Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

WWF warnt: GrĂ¶ĂŸtes Artensterben seit Dinosauriern

Von dpa
Aktualisiert am 29.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Haie: Überfischung, Lebensraumverlust und Klimawandel – dieses Trio ist fĂŒr den schlechten Zustand vieler Haiarten verantwortlich.
Haie: Überfischung, Lebensraumverlust und Klimawandel – dieses Trio ist fĂŒr den schlechten Zustand vieler Haiarten verantwortlich. (Quelle: Antonio Busiello/WWF-US/dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Die Zahl der als bedroht gefĂŒhrten Tier- und Pflanzenarten hat laut dem WWF einen Höchstwert erreicht. Zehntausende Arten stehen bereits auf der Roten Liste. Doch es gibt auch Lichtblicke.

Die Zahl der in der Roten Liste als bedroht eingestuften Tier- und Pflanzenarten ist auf mehr als 40.000 angewachsen. Das sind mehr als je zuvor, wie die Umweltschutzorganisation WWF zum Erscheinen ihrer jÀhrlichen Bilanz der Gewinner und Verlierer im Tierreich betont.

Angesichts der Entwicklung warnt der WWF vor "einer katastrophalen Zuspitzung des weltweiten Artensterbens". Das "grĂ¶ĂŸte Artensterben seit dem Ende der Dinosaurierzeit" sei im Gange. Lichtblicke gebe es dort, wo sich der Mensch intensiv fĂŒr Natur- und Artenschutz einsetze.

"Beim Artenschutz geht es lĂ€ngst nicht mehr nur um die Beseitigung eines Umweltproblems, sondern um die Frage, ob die Menschheit nicht irgendwann auf der Roten Liste in einer GefĂ€hrdungskategorie landet und zum Verlierer ihrer eigenen Lebensweise wird", sagte Eberhard Brandes, geschĂ€ftsfĂŒhrender Vorstand beim WWF Deutschland.

Stellvertretend fĂŒr viele andere fĂŒhren die UmweltschĂŒtzer folgende Tierarten als Gewinner und Verlierer in ihrer Bilanz auf:

Die Verlierer

  • Afrikanische Waldelefanten: Die BestĂ€nde des in Zentral- und Westafrika lebenden Waldelefanten brachen in den vergangenen 31 Jahren um 86 Prozent ein. Er gilt seit diesem Jahr offiziell als "vom Aussterben bedroht". Der kleinere Verwandte des Afrikanischen Elefanten spielt eine wichtige Rolle fĂŒr den Erhalt der WĂ€lder und damit auch fĂŒr den Klimaschutz.
  • EisbĂ€ren: Nicht zum ersten Mal steht der EisbĂ€r auf der Verlierer-Liste des WWF – seine Zukunft sieht dĂŒster aus. Die rapide ErwĂ€rmung der Arktis lĂ€sst das Eis schmelzen. 2035 könnte der arktische Ozean im Sommer erstmals komplett eisfrei sein, schreibt der WWF. Studien zufolge wĂŒrden nachfolgend die meisten EisbĂ€r-Populationen bis Ende dieses Jahrhunderts zusammenbrechen.
  • Laubfrösche: Der Verlust ihres Lebensraumes durch den Bau von Straßen und Siedlungen stelle die grĂ¶ĂŸte Gefahr fĂŒr Laubfrösche und viele andere Amphibien-Arten dar. Jede zweite der hierzulande lebenden Amphibienarten sei laut Roter Liste Deutschland in ihrem Bestand gefĂ€hrdet.
  • Grauer Kranich: Noch ist der Kranich auf der Roten Liste nicht als gefĂ€hrdet eingestuft. Doch seine Zukunft ist nach Ansicht des WWF ungewiss. So fielen infolge des Klimawandels vermehrt die NistplĂ€tze des grĂ¶ĂŸten in Deutschland heimischen Vogels trocken. Das Insektensterben sorge zudem fĂŒr Nahrungsmangel beim Nachwuchs.
  • Haie und Rochen: Überfischung, Lebensraumverlust und Klimawandel – dieses Trio ist fĂŒr den schlechten Zustand vieler Hai- und Rochenarten verantwortlich. Ein Drittel gelte laut Internationaler Roter Liste seit 2021 als bedroht, berichtet der WWF.
  • Dorsch, Stint und Co: Die europĂ€ischen Wanderfische wie Lachs oder Stör leiden vor allem unter Ausbau und Begradigung von FlĂŒssen, dem Bau von Wasserkraftwerken und Überfischung. Die Dorsch-BestĂ€nde in der westlichen Ostsee seien nach langjĂ€hriger Überfischung und infolge der Klimakrise zusammengebrochen und erholten sich nicht mehr. Dem Stint mache besonders die Elbvertiefung zu schaffen.
  • Edle Steckmuschel: Die KlimaerwĂ€rmung und damit die ErwĂ€rmung des Mittelmeeres könnte der Edlen Steckmuschel zum VerhĂ€ngnis werden. Laut aktuellem WWF-Report sind die BestĂ€nde der grĂ¶ĂŸten dort lebenden Muscheln in manchen Regionen Spaniens, Italiens und Frankreich stark zurĂŒckgegangen oder komplett verschwunden. Warmes Wasser begĂŒnstigt die Ausbreitung eines Parasiten und hemmt den Fortpflanzungserfolg der Tiere.
Weitere Artikel

In Australien
Erster TausendfĂŒĂŸer mit mehr als 1.000 FĂŒĂŸen entdeckt
TausendfĂŒĂŸler: Ein weiblicher Eumillipes persephone mit 330 Segmenten und 1.306 Beinen

Verkehrte Tierwelt
Diese Spinnen fressen Schlangen
Spinne frisst Schlange: Eine junge Strumpfbandnatter ist in dem Netz einer Schwarzen Witwe gefangen.

Gelenkige Vierbeiner
So gefĂ€hrlich sind StĂŒrze fĂŒr Katzen
Katze: Die Tiere haben eine flexible WirbelsÀule.


Die Gewinner

  • Iberischer und Eurasischer Luchs: In den vergangenen 18 Jahren habe sich die Population des Iberischen Luchses mehr als verzehnfacht, schreibt der WWF. Es lebten nun mehr als 1.000 dieser Tiere in ihrer Heimat Spanien und Portugal. In Deutschland hĂ€tten sich die BestĂ€nde des verwandten Eurasischen Luchses erholt. Hier sind nun rund 130 ausgewachsene und um die 60 Jungtiere heimisch.
  • Nepalesische Panzernashörner: Die Haut dieser Nashörner ist von dicken Falten durchzogen, was den Anschein einer dicken Panzerung erweckt. Gegen die Zerstörung ihrer LebensrĂ€ume und die Jagd auf ihr Horn sind die Tiere dennoch machtlos – die Art gilt als gefĂ€hrdet. In Nepal zeigten nun die jahrelangen SchutzbemĂŒhungen Wirkung, schreibt der WWF. Seit 2015 sei der Bestand um 16 Prozent gewachsen.
  • Großtrappen: Großtrappen leiden vor allem unter der Intensivierung der Landwirtschaft. Sie habe dazu gefĂŒhrt, dass die mit bis zu 17 Kilogramm schwersten flugfĂ€higen Vögel der Welt in vielen LĂ€ndern ausgestorben oder akut bedroht sind. In Brandenburg und Sachsen-Anhalt seien 2021 jedoch 347 dieser Vögel gezĂ€hlt worden – der höchste Stand seit 40 Jahren.
  • Siam-Krokodil: Acht junge Siam-Krokodile entdeckten Forscher Anfang September in Kambodscha. Damit ist laut WWF zum ersten Mal seit ĂŒber zehn Jahren eine Fortpflanzung dieser vom Aussterben bedrohten Art in der Natur nachgewiesen worden.
  • Bartgeier: Im Alpenraum flattern nach WWF-Angaben wieder ĂŒber 300 Bartgeier – ein Erfolg fĂŒr das vor ĂŒber 30 Jahren gestartete Wiederansiedlungs-Programm. 2021 habe es einen Zuwachs von etwa 50 Junggeiern gegeben.
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Kampffisch: Tipps zur Haltung des Fisches
  • Jennifer Buchholz
Von Jennifer Buchholz
DeutschlandKlimawandelSpanien
Ratgeber

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website