ist ein Spiel, das sie mit ihren Eltern treiben. Ihre Reaktion auf das Ausziehen ist der Grund, wieso das Kind es macht. Es ist egal, ob Sie das Kind ausschimpfen oder bestrafen. Das Kind erkennt, dass es Macht über Sie hat. Es zieht sich aus und Sie reagieren. In den Augen des Kindes ist es ein wundervolles und lustiges Spiel. Egal wie beschäftigt Sie sind, Sie wenden Ihre Aufmerksamkeit dem Kind zu. Nachts macht das Spiel besonders viel Spaß. Es entledigt sich des Schlafsacks, der Windel und kotet beziehungsweise nässt sogar ins Bett. Es muss nur ein wenig schreien und Sie sind zu Stelle. Sie spulen das volle Programm ab, machen das Kind erneut frisch und beziehen das Bett neu. Betrachten Sie diese Situation aus der Sicht des Kindes. So viel Aufmerksamkeit bekommt es normalerweise in der Nacht nicht.

Befassen Sie sich mit dem Sinn von Kleidung. Sie wärmt, aber Ihr Kind hat vermutlich nie gefroren. Ist das der Fall, kennt Ihr Kind Kleidung nur als etwas, das die Bewegung einschränkt. Kleidung hat auch eine soziale Funktion. Die meisten Kinder akzeptieren dies und ziehen sich nur zu Hause aus. Es verhält sich kaum anders als Sie selber. Sie entledigen sich auch unbequemer Kleidungsstücke. Ihr Kind legt ebenfalls alles ab, was ihm unbequem ist. Es kennt dabei lediglich keine Grenze.

Tipps, wie Sie das ständige Ausziehen verhindern können

Machen Sie sich klar, dass es nichts Unnatürliches ist, wenn sich ein Kind ständig auszieht. Die meisten Eltern kennen das Problem. Zu bestimmen, was man wo anzieht, ist Teil der Persönlichkeitsentwicklung. Etwa mit zwei Jahren beginnen die Kinder, eigene Wünsche zu äußern. In diesem Alter sind sie auch in der Lage, nahezu jedes Kleidungsstück abzulegen, das Ihnen nicht behagt. Sie können das Verhalten des Kindes nur mit Geduld und Konsequenz ändern. Machen Sie sich darauf gefasst, dass Ihr Kind alle Register ziehen wird, um seinen Willen  durchzusetzen. Mit Argumenten und gutem Zureden werden Sie erst bei Kindern ab vier Jahren etwas erreichen. Die Phase vergeht schneller, wenn Sie das Verhalten ignorieren oder konsequent ablehnen. Sie verlängern die Phase, wenn Sie inkonsequent sind, weil Ihr Kind jede Inkonsequenz als Erfolg betrachtet. 

Ändern Sie Ihr eigenes Verhalten. Machen Sie deutlich, dass Sie zwar unbequeme Kleidung ausziehen, sich aber sofort etwas Bequemes anziehen. Betonen Sie, wie angenehm es ist, etwas anzuziehen. Zeigen Sie, wie wohl sie sich dabei fühlen. Suchen Sie mit dem Kind “Wohlfühlkleidung“ für zu Hause aus. Achten Sie darauf, dass die Kleidung weder zu warm ist, noch in irgendeiner Form unbequem. Das Kind hat ein legitimes Recht zu warme oder kratzende Kleidung abzulegen. Geben Sie ihm die Möglichkeit, sich selbst Kleidung auszusuchen, die es anziehen möchte.

Überlegen Sie sich, ob die Nacktheit des Kindes tatsächlich stört. Sie können dem Kind zum Beispiel erlauben, in seinem Zimmer ohne Kleidung rumzulaufen, verbieten es aber konsequent im Garten oder auf dem Balkon. Angenommen, das Kind darf nicht nackt am Tisch sitzen: Fordern Sie es auf sich etwas anzuziehen, ansonsten darf es nicht an den Tisch und bekommt kein Essen. Das klingt grausam, aber Ihr Kind hat es in der Hand, sich anzuziehen und etwas zu Essen zu bekommen oder darauf zu verzichten. Sie können sicher sein, dass es nachgibt, wenn es wirklich hungrig ist. Es ist natürlich schwer, konsequent zu bleiben. Entscheiden Sie für sich, ob Sie die Maßnahme durchziehen oder damit leben wollen, dass Ihr Kind sich in den nächsten Monaten ständig auszieht. Ihr Kind wird eines Tages ohnehin damit aufhören und seine Kleidung anlassen. Sie können also auch einfach die Nacktheit ignorieren.

Lassen Sie sich auf keine Diskussionen und Machtkämpfe mit dem Kind ein. Wenn Ihr Kind sich im Bett auszieht und nach Ihnen ruft, sagen Sie ruhig aber bestimmt, dass Sie es nicht anziehen werden. Bescheren Sie dem Kind kein positives Feedback. Eine lange Erklärung der Eltern, wieso es sich nicht ausziehen darf, ist aus der Sicht des Kindes so gut wie eine "Gute-Nacht-Geschichte". Falls Ihnen das zu brutal erscheint, ziehen Sie es wortlos an. Geben Sie ihm keine Aufmerksamkeit. Gehen Sie mit der Situation um, als ob es völlig normal sei, ein Kind alle paar Stunden wieder anzuziehen. Bleiben Sie bei einer dieser Methoden. Sie setzen womöglich ein falsches Signal, wenn Sie sich zunächst weigern und das Kind dann doch anziehen.

Das Entledigen der Windel verhindern

Kinder sind erfinderisch und geschickt. Tricks wie Kleidung mit den Knöpfen nach innen anzuziehen oder ein Schlafsack mit einem raffinierten Verschluss, nützen nichts. Geben Sie Ihrem Kind eine Flasche mit einem Verschluss, der eine Kindersicherung hat. Es wird ihn nach kurzer Zeit öffnen können. Sie haben keine Chance mit Sicherheit zu verhindern, dass es sich auszieht.

Wenn das Kleinkind noch nicht auf das Töpfchen geht, macht es Sinn, die Windel mit Klebeband zu sichern. Einem widerstandsfähigen Klebeband, das Sie mit einer Schere öffnen müssen, sind viele Kinder nicht gewachsen. Aber wie gesagt, manche nehmen auch diese Hürde.

Ein Baby, das sich ständig die Windel auszieht, neigt dazu, an die unterschiedlichsten Stellen zu urinieren oder zu koten. Eventuell schaffen Sie es, das Kind an ein Töpfchen zu gewöhnen, indem Sie es belohnen, wenn es dort hineinmacht. Meist hilft aber nur, darauf zu achten, dass kein Schaden entsteht. Entfernen Sie Teppiche, achten Sie darauf, dass es nicht auf die Polstermöbel machen kann und legen Sie eine wasserdichte Unterlage ins Bett.

Die Zeit, bis Ihr Kind sich an einen normalen Umgang mit Kleidung gewöhnt, kostet Sie einiges an Nerven. Ein Patentrezept, wie Sie Kinder am Ausziehen hindern können, gibt es nicht. Entscheiden Sie sich, ob Sie es konsequent ignorieren oder dagegen angehen wollen. Bleiben Sie auf dem einmal eingeschlagenen Weg. Probieren Sie nicht täglich einen anderen guten Rat aus.

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