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Fr√ľhkindliche Verlust√§ngste haben Folgen f√ľr das ganze Leben

t-online, Simone Blaß

Aktualisiert am 13.05.2013Lesedauer: 4 Min.
Fr√ľhe Verlust√§ngste k√∂nnen Folgen f√ľr das restliche Leben haben.
Fr√ľhe Verlust√§ngste k√∂nnen Folgen f√ľr das restliche Leben haben. (Quelle: /Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Grunds√§tzlich ist Angst etwas Gutes. Sie warnt uns vor Gefahren und l√§sst uns in bestimmten Situationen vorsichtig werden. Wissenschaftler vermuten, dass der Mensch nicht nur ab dem Zeitpunkt seiner Geburt mit √Ąngsten konfrontiert ist, sondern bereits weit vorher. Manche √Ąngste tauchen in unterschiedlicher Auspr√§gung bei allen Kindern auf. Dazu geh√∂rt zum Beispiel Angst vor Dunkelheit, Alleinsein oder lauten Ger√§uschen. Auch die Trennungs- oder Verlustangst ist normal - bis zu einem gewissen Grad.

Fehlender Blickkontakt kann bei Babys Trennungsangst auslösen

Ein S√§ugling h√§lt sich f√ľr einen Teil seiner Mutter. Beginnt er zu begreifen, dass er unabh√§ngig von ihr existiert, macht diese Erkenntnis erst einmal unsicher. Das Baby wird extrem anh√§nglich, beginnt zu weinen, wenn es die Mutter nicht mehr sieht. Schlie√ülich wei√ü das Kind nicht, ob die Bezugsperson wiederkommen wird. "Kinder erleben das 'Verschwinden' der Bezugsperson kognitiv als realen Verlust, das hei√üt, sie m√ľssen erst lernen, dass diese Person nicht auf Dauer verloren ist", erkl√§rt Professor Werner Stangl vom Institut f√ľr P√§dagogik und Psychologie der Johannes Kepler Universit√§t in Linz. "Hier gen√ľgt schon der Verlust des Blickkontaktes, um Angst auszul√∂sen. Wiederholte Trennung von der Bindungsperson belasten jedes Kind emotional, was auch physiologisch nachweisbar ist." Je enger das Kind an eine Person gebunden ist, desto st√§rker f√§llt auch die Angst aus.

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Je weniger Bezugspersonen, desto ausgeprägter die Angst

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es Kulturen gibt, in denen das bei uns so typische Fremdeln so gut wie gar nicht stattfindet. Man vermutet, dass dahinter die sehr engen Einzelbeziehungen zwischen Mutter und Kind stecken, in denen unsere Kinder oft aufwachsen. Trotzdem: Weltweit muss jedes Baby erst lernen, Vertrauen zu entwickeln. Im Lauf der Zeit gewinnt es an Sicherheit. Auch, wenn sich Zweij√§hrige riesig aufregen k√∂nnen, wenn man sie einem anderen √ľberl√§sst, es ist meist mehr Protest als Angst. Sie beruhigen sich in der Regel schnell, denn es ist ihnen klar, dass die Eltern wiederkommen werden. Ein Kind hat in diesem Alter bereits Erfahrung zu verbuchen. Es hat Vertrauen gefasst und erste √Ąngste schon √ľberwunden. "Verlustangst setzt ja eine schon erfolgte Bindung beziehungsweise auch die Bindungsf√§higkeit voraus und tritt in der Regel erst dann auf, wenn eine bestehende Bindung gef√§hrdet erscheint, etwa durch eine andere Person. Wobei sich Verlustangst auch als Eifersucht ausdr√ľckt." Nach zweieinhalb bis drei Jahren verschwindet die fr√ľhkindliche Trennungsangst normalerweise. Bis dahin sollte das Kind - m√∂glichst in kleinen Schritten - gelernt haben, sich f√ľr eine gewisse Zeit von vertrauten Personen zu trennen. Der Psychologieprofessor weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es wichtig sei, "dass die Trennung als etwas erlebt wird, was nicht die Beziehung beeintr√§chtigt."

√Ąngste nie herunterspielen

Ein Kind, das Angst hat, braucht vor allem Verst√§ndnis. Es auszulachen, anzuschreien oder gar in die angstausl√∂sende Situation "hineinzuwerfen" und sich zum Beispiel einfach davonzuschleichen, wenn das Kind unter Trennungsangst leidet, bringt h√∂chstens eine massive Verst√§rkung der Furcht. Man muss das Kind und seine Angst ernst nehmen, kann es aber langsam an eine neue Situation gew√∂hnen. Das Ziel dabei ist nicht, das Kind "angstfrei" zu machen, sondern ihm beizubringen, dass √Ąngste etwas v√∂llig Normales sind. Dass jeder sich mal f√ľrchtet, auch die Gro√üen, und dass man √Ąngste √ľberwinden kann. Sinnvoll sind hier Mutgeschichten √ľber kleine Helden des Alltags. So unterst√ľtzt man das Kind bei der Angstverarbeitung, bietet eine gute Basis f√ľr ein Gespr√§ch und vermittelt vor allem Sicherheit.

Die Angst vor der Angst ist oft das Schlimmste

Verlustangst ist eine Angst, die nicht nur im Kleinkindalter auftritt. Sie kann sich belastend durch ein ganzes Leben ziehen. "Im sp√§teren Leben gibt es immer wieder Phasen, an denen man von Menschen Abschied nehmen muss. Wobei es eine Rolle spielt, wie man diese Prozesse in fr√ľhester Kindheit erlebt und auch bew√§ltigt hat. Hierzu geh√∂ren auch Abschiede von sich selber, etwa beim √Ąlterwerden der Abschied von der Kindheit und Jugend."

Die Wurzeln der Verlustangst liegen beinahe immer in der Kindheit und die Folgen sind gravierend: Menschen, die unter Verlustangst leiden, neigen etwa in Beziehungen oft zum Klammern, obwohl objektiv betrachtet kein Anlass dazu besteht. Dadurch l√∂sen sie erst einen Trennungsprozess aus, der wiederum die Angst best√§tigt und die Angst vor der Angst noch gr√∂√üer werden l√§sst. Ein Teufelskreis, aus dem man erst durch Aufarbeitung der fr√ľhkindlichen Erlebnisse wieder herauskommt.

Angst versteckt sich manchmal sehr geschickt

Nimmt die Verlustangst bereits im Kindesalter Formen an, die nicht mehr als normal gelten - ist zum Beispiel das Kind absolut untr√∂stlich, wenn die Mutter weg ist - dann ist ein Gespr√§ch mit einem Kinderarzt sinnvoll. Schwierig wird es, wenn Angst als solche nicht erkannt wird. "Zeigt ein Kind sich in seinem Verhalten unruhig, hat es auf nichts Lust, wirkt es abwesend, ist es unkonzentriert, gereizt oder sogar aggressiv, dann sollte man aufhorchen", warnt Dr. Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugend√§rzte. "K√∂rperlich verbergen sich √Ąngste h√§ufig hinter Symptomen wie Appetitlosigkeit, Reizhusten, Infektanf√§lligkeit und besonders hinter unspezifischen Schmerzen, vor allem Bauchschmerzen." Aber auch Stottern oder Bettn√§ssen k√∂nnen genauso ein Bild der Angst sein wie Zwangshandlungen. Bei jedem auff√§lligen Verhalten sollte man also immer auch daran denken, dass √Ąngste dahinter stecken k√∂nnten.

Liebesentzug ist grausam

Wenn Verlustangst massiv wird, sich zum Beispiel in sp√§teren Jahren durch die Vermeidung von Konfliktsituationen zeigt, dann vermuten die Psychologen dahinter vor allem zwei m√∂gliche Gr√ľnde: eine zu starke Bindung an die Mutter beziehungsweise die Eltern mit einhergehender Verw√∂hnung oder das Gegenteil davon - n√§mlich eine st√§ndige Erfahrung von Ablehnung im Kindesalter verbunden mit feindseligen Gef√ľhlen seitens der Mutter oder beider Elternteile. "Trennung", so Professor Stangl, "kann nicht nur physisch erlebt werden, sondern auch rein psychisch etwa in Form von Kommunikationsverweigerung." Nach Ansicht von Fach√§rzten ist es hinsichtlich der Verlustangst gef√§hrlich f√ľr die Entwicklung eines Kindes, eine personalisierte, zu emotionale Streitform zu verwenden und mit Mitteln wie "Du-hast-die-Mutti-nicht-mehr-lieb" oder Liebesentzug zu arbeiten. Denn die Folgen einer solchen fehlgeleiteten Streitkultur k√∂nnen erheblich sein. Sie beginnen mit einer Vermeidung von Auseinandersetzungen aus Angst, denjenigen, den man kritisiert, zu verlieren und f√ľhren bis zur Depression. Der √Ąrzteverband weist daher darauf hin, dass Kinder lernen m√ľssen, zu streiten, ohne dabei Verlust√§ngste zu entwickeln. Damit sie wissen, dass ein Streit nicht gleichbedeutend ist mit dem Entzug von Liebe.

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