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Fledermäuse vertreiben: Ist das notwendig?

Bußgeld droht  

Fledermäuse vertreiben: Ist das notwendig?

18.06.2015, 08:57 Uhr | tl (CF), helack

Fledermäuse vertreiben: Ist das notwendig?. Ein braunes Langohr hängt unter einem Ziegelgewölbe. Fledermäuse halten sich bevorzugt auf Dachböden oder in Kellern auf. (Quelle: imago images/blickwinkel)

Ein braunes Langohr hängt unter einem Ziegelgewölbe. Fledermäuse halten sich bevorzugt auf Dachböden oder in Kellern auf. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Wenn Fledermäuse in Ihrem Keller oder auf Ihrem Dachboden hausen und Sie sich dadurch gestört fühlen, sollen Sie bedenken: Alle in Deutschland vorkommenden Arten stehen unter Naturschutz, auch die Hausfledermaus. Es ist daher wichtig, sich mit den Mitbewohnern zu arrangieren. Hier finden Sie ein paar Tipps.

Hausfledermaus und Co. sind auf Dachböden zuhause

Nicht nur in Naturhöhlen nisten sich Fledermäuse ein, sondern auch auf Dachböden und Ähnlichem. Fledermäuse, die zur Gruppe der Hausfledermaus gehören, nutzen menschliche Behausungen im Sommer gerne als Wohnort sowie zur Aufzucht ihrer Nachkommen.

Dem Naturschutzbund (NABU) zufolge siedeln sich besonders häufig sogenannte Wochenstuben in menschlicher Nähe an. Diese sind ein Zusammenschluss mehrerer Fledermausweibchen, die gemeinsam ihren Nachwuchs aufziehen. Die Anzahl der Tiere variiert dabei stark: Während sich in kleinen Quartieren unter dem Hausdach nur eine Handvoll Tiere aufhalten, leben in den weitläufigen Dachböden von Kirchen oder Schlössern nicht selten Tausende von Fledermäusen.

Daran erkennen Sie, dass bei Ihnen Fledermäuse hausen

Hausbesitzer bemerken oftmals längere Zeit nicht, dass sich Fledermäuse auf dem Dachboden eingenistet haben. Da die Säugetiere nachtaktiv sind, stören sie tagsüber nicht. Arten wie die Zwergfledermaus geben zwar Laute von sich, die aber in den darunterliegenden Geschossen nur schwer zu hören sind.

Anders verhält es sich mit den Hinterlassenschaften der Tiere: Wenn Sie auf Ihrem Dachboden getrockneten Kot finden, der zudem leicht glänzende Überreste von Insekten enthält, deutet dies auf nachtaktive Mitbewohner hin. Doch keinesfalls sollten Sie dann versuchen, die Fledermäuse zu vertreiben.

Fledermäuse niemals selbst vertreiben!

Alle 24 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten stehen auf der so genannten Roten Liste und stehen damit unter Naturschutz. Konkret bedeutet das, dass Sie unter Naturschutz stehende Tiere weder töten, verletzen noch vertreiben dürfen. Wenn Sie kein Bußgeld oder andere Strafen riskieren möchten, sollten Sie die Fledermäuse in Ruhe lassen und sich mit den Tieren arrangieren.

Fledermäuse übertragen zwar indirekt keine Krankheiten auf den Menschen. Sollten Sie jedoch ein verletztes oder geschwächtes Tier finden, fassen Sie es nicht mit bloßen Händen an, da es Tollwut haben könnte und bei einem Biss Infektionsgefahr besteht. Auch wenn sich durch ein offenes Fenster eine Fledermaus in Ihr Haus verirren sollte, nähern Sie sich ihm nicht ohne Schutzkleidung. Lassen Sie das Fenster bis in die Nacht geöffnet, dann fliegt die Fledermaus im Normalfall von alleine hinaus.

Tipp vom NABU: Sollten Sie eine oder mehrere Fledermäuse in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung entdecken, verscheuchen Sie sie nicht selbst. Nehmen Sie stattdessen Kontakt zu der örtlichen NABU-Stelle auf und lassen Sie einen Fledermaus-Experten kommen.

Nützlich: Fledermäuse fressen Insekten

Fledermauskot ist reich an wachstumsförderndem Stickstoff, daher können Sie diesen als Dünger in Ihrem Garten verwenden. Bis auf den trockenen Kot, den Sie leicht aufkehren können, verursacht die Hausfledermaus keine weiteren Schäden. Sie beißt keine Kabel durch und nagt weder am Holz noch an der Hausdämmung. Außerdem bauen Fledermäuse keine Nester und bringen daher kein Material in ihr Quartier.

Fledermäuse fressen in den Sommermonaten große Mengen an Insekten, daher müssen Sie sich weniger mit lästigen Mücken herumärgern. Zudem ziehen die Tiere nur saisonal bei Ihnen ein, gegen Ende August lösen sich die Wochenstuben auf und die Fledermäuse bereiten sich auf ihren Winterschlaf vor.

Hilfe von Profis und alternative Behausung

Spätestens wenn die Fledermäuse in Ihrem Haus tatsächlich zur Plage werden, sollten Sie sich an Naturschutzverbände wenden, die Ihnen professionelle Hilfe zukommen lassen können. Der "Landesfachausschuss für Fledermausschutz des NABU" weist jedoch darauf hin, dass Fledermäuse nicht eingefangen und umquartiert werden können.

Wenn die Fledermäuse ihr Quartier wieder verlassen haben, können Sie versuchen, das Eintrittsloch in Ihre Wohnung zu finden und zu verschließen. Beachten Sie, dass den kleinsten Arten ein winziger Spalt genügt. Sie können den Fledermäusen außerdem eine alternative Behausung anbieten, indem Sie Fledermaus-Nistkästen aufhängen.

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