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Familie reist auf den Spuren des Klimawandels

t-online, Tanja Zech

Aktualisiert am 07.06.2016Lesedauer: 4 Min.
Familie Steingässer mit Sack und Pack in Grönland.
Familie Steingässer mit Sack und Pack in Grönland. (Quelle: Jens Steingässer)
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Ein Elternpaar mit vier Kindern reist in entlegene Regionen und nimmt Strapazen in Kauf, die niemand mit Familienurlaub verbinden würde: Im Sommer zu Fuß über die Alpen und im Winter mit Hundeschlitten durch Grönland. Es sind Abenteuer mit einer Mission: Die Familie zeigt, wie sich die Erde durch den Klimawandel verändert.

Am Anfang war das Ei. Familie Steingässer aus Seeheim-Jugenheim an der hessischen Bergstraße wunderte sich, als ihr Zwerghuhn im Dezember, zur falschen Jahreszeit, zu brüten begann. "Im ersten Moment dachten wir 'dämliches Huhn'. Dann recherchierten wir und fanden heraus, dass sehr viele Tiere durch klimatische Verschiebungen in ihrem Verhalten gestört werden", erzählt Jana Steingässer.


Familie reist auf den Spuren des Klimawandels

"Die Welt von Morgen": Familien-Camp in atemberaubender Kulisse im Richtersveld-Transfrontier-Nationalpark in Südafrika.
"Die Welt von Morgen" - Jana, Jens, Frieda, Hannah, Mio und Paula Steingässer in Grönland.
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Das war der Auslöser für Erkundungsreisen in Regionen der Erde, in denen der Klimawandel schon drastische Folgen hat. "Auch für uns war das Thema bis dahin abstrakt. Zwei Grad wärmer oder kälter, was bedeutet das schon?" Aber in Grönland, Afrika, Australien und in den Alpen erlebte die Familie, was die Veränderungen für Menschen und Tiere bedeuten.

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Als Ethnologin und Fotograf waren Jana und Jens Steingässer schon früher viel unterwegs. Nun sollten aber auch die vier Kinder mit, vom Kleinkind bis zum Teenager – eine organisatorische und finanzielle Herausforderung. "Ohne Sponsoren geht das nicht", sagt Jens unverblümt. Die Familie wurde bei ihrem Klima-Reise-Projekt von einem Hersteller von Outdoor-Bekleidung unterstützt. Die abenteuerlichen Familienreisen sind der rote Faden in den Reportagen vom Klimawandel, aus denen nun der Bildband "Die Welt von Morgen" entstanden ist.

Ans Ende der Welt mit vier Kindern - wie kann das klappen?

Bei der ersten großen Reise vor drei Jahren war Nesthäkchen Frieda erst zwei, Hannah fünf, Mio sechs und Paula 13 Jahre alt. Wie hält man vier Kinder auf langen, anstrengenden Touren bei Laune? Die Eltern glauben, dass es mit einem Einzelkind sogar schwieriger wäre. "Die Kinder sind zu viert ein eingespieltes Team, eine 'Mini-Reisegruppe'. Sie geben sich gegenseitig Sicherheit", erklärt Jana und ergänzt lachend "Jens und ich sind für sie Lastesel, Koch und alles andere."

Das klingt unbeschwerter, als es manchmal in Wirklichkeit ist. Das Video der Alpenüberquerung zeigt, wie sich Jana und Jens mit Schweißperlen auf der Stirn im Geröll mit dem Gepäck abquälen. Zwei Fahrradanhänger sind das einzige Transportmittel. Die Kinder turnen munter über Felsbrocken, während zumindest Jana mit einem Anflug von Verzweiflung kämpft. "Deren wahnsinnige Energie hat uns überrascht", sagt sie.

Unmengen an Windeln und Falafel im Gepäck

Das Reisegepäck wurde seitdem immer leichter. Als überflüssiger Ballast erwiesen sich Spielsachen und große Mengen an Kleidung. "Nach Grönland reisten wir beim ersten Mal noch mit Massen von Windeln. Und dann beschloss Hannah am ersten Tag, ab jetzt windelfrei zu sein", lacht Jana. Ganz ohne ging es trotzdem nicht, zumindest während der langen Fahrten mit dem Hundeschlitten wollte die Mutter keine nasse Hose riskieren.

Weil sich die Familie vegetarisch ernährt, hatte sie anfangs auch noch etliche Falafel-Mischungen im Gepäck. Doch die Sorge, in Grönland nichts außer Fisch und Robbenfleisch zu bekommen, erwies sich als unbegründet. Nur frisches Gemüse war Mangelware, deshalb begnügten sich Eltern und Kinder wochenlang mit Dosengemüse. "Man wird anspruchsloser. Es ist eine schöne Erfahrung, wie wenig man wirklich braucht."

Je schwieriger für die Erwachsenen, desto toller für die Kinder

Kann man Kindern die Strapazen von Hitze, Kälte und Abgeschiedenheit zumuten? Es gab auch Skeptiker im Familien- und Freundeskreis. "Oh ja, und wie wir gewarnt wurden! Vor allem vor der Grönland-Reise wurden uns Horrorszenarien vorhergesagt", erinnern sich die Steingässers und fügen scherzhaft hinzu "wir wären fest enterbt worden."

Dennoch: Die Kälte blieb bei aller Planung die unbekannte Größe. Kernfrage: "Wie halten wir die Kinder warm?" Die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Kinder seien stets der Maßstab bei der Reiseplanung, betonen die Eltern.

Inuit brachten die Familie mit Hundeschlitten zu den entlegenen Siedlungen am Inlandeis. Die drei Kleinen saßen in Schlafsäcke eingemummelt in wasserdichten Packtaschen. Improvisation ist alles. Gerade die vermeintlich schwierigsten Reisen fanden die Kinder am tollsten.

Natürlich sind auch die routinierten Reisenden nicht vor dem ganz normale Wahnsinn gefeit, den alle Eltern mit kleinen Kindern erleben: Mit Frieda mussten sie in Grönland ins Krankenhaus, weil sie sich eine Bleistiftspitze ins Ohr gerammt hatte.

Umdenken im Kleinen und im Großen: "Wie machen wir das möglich"

"Wir haben unser Denkmuster geändert", erklärt Jens. "Unsere Frage ist nicht mehr: 'Ist das möglich?', sondern 'wie machen wir das möglich?' Sonst hindert man sich selbst daran, Dinge einfach zu machen." Diese Einstellung lässt sich auch auf den Umgang der Menschheit mit dem Klimawandel übertragen.

Schmelzende Gletscher, Dürre, Verknappung von Wasser und Nahrung – angesichts der erdrückenden Fakten wurden die Eltern und die älteste Tochter Paula manchmal fast von Fatalismus überwältigt. "Aber unterwegs haben wir so viele tolle Menschen getroffen, die sich unglaublich engagieren."

Das ist eine prägende Lektion für die Kinder, für deren Generation die Erde auch morgen noch lebenswert sein soll. "Die Kleinen erfassen die Auswirkungen des Klimawandels eher intuitiv. Zum Beispiel den Zusammenhang zwischen der schmelzenden Eisdecke und der Jagd in Grönland. Dort erlebten sie, wie schwierig es für die Inuit geworden ist, Beute zu finden und Essen für ihre Familien - also auch für die neu gewonnenen Freunde unserer Kinder - nach Hause zu bringen", erzählen Jana und Jens Steingässer.

Jeder kann die Welt ein bisschen besser machen

Die vier Kinder erwiesen sich in allen Ländern als Türöffner, die kulturelle und sprachliche Barrieren durchbrachen. Kaum packte Mio seinen Fußball aus, waren Spielgefährten da. Oft wohnte die Familie aus Deutschland wochenlang zwischen Einheimischen. So bekamen sie Einblicke in deren Alltag, die anderen Forschungsreisenden oft verwehrt bleiben.

Als die Familie im Sommer 2014 noch einmal nach Grönland reiste, reagierten die Kinder entsetzt über den vielen Müll in der nun schneefreien Umgebung der Siedlungen. Unter diesem Eindruck versuchen sie nun, zuhause möglichst müllfrei zu leben.

Sponsoren für eine Reise zum Thema Wasser gesucht

Die Steingässers träumen vom nächsten großen Reiseprojekt, bei dem es um die Ressource Wasser in verschiedenen Klimazonen gehen soll. Sie möchten Nord- und Südamerika durchqueren. "Aber dafür müssen wir erst Sponsoren finden."

Website: reiselabor.de

Termine der Multimediareportage: www.reiselabor.de/termine.html

Buchtipp: Jana und Jens Steingässer, "Die Welt von Morgen. Eine Familie auf den Spuren des Klimawandels", National Geographic. ISBN: 978-3-86690-457-6

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