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Sportunterricht in Corona-Zeiten: Skateboard statt Fußball – das ändert sich

Skateboard statt Fußball  

So hat die Corona-Pandemie den Sportunterricht verändert

10.11.2020, 15:33 Uhr | dpa

Sportunterricht in Corona-Zeiten: Skateboard statt Fußball – das ändert sich. Sportunterricht: Wo vor der Corona-Krise Fußball gespielt wurde, geht es jetzt vor allem um Individualsport, der mit Abstand gemacht werden kann.  (Quelle: imago images/photothek)

Sportunterricht: Wo vor der Corona-Krise Fußball gespielt wurde, geht es jetzt vor allem um Individualsport, der mit Abstand gemacht werden kann. (Quelle: photothek/imago images)

Bundesjugendspiele, Hochsprung oder Ballsportarten: Viele erinnern sich nicht allzu gerne an die Zeit des Schulsports. Jetzt erfährt der Unterricht durch die Corona-Krise eine große Wandlung. 

Die Corona-Pandemie führt vielerorts zu erheblichen Einschränkungen im Sportunterricht, bietet aber auch neue Chancen für Trend- und Randsportarten sowie für die Verbindung von sportlichem Handeln und digitalen Zugängen. Diese Bild zeichnet der Präsident des Deutschen Sportlehrerverbandes, Michael Fahlenbock, nach dem Beginn der neuen Schutzmaßnahmen.

Bauliche Voraussetzungen wie Umkleiden spielen eine Rolle

"Die Situation an den Schulen ist extrem unterschiedlich. Im Grunde muss jede einzelne Schule entscheiden, was möglich ist", sagte Fahlenbock, der Akademischer Direktor am Institut für Sportwissenschaft der Bergischen Universität Wuppertal ist. Dabei spielten bauliche Voraussetzungen wie Umkleiden, Zugänge und Belüftung eine Rolle.

Grundsätzlich gelte, dass Kampfsportarten wie "Ringen und Raufen" vermieden werden sollten. "Man kann Ballsport machen, aber nicht mit direktem körperlichen Kontakt", erläuterte er. Vor diesem Hintergrund fielen auch einige sehr beliebte Mannschaftsspiele wie Fußball, Basketball und Handball im Sportunterricht derzeit oft weg.

Rand- und Trendsportarten nehmen zu 

"Damit bleiben auch immer wieder die Wünsche der Schüler nach dem gemeinsamen Sporttreiben ein bisschen auf der Strecke", erklärte Fahlenbock. Individuelle sportliche Bewegungsformen seien dafür stärker angesagt. "Rand- und Trendsportarten bekommen ein ganz anderes Podium." Das Fahren mit Rollgeräten wie einem Skateboard auf dem Schulhof nannte er als Beispiel.

Aber auch das Radfahren könne bei Kinder und Jugendlichen stärker in den Fokus gerückt werden. Generell bekomme Bewegung an der frischen Luft wieder einen höheren Stellenwert. "Das muss nicht immer mit einer sportlichen Höchstleistung verbunden sein", betonte er. So könne auch eine Wanderung durch den Wald zum Sportunterricht gehören.

Kombination mit digitalen Sport-Angeboten 

Kleine Videos, in denen Schüler ihre Lieblingssportgeräte vorstellen oder Kunststücke mit einem Ball zeigen, könnten andere zum Nachmachen und eigenen Aktivitäten motivieren. Dies sei eine Möglichkeit, das analoge Sporttreiben mit digitalen Anwendungen zu verbinden. Das Laufen mit Fitness-Apps sei eine andere Möglichkeit, zu Bewegung zu animieren und Fortschritte durch das Training zu dokumentieren.

Der Sportunterricht sei ein Pflichtfach. Er müsse aber so gestaltet werden, dass alle gesund bleiben, verdeutlichte der Verbandschef die Herausforderung in der Corona-Pandemie. Fahlenbock mahnt an, dass den Sportlehrern FFP2-Masken zur Verfügung gestellt werden. "Wir haben viele ältere Sportlehrkräfte, die zur Risikogruppe zählen." Dies wäre neben dem Corona-Schutz auch ein "kleines Signal der Wertschätzung".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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