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Nach Hitze und Trockenheit: Müssen Eichhörnchen jetzt gefüttert werden?

Futternot in den Stadtgebieten  

Müssen Eichhörnchen jetzt gefüttert werden?

10.10.2019, 11:54 Uhr | dpa , jb

Nach Hitze und Trockenheit: Müssen Eichhörnchen jetzt gefüttert werden?. Eichhörnchen: Die roten Nager können teilweise sehr zutraulich sein.  (Quelle: Getty Images/Michael_Conrad)

Eichhörnchen: Die roten Nager können teilweise sehr zutraulich sein. (Quelle: Michael_Conrad/Getty Images)

Der Sommer war in diesem Jahr besonders warm und trocken. Die Folgen bekommen jetzt auch Eichhörnchen zu spüren, weil sie keine ausreichende Nahrung für den Winter finden. In vielen Teilen Deutschlands sieht die Lage kritisch aus.

Eichhörnchen steht in einigen Teilen Deutschlands dieses Jahr ein schwieriger Winter bevor. Wegen des heißen und trockenen Sommers gibt es ortsweise weniger oder nur sehr kleine Nüsse. Für die Hörnchen wichtige Pflanzen wie Haselbüsche oder Walnüsse lieferten nicht genug Nahrung. Der Grund: In der andauernden Trockenheit haben die Bäume ihre Energie bündeln und ihren Stoffwechsel anpassen müssen, um selbst zu überleben.

Eichhörnchen finden nur hohle Nüsse

Nun bildeten die Bäume zwar Früchte aus, diese sind allerdings oft hohl. Einige Eichhörnchen und andere Wildtiere, die sich einen Vorrat für den Winter sammeln müssen haben jetzt schon Probleme, Futter zu finden. Das Problem ist aber auch: Werden hohle Nüsse vergraben, droht den Tieren im Winter eine böse Überraschung: Sie haben nichts zu essen. Neben Eichhörnchen sind beispielsweise auch Eichelhäher und Haselmäuse ebenfalls betroffen.

Zwar sind Eichhörnchen bei der Futtersuche flexibel, da sie auch auf Baumknospen, Samen oder Pilze zurückgreifen können, doch aufgrund der langen Trockenperiode sind diese auch nur spärlich zu finden.

Futternot vor allem in den Stadtgebieten

Knappheit droht vor allem in städtischen Bereichen, in denen ohnehin wenig Futterpflanzen stehen. Dort kann es unter Umständen passieren, dass ein Teil der Population den Winter nicht übersteht. Trotzdem sollte die aktuelle Lage der Hörnchen nicht überbewertet und überdramatisiert werden. Denn derartige klimatische Ereignisse können immer eintreten. Hoffnung besteht, wenn der kommende Winter nicht zu kalt wird. Auch zusätzliche Futterstellen können das Überleben der Wildtiere, die den Winter über hierbleiben, sichern.

Sollten Sie Eichhörnchen füttern?

Eichhörnchen sind Wildtiere. Sie sind sehr flexibel und können sich gut an die natürlichen Gegebenheiten anpassen. Ein Zufüttern ist daher nicht überall zwingend nötig. Hilfreicher ist es, den Tieren ausreichend Möglichkeiten zu bieten, sich selbst zu versorgen. Dazu zählt beispielsweise das Pflanzen von Haselnusssträuchern. Auch ein artgerechter Lebensraum aus Laub- und Nadelbäumen kann Eichhörnchen helfen, gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Sie dienen als Unterschlupf und ihre Früchte als Nahrungsquelle. 

Ist der Boden im Winter gefroren, können Sie den Wildtieren, die keinen Winterschlaf halten, aber durchaus etwas artgerechtes Futter anbieten. Auch Tiere, die in der Stadt leben und daher nicht ausreichend Vorräte für den Winter vergraben konnte, können gefüttert werden.

Eichhörnchen im Wald: Die Wildtiere leben vor allem in Laub- und Mischwäldern, aber auch in Parks. (Quelle: Getty Images/Carmelo Forte)Eichhörnchen im Wald: Die Wildtiere leben vor allem in Laub- und Mischwäldern, aber auch in Parks. (Quelle: Carmelo Forte/Getty Images)

Was muss beim Füttern beachtet werden?

Gefüttert werden können beispielsweise Haselnüsse, Sonnenblumenkerne, Maronen und Walnüsse. Aber auch klein geschnittene Karotten, Gurken oder Äpfel und Birnen werden gerne von den Nagern angenommen. Bieten Sie die Haselnüsse sowohl mit, als auch ohne Schale an. Walnüsse und Maronen sollten Sie vorher knacken. Eicheln essen Eichhörnchen hingegen nicht. 

Achtung
Geben Sie den Nagetieren keine Mandel. Sie enthalten Blausäure, welche gefährlich für Eichhörnchen sein kann. Auch gesalzene Erdnüsse schaden den Tieren.

Wie auch bei Vögeln sollte die Futterstelle für Eichhörnchen nicht ebenerdig sein. Die Tiere könnten sonst schnell ihren Fressfeinden, Katzen und Mardern, zum Opfern fallen. Ein gesondertes Futterhaus für Eichhörnchen muss nicht errichtet werden – die Nagetiere können sich den Platz mit Vögeln teilen. Eine Konkurrenz besteht nicht. 

Wichtig ist, das Futterhaus regelmäßig zu reinigen. Zum einen kann das Futter bei Feuchtigkeit schnell anfangen, zu schimmeln. Zum anderen können sich ansonsten schnell Krankheiten an der Futterstelle ausbreiten. 

Tipp
Neben Nahrung brauchen Tiere im Winter vor allem Wasser. Stellen Sie daher auch eine Vogeltränke auf, aus der sich auch Eichhörnchen bedienen. Die Schale sollten Sie ebenfalls regelmäßig reinigen. 

Wie leben Eichhörnchen?

Eichhörnchen sind Nagetiere, die in Laub-, Nadel- und Mischwäldern leben. Auch in Parks sind sie immer häufiger anzutreffen, wenn hier ausreichend Unterschlupfmöglichkeiten und Nahrungsquellen vorhanden sind. 

Die roten Wildtiere können bis zu 30 Zentimeter groß und 400 Gramm schwer werden. Sie ernähren sich hauptsächlich von Baumfrüchten, Kernen, Beeren, Pilze und Samen. Aber auch Vogeleier, Kleinvögel sowie Knospen stehen auf ihrem Speiseplan. 

Das Fell der Europäische Eichhörnchen kann sowohl als auch braun sein. Unterschiede ergeben sich vor allem durch den Lebensraum. So sind Tiere im Flachland eher hellrot, in höheren Lagen hingegen eher dunkel. 

Achtung
Grauhörnchen aus Amerika haben Europäische Eichhörnchen stark aus ihrem einheimischen Lebensraum verdrängt. Die eingewanderte Art gilt als große Konkurrenz für die roten Nagetiere. Aus diesem Grund treffen beispielsweise die Schweiz und Frankreich Maßnahmen, um die Verbreitung von Grauhörnchen in ihrem Land zu verhindern. 

Grauhörnchen: Das Nagetier aus Amerika ist eine große Konkurrenz für das Europäische Eichhörnchen. Es ist größer, robuster und kann ein, für den roten Artgenossen gefährliches Virus übertragen.  (Quelle: Getty Images/suefeldberg)Grauhörnchen: Das Nagetier aus Amerika ist eine große Konkurrenz für das Europäische Eichhörnchen. Es ist größer, robuster und kann ein, für den roten Artgenossen gefährliches Virus übertragen. (Quelle: suefeldberg/Getty Images)

Hilfe für Eichhörnchen

Wenn Sie ein geschwächtes oder sehr junges Tier am Boden finden, sollten Sie am besten den Tierschutzverein oder die Wildtierstation informieren. Kritisch sind auch Eichhörnchen, die Menschen hinterherlaufen. Sie wurden teilweise von Menschenhand aufgezogen und brauchen zum Überleben Hilfe. 


Wer den Eichhörnchen etwas Gutes tun will, kann ihnen bereits schon jetzt artgerechtes Futter anbieten. Dazu zählen beispielsweise Haselnüsse, Walnüsse – mit Schale, damit diese vergraben werden können – oder Apfelstücke. Aber auch Sonnenblumenkerne und Rosinen neben sie gerne an, erklärt der aktion tier e. V. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • aktion tier e. V. 
  • WWF
  • Deutsche Wildtierstiftung
  • weitere Quellen
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