Sie sind hier: Home > Leben > Familie > Freizeit > Haustiere >

Zwerghamster: Arten, Haltung, Ernährung und Lebenserwartung

Beliebtes Heimtier  

Zwerghamster: Arten, Haltung, Ernährung und Lebenserwartung

26.08.2016, 10:33 Uhr | sp

Zwerghamster: Arten, Haltung, Ernährung und Lebenserwartung. Dsungarische Zwerghamster sind vergleichsweise zahm und deshalb besonders beliebt in der Heimtierhaltung (Quelle: imago images/blickwinkel)

Dsungarische Zwerghamster sind vergleichsweise zahm und deshalb besonders beliebt in der Heimtierhaltung (Quelle: blickwinkel/imago images)

Unter den Heimtieren sehr beliebt ist der Zwerghamster. Am häufigsten werden vier Zwerghamsterarten gehalten, die sich in der Haltung unterscheiden. Hier finden Sie Informationen zu den unterschiedlichen Arten, deren Haltung und Kosten.

Ist ein Hamster das richtige Haustier für Sie?

Zwerghamster werden häufig als "Einsteiger-Haustier", besonders für kleinere Kinder, angeschafft – das ist allerdings nicht ratsam. Ganz im Gegenteil: Zwerghamster eignen sich nicht als Spielgefährten für kleine Kinder. Sie sind unruhig und aufgrund ihres zarten Knochenbaus gefährdet, selbst durch Kinderhände verletzt zu werden. Zudem gelten die Nager als eher scheue Tiere, die sich vor allem zum Beobachten eignen. Nur, wenn Sie sich täglich mit ihnen beschäftigen, werden die Tiere zahm. Sie sollten also viel Zeit und Geduld mitbringen.

Stellen Sie sich am besten folgende Fragen bevor Sie sich für einen Hamster entscheiden:

  • Könnte es Probleme mit Allergien geben?
  • Sind alle Familienmitglieder mit der Anschaffung eines Hamsters einverstanden?
  • Können Sie sich einen Hamster finanziell leisten (Kosten für Anschaffung, Futter, Tierarzt)?
  • Haben Sie genügend Zeit, sich für mindestens die nächsten 2-3 Jahre um Ihr Haustier zu kümmern?
  • Wer versorgt das Tier wenn Sie nicht zu Hause sind (Urlaub, Krankheit)?
  • Sind Ihre Kinder alt genug um den Schlaf-Wach-Rhythmus von Hamstern zu akzeptieren?
  • Gibt es ein anderes Haustier, das sich besser eignet (z.B. wegen kleiner Kinder im Haus)?

Zwerghamster leben gerne allein und sind nachtaktiv

Wie alle Hamster sind Zwerghamster tendenziell Einzelgänger und haben keine Probleme mit ihrem Single-Dasein. Insbesondere eine Vergesellschaftung mit gleichgeschlechtlichen Partnern ist nicht zu empfehlen, da es in diesem Fall häufig zu blutigen Rangkämpfen kommt. Zwerghamster sind dämmerungs- und nachtaktiv und brauchen tagsüber ausreichend Ruhe. Sie können sich jedoch, im Gegensatz zu ihrem größeren Verwandten, dem Goldhamster, ihrem Besitzer anpassen und sich an einen anderen Tagesrhythmus gewöhnen.

Zwerghamsterarten und ihre Eigenschaften: Gewicht, Größe, Farben, Verhalten

Es gibt bis zu 20 verschiedene Zwerghamsterarten. Als Heimtiere werden vier Arten jedoch am häufigsten gehalten: Der Roborowski Zwerghamster, der Dsungarische Zwerghamster, der Campbell Zwerghamster und der Chinesische Streifenhamster. Letzterer verfügt über einen längeren Schwanz als die anderen Arten und gehört daher zur Gattung der Langschwanz-Zwerghamster (Cricetulus). Die anderen drei zählen zur Gattung der Kurzschwanz-Zwerghamster (Phodopus). Ihr kurzer Schwanz ragt nicht aus dem Fell heraus. Zwerghamster werden maximal drei Jahre alt.

Roborowski Zwerghamster

Mit einer Größe von nur sieben Zentimetern Länge sind die Roborowski-Zwerghamster die kleinsten ihrer Art. Sie werden gerade mal 25 Gramm schwer. Optisch lässt er sich gut von seinen Artgenossen unterscheiden. So besitzt er als Einziger keinen Aalstrich auf dem Rücken. Anders als die beiden anderen Phodopus-Arten, hat er auch keine Dreibogenlinie zwischen Rücken und Bauch, erklärt Peter Fritsche im Hamster-Buch aus der GU-Reihe. Sein Fell ist sandfarben oder gelbgrau gefärbt, während Bauch, Pfoten und der kurze Schwanz weiß sind. Über den Augen hat er helle Flecken.

Roborowski-Zwerghamster sind etwas geselliger als ihre Schwesterarten. So hilft das Männchen dem Weibchen bei der Aufzucht der Jungen. Diese Zwerghamster sind sehr aktiv und lassen sich nur schwer in die Hand nehmen. Aus diesem Grund eignen sie sich eher weniger für Kinder.

Dsungarischer Zwerghamster

Der Dsungarische Zwerghamster wird bis zu zehn Zentimeter lang und etwa 45 Gramm schwer. Seine natürliche Fellfarbe ist grau. Bauch, Pfoten und Schwanz sind weiß bis grauweiß. Am Rücken verfügen die Nager über einen charakteristischen Aalstrich. Rücken und Bauch werden durch eine deutliche Linie voneinander getrennt. Im Winter färbt sich das Fell der Dsungarischen Zwerghamster weiß.

Dsungarische Zwerghamster sind vergleichsweise zahm und deshalb besonders beliebt in der Heimtierhaltung. Manchmal kommen sie von sich aus auf die Hand und lassen sich hochnehmen. Sie sollten jedoch allein gehalten werden. Denn ein Dsungaren-Paar lässt sich nicht immer einfach zusammensetzen.

Campbell Zwerghamster

Diese Zwerghamsterart wird im Zoofachhandel am häufigsten angeboten. Campbells Zwerghamster werden bis zu zehn Zentimeter lang und 50 Gramm schwer. Der Rücken der Wildform ist gelbbraun mit einem schwarzen Aalstrich. Eine in Bögen verlaufende Linie trennt den weißen Bauch vom Rücken. Um das Maul besitzen sie charakteristische helle Flecken, die an ein "Milchbärtchen" erinnern. Von hellen bis dunklen Farbschattierungen existieren viele verschiedene Zuchtfarben, informiert der GU-Hamster-Ratgeber.

Campbells-Zwerghamster betreiben eine gemeinschaftliche Brutpflege. Sie leben friedlich über einen längeren Zeitraum mit ihren Artgenossen zusammen. Im Gegensatz zum Dsungaren sind sie etwas scheuer, gewöhnen sich jedoch an ihren Besitzer, wenn sie einzeln gehalten werden.

Chinesischer Streifenhamster

Der Chinesische Streifenhamster ist mit bis zu zwölf Zentimetern Länge der größte der vier Arten. Er wird bis zu 45 Gramm schwer. In Färbung und Aussehen ähnelt er Campbells- und Dsungarischen Zwerghamstern. Durch seinen langen Schwanz lässt sich der Chinesische Streifenhamster deutlich von den anderen drei Arten unterscheiden. Zudem wirkt er wesentlich schlanker als die Kurzschwanzhamster.

Diese Zwerghamster sind klare Einzelgänger. Die Männchen beteiligen sich nicht an der Brutpflege und werden von den Weibchen verjagt. Einzeln gehalten gewöhnen sie sich leicht an ihren Besitzer. Nimmt man sie in die Hand, klammern sie sich an einem Finger fest anstatt herunterzuspringen.

Auswahl und Ausstattung des Käfigs

Ein Hamster braucht natürlich ein artgerechtes Zuhause. Ein geeignetere Zwerghamster-Käfig sollte mindestens 60 bis 80 Zentimeter breit und 40 Zentimeter tief sein. Wenn Ihr Platz beschränkt ist, können Sie eine kleinere Käfiggrundfläche durch mehrere Etagen ausgleichen. Die Grundfläche eines Hamsterkäfigs sollte allerdings nie unter 0,5 Quadratmetern liegen. Empfohlen wird eine Grundfläche ab einer Größe von einem Quadratmeter. In den Hamsterkäfig gehören üblicherweise ein Schlafhäuschen als Rückzugsort, ein Futternapf, am besten aus Porzellan oder Steingut, eine Hamstertoilette und eine Trinkflasche. Verteilen Sie eine drei bis 5 Zentimeter dicke Schicht aus Kleintierstreu sowie zusätzlich Heu zum Verstecken. Was außerdem nicht fehlen darf, ist ein Sandbad. Das Wälzen im Sand ist ein angeborenes Verhalten der Hamster, mit dem sie sich von Parasiten befreien.

Damit Sie den Käfig gut reinigen können, sollte die Bodenwanne herausnehmbar und aus Plastik sein. Achten Sie darauf, dass die Gitterstäbe des Käfigs an der Seite waagrecht angeordnet sind – zwischen senkrechten Gitterstäben kann sich Ihr Hamster leicht einklemmen. Natürlich können Sie auch auf ein anderes Material zurückgreifen. Holzkäfige eignen sich sehr gut und sind besser belüftet als Aquarien, in denen es schnell zu stickig werden kann.

Einen Holzkäfig selber bauen

Einen Hamsterkäfig können Sie natürlich auch selber bauen. Sie sollten bei der Wahl des Materials verschiedene Dinge beachten. Unbehandeltes Holz eignet sich zwar sehr gut, da es ungiftig für die Nagetiere ist, allerdings kann der Urin dort schneller einziehen, wenn der Hamster anstatt auf Streu oder Sand lieber direkt auf das Holz uriniert. Wenn der Boden des Käfigs allerdings ausreichend dick (ca. 20 bis 40cm) eingestreut ist und Sie eine bestimmte Ecke mit Hamstertoilette vorsehen, sollte dies aber normalerweise nicht passieren.

Bestimmte Holzarten sollten sie auf keinen Fall für den Bau Ihres Hamsterkäfigs verwenden. Holz von Nadelbäumen wie Tanne, Fichte oder Kiefer eignet sich aufgrund enthaltener Harze und Öle genauso wenig wie das der Eiche, da es Gerbsäure enthält. Sehr gut ist hingegen das Holz von Pappeln, Buchen oder Birken. Beachten Sie beim Käfigbau auch, dass Häuser und andere Gegenstände, auf die Hamster klettern können, nicht höher als 15 bis 20 Zentimeter sind. Hamster stellen sich wenig geschickt beim Klettern an und können Höhen schlecht einschätzen. Am besten eignet sich ein Hamsterkäfig, der aus mehreren Räumen besteht beziehungsweise ein Haus mit Kammern enthält, da dies dem natürlichen Lebensraum sehr ähnlich ist.

Das richtige Futter

Das richtige Futter für den Zwerghamster setzt sich aus drei Komponenten zusammen: den größten Anteil sollte pflanzliches Trockenfutter mit etwa 50 Prozent ausmachen, Frischfutter rund 40 Prozent und tierisches Eiweiß 10 Prozent. Trockenfutter gibt es als Futtermischung im Zoohandel zu kaufen. Achten Sie darauf, dass der Zuckergehalt niedrig ist und der Rohfettanteil fünf Prozent nicht übersteigt. Die Mischung enthält idealerweise 15 bis 20 Prozent Eiweiß.

Als Frischfutter eignen sich Karotten, Äpfel und Gurken, aber auch Birnenstücke, Salat, Kürbis oder Erdbeeren sowie frische Kräuter wie Minze, Brennnessel oder Kamille. Als Eiweißnahrung bieten sich etwa Magerquark, Frischkäse, Hundefutter aus der Dose sowie lebende Mehlwürmer, Grillen oder Heuschrecken an. Diese sind im Zoofachhandel erhältlich.

Anfallende Kosten bedenken

Der Zwerghamster selbst kostet nur etwa fünf bis zehn Euro, die Anschaffungskosten für Käfig und Käfigzubehör belaufen sich insgesamt jedoch schnell auf über 100 Euro. Hinzu kommen monatliche Kosten von ca. zehn Euro für Futter und Einstreu. Darüber hinaus sollten Sie vorsorglich zumindest ein wenig Geld für einen Tierarztbesuch ansparen, falls ihr Zwerghamster einmal krank wird.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Leben > Familie > Freizeit > Haustiere

shopping-portal