Sie sind hier: Home > Leben > Familie >

Im Überblick: Wie definieren Bundesländer Großveranstaltungen?

Wegen Coronavirus  

Welche Veranstaltungen sind wirklich Großveranstaltungen?

09.05.2020, 08:00 Uhr
Im Überblick: Wie definieren Bundesländer Großveranstaltungen? . Menschenmenge: Zum Schutz vor dem Coronavirus sind Großveranstaltungen zunächst bis mindestens zum 31. August verboten.  (Quelle: imago images/Photopress Müller)

Menschenmenge: Zum Schutz vor dem Coronavirus sind Großveranstaltungen zunächst bis mindestens zum 31. August verboten. (Quelle: Photopress Müller/imago images)

Menschenmengen, Getümmel, Gedränge: All das ist wegen des Coronavirus verboten. Doch was genau sind Großveranstaltungen und welche Veranstaltungen fallen unter diese Definition?

Im Kampf gegen das Coronavirus hat die Bundesregierung Großveranstaltungen noch mindestens bis zum 31. August verboten. Vorsorglich wurde nun auch das Münchner Oktoberfest abgesagt. Betroffen sind vor allem Konzerte und Volksfeste. Doch wo wird die Grenze gezogen: Welche Veranstaltungen gelten schon als Großveranstaltungen, welche könnten dennoch stattfinden?

Was sind Großveranstaltungen und was gilt für diese?

Die Bundesregierung hat beschlossen, alle Großveranstaltungen bis mindestens zum 31. August 2020 weiterhin zu verbieten. Auch Veranstaltungen und Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen und Synagogen sollen zunächst weiterhin untersagt bleiben. 

Bisher gibt es keine gültige deutschlandweite Definition darüber, ab wie vielen Teilnehmern eine Veranstaltung als Großveranstaltung zählt. Die einzelnen Bestimmungen werden innerhalb der Bundesländer festgelegt.

Bereits vor der Corona-Pandemie haben einige Bundesländer klar festgelegt, wie eine Großveranstaltung definiert wird. Diese Kriterien könnten allerdings im Zuge der Krise angepasst werden. Beispielsweise definierte vor der Krise ein "Orientierungsrahmen" des Innenministeriums von Nordrhein-Westfalen: "Großveranstaltungen sind Veranstaltungen, zu denen täglich mehr als 100.000 Besucher erwartet werden, oder bei denen die Zahl der zeitgleich erwarteten Besucher ein Drittel der Einwohner der Kommune übersteigt und sich erwartungsgemäß mindestens 5.000 Besucher zeitgleich auf dem Veranstaltungsgelände befinden, oder die über ein erhöhtes Gefährdungspotenzial verfügen."

Ein Leitfaden des hessischen Innenministeriums hingegen legte sich bereits vor der Pandemie nicht auf genaue Zahlen fest: "Eine eindeutige Abgrenzung zwischen Großveranstaltung und kleineren Veranstaltungen ist nicht möglich. So kann beispielsweise eine Veranstaltung mit sehr vielen Besuchern auf einem Festplatz eine geringere Gefährdung besitzen als mit nur wenigen Besuchern in einem geschlossenen Gebäude."

Diese Maßstäbe setzt das Robert Koch-Institut 

Auch das Robert Koch-Institut hat Kriterien erarbeitet, die Aufschluss geben sollen, wann Veranstaltungen besonders gefährlich für die Ausbreitung von Covid-19 sein könnten. "Das Risiko von großen und oder schwer verlaufenden COVID-19 Ausbrüchen nach einer Übertragung von SARS-CoV-2 bei einer Veranstaltung hängt von der Zusammensetzung der Teilnehmer, Art und Typ der Veranstaltung sowie Möglichkeiten der Kontrolle im Falle eines Ausbruches zusammen", heißt es dazu auf der Internetseite des Bundesinnenministeriums. 


Demnach sind Veranstaltungen gefährlicher, die eine hohe Dichte an Menschen haben und an denen auch Personen aus Risikogebieten teilnehmen. Ein wichtiger Aspekt sei zudem, ob auch ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen an der Veranstaltung teilnehmen. Eine Rolle spielt zudem die Art der Veranstaltung: Gibt es viele Kontaktmöglichkeiten und Interaktion zwischen den Teilnehmenden wie beispielsweise gemeinsames Tanzen? Dauert die Veranstaltung zudem länger und die Teilnehmer werden nicht zentral registriert, schätzt das RKI das Risiko ebenfalls als höher ein. 

Diese Konzerte und Festivals wurden bereits abgesagt oder verschoben

Der Ort der Veranstaltung spielt auf zwei Ebenen eine Rolle: Zum einen sollte die Veranstaltung nicht in einer Risikoregion stattfinden, zum anderen sind auch die Räumlichkeiten ein Faktor. Indoor-Veranstaltungen sind riskanter als Outdoor-Veranstaltungen, die Belüftung der Räume ist ebenso wichtig wie Möglichkeiten zur Desinfektion.  

Was gilt für kleinere Veranstaltungen im privaten Kreis?

Bis die Kontaktbeschränkungen aufgehoben werden, also frühestens Anfang Mai, gelten auch Verbote für Veranstaltungen im kleinen Kreis. Über die Größe von auch danach noch verbotenen Veranstaltungen entscheiden nun die Bundesländer. Bisher gilt durch die Kontaktbeschränkungen in den meisten Bundesländern, dass Sie sich nur mit den Menschen aus Ihrem eigenen Haushalt oder einer anderen Person treffen dürfen, und auch das nur, sofern es unbedingt notwendig ist. Besondere Veranstaltungen wie Hochzeiten, Trauerfeiern oder Taufen im engsten Kreis sind hingegen in vielen Bundesländern erlaubt. 

Das gilt in den Bundesländern: 

Baden-Württemberg

Hier gibt es noch keine präzise Festlegung. Ganz sicher ist, dass Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmenden unter das Verbot fallen. Das bedeutet, dass große Konzerte, Festivals, Volksfeste von dem Verbot erfasst sind. Derzeit gilt noch ein grundsätzliches Veranstaltungsverbot bis zum 3. Mai 2020.

Bayern

In Bayern gibt es bisher keine konkrete Festlegung auf die Größe der Veranstaltungen und die Dauer des Verbots. Sicher ist, dass Großveranstaltungen bis zum 31. August verboten sind. Auch das Münchner Oktoberfest, dass erst am 19. September gestartet wäre, wurde bereits abgesagt.

Berlin

Der Berliner Senat hat Großveranstaltungen mit mehr als 5.000 Teilnehmern bis zum 24. Oktober verboten. Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern sind bis Ende August verboten. Private Veranstaltungen mit bis zu 20 Personen sind erlaubt, sofern sie dringend erforderlich sind, dazu zählen Trauungen, Trauerfeiern oder Taufen.

Brandenburg

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Kleine Veranstaltungen mit bis zu 20 Teilnehmern unter freiem Himmel können auf Antrag genehmigt werden.

Bremen

Bremen legt keinen zeitlichen Rahmen und keine Beschränkung bei der Anzahl der Teilnehmer fest. Öffentliche und nicht-öffentliche Veranstaltungen bleiben verboten, Ausnahmen gibt es beispielsweise für kleine private Feiern zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten oder Trauerfeiern. 

Hamburg

In Hamburg sind öffentliche und nichtöffentliche Veranstaltungen, bei denen es zu einer Begegnung von Menschen kommt, sowie Versammlungen unabhängig von der Zahl der Teilnehmenden untersagt. Weiterhin sind gesondert Großveranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl von 1.000 Personen und mehr bis einschließlich 31. August 2020 verboten.

Hessen

Laut Ministerpräsident Volker Bouffier soll die Grenze für Großveranstaltungen bei 100 Leuten liegen. Eine entsprechende Verordnung ist noch nicht offiziell.

Mecklenburg-Vorpommern

Öffentliche und nicht-öffentliche Veranstaltungen bleiben untersagt, Ausnahmen kann es geben für Veranstaltungen unter freiem Himmel mit bis zu 50 Personen sowie für Trauungen, Trauerfeiern oder Taufen im engsten Familienkreis. 

Niedersachsen

Bis mindestens 31. August bleiben Veranstaltungen ab 1.000 Teilnehmer auf jeden Fall verboten. Darüber hinaus gelten bis mindestens Anfang Mai die bisherigen Kontaktbeschränkungen. 

Nordrhein-Westfalen

Großveranstaltungen sind mindestens bis zum 31. August verboten, darüber hinaus wurden bereits andere spätere Veranstaltungen abgesagt. Die Größe der Veranstaltungen wurde bisher nicht festgelegt. 

Rheinland-Pfalz

Großveranstaltungen sind mindestens bis zum 31. August verboten. Die Größe der Veranstaltungen wurde bisher nicht festgelegt. 

Saarland

Auch im Saarland sind Großveranstaltungen bis zum 31. August verboten und ein genauer Rahmen noch nicht festgelegt. 

Sachsen

Die neue Corona-Landesverordnung, die seit dem 20. April gilt, untersagt alle Veranstaltungen, Versammlungen und sonstige Ansammlungen. Das gilt zunächst bis zum bis zum 3. Mai. Genauere Festlegungen wurden noch nicht getroffen. 

Sachsen-Anhalt

Auch in Sachsen-Anhalt sind Veranstaltungen bis zum 3. Mai weiter untersagt. Hinsichtlich Großveranstaltungen in den kommenden Monaten verweist die Landesregierung auf die Regelungen des Bundes vom 9. März, die Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern generell verbietet. Für Veranstaltungen unter 1.000 Teilnehmern erarbeite die Landesregierung Konzepte, um schrittweise Veranstaltungsverbote zu lockern.

Schleswig-Holstein 

Eine Großveranstaltung ist eine öffentliche oder private Veranstaltung, an der mehr als 1.000 Personen teilnehmen. Großveranstaltungen sind bis zum 31. August verboten.

Thüringen 

Ab dem 3. Mai sollen Versammlungen mit bis zu 30 Teilnehmern in geschlossenen Räumen und bis zu 50 unter freiem Himmel wieder zugelassen werden. Die Frage mit Blick auf die kommenden Monate, wann eine Veranstaltung letztendlich eine Großveranstaltung ist, ist allerdings noch in Arbeit.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Internetseiten und Verordnungen der Bundesländer
  • Robert Koch-Institut
  • Bundesinnenministerium 
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal