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Warum wurde die Zeitumstellung immer noch nicht abgeschafft?

Von dpa
Aktualisiert am 27.03.2021Lesedauer: 2 Min.
Zeitumstellung: Ein Techniker bewegt die Zeiger einer Uhr mit einem Durchmesser von mehr als 3,5 Metern. (Symbolbild)
Zeitumstellung: Ein Techniker bewegt die Zeiger einer Uhr mit einem Durchmesser von mehr als 3,5 Metern. (Symbolbild) (Quelle: Elise Amendola/ap-bilder)
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Sie sollte lÀngst Geschichte sein, ist aber immer noch RealitÀt: die Umstellung von der Winter- auf die Sommerzeit. Dass bislang nichts passiert ist, hat einen einfachen Grund.

Das Wichtigste im Überblick


  • Warum sollte die Zeitumstellung abgeschafft werden?
  • Was ist seitdem passiert?
  • Was ist die deutsche Position?
  • Ist ein Ende der Zeitumstellung in Sicht?

HalbjĂ€hrlich grĂŒĂŸt das Murmeltier: In der Nacht auf Sonntag wird der Uhrzeiger von zwei auf drei Uhr verrĂŒckt – dann gilt wieder Sommerzeit. Dabei sollte das Ritual in der EuropĂ€ischen Union (EU) eigentlich in diesem Jahr beendet werden.

Warum sollte die Zeitumstellung abgeschafft werden?

2018 befragte die EU-Kommission die BĂŒrger zu dem Thema. Das Ergebnis der Online-Umfrage: 84 Prozent waren fĂŒr ein Ende des Wechsels zwischen Sommer- und Winterzeit. In Deutschland gilt die Zustimmung als besonders groß.

Als GrĂŒnde nannten die Teilnehmer etwa, dass die Umstellung ihrer Gesundheit schade. Der damalige Kommissionschef Jean-Claude Juncker verkĂŒndete daraufhin 2018: "Die Zeitumstellung gehört abgeschafft." Das EU-Parlament stimmte im MĂ€rz 2019 dafĂŒr, sie 2021 abzuschaffen.

Was ist seitdem passiert?

Nicht viel. Der Ball liege bei den 27 Mitgliedstaaten, heißt es von der EuropĂ€ischen Kommission. Diese mĂŒssen sich einigen und klĂ€ren, ob sie dauerhaft Sommer- oder Winterzeit wollen. Bislang haben die Regierungen im Rat der EU keine gemeinsame Position gefunden.

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Auch zum Ärger der Abgeordneten des EU-Parlaments: Dessen VizeprĂ€sidentin Katarina Barley (SPD) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, das Thema sei ein Beispiel dafĂŒr, wie hĂ€ufig Gesetzesvorhaben im Rat der Mitgliedstaaten versandeten.

Was ist die deutsche Position?

Die Bundesregierung wolle verhindern, dass es Inseln aus Sommer- und Winterzeit in Europa gebe, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Die Kommission habe noch keine FolgenabschĂ€tzung vorgelegt – die sei aber nötig, um das Thema im Rat "zielfĂŒhrend" zu behandeln. Deutschland hat das Thema den Angaben zufolge bei der RatsprĂ€sidentschaft im vergangenen Jahr nicht vorangetrieben. Und die Kommission teilt auf Anfrage mit, dass eine FolgenabschĂ€tzung nicht notwendig sei.

Die Deutschen haben ĂŒbrigens eine klare Meinung zu der Frage, ob es dauerhaft Sommer- oder Winterzeit geben sollte: Laut einer reprĂ€sentativen Studie der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe und des Marktforschungsinstituts mo'web research fordert die Mehrheit eine dauerhafte Sommerzeit. Das hĂ€tte zur Folge, dass es im Winter morgens lĂ€nger dunkel bliebe und abends lĂ€nger hell.

Ist ein Ende der Zeitumstellung in Sicht?

Derzeit hat Portugal die RatsprÀsidentschaft inne. Eine Anfrage, ob das Land das Thema auf die Agenda gesetzt habe, blieb unbeantwortet. Es steht also in den Sternen, ob das halbjÀhrliche Drehen am Uhrzeiger bald aufhört.

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Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland hat den Glauben daran schon verloren: 63 Prozent der Befragten haben das Projekt auf absehbare Zeit abgeschrieben. Das zeigt eine reprÀsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der DAK-Gesundheit. Ein Sprecher der EU-Kommission machte vergangene Woche ebenfalls wenig Hoffnung: "Die Uhr hat sich nicht vorwÀrts bewegt, um die Zeit zu Àndern", sagte er.

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