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Hypnobirthing: Mit Selbsthypnose zu einer schmerzfreien Geburt?

Geburtsschmerz verringern  

Hypnobirthing: Mit Hypnose zu einer leichten Geburt?

01.06.2018, 17:30 Uhr | mmh, t-online.de, lk

Hypnobirthing: Mit Selbsthypnose zu einer schmerzfreien Geburt?. Schwangere in einem Geburtsvorbereitungskurs (Quelle: Getty Images/macniak)

Hypnobirthing: Die Methode soll mithilfe von Selbsthypnose die Geburt maßgeblich erleichtern. (Quelle: macniak/Getty Images)

Eigentlich weiß der weibliche Körper, wie eine Geburt funktioniert, denn die Abläufe sind von der Natur programmiert. Aber wir haben es ein Stück weit verlernt, natürliche Prozesse unseres Körpers zuzulassen und ihm zu vertrauen. Ängste vor der Geburt führen dann dazu, dass die nötige Entspannung des Körpers nicht eintritt und Schmerzen begünstigt werden. Mit der Methode des sogenannten Hypnobirthing soll es möglich sein, eine Geburt weitgehend schmerzfrei zu erleben.

Eine entspanntere Geburt durch weniger Angst und Schmerzen – das verspricht Hypnobirthing. Die werdenden Mütter lernen, sich mittels Selbsthypnose während der Entbindung zu entspannen. Die Methode wird immer beliebter.

Angst ist ein schlechter Ratgeber, heißt es – und daher auch ein schlechter Geburtsbegleiter. Sie versetzt den Körper in einen Alarmzustand: Viele Muskeln werden angespannt und schlechter durchblutet, man verkrampft. Doch genau das ist bei einer Geburt kontraproduktiv, denn es ist wichtig, dass sich vor allem die Gebärmutter entspannt, die ebenfalls ein Muskel ist. Steht die Schwangere unter zu großer Anspannung, wird der Geburtsverlauf erschwert. Hypnose während der Geburt hat zum Ziel, den Körper in einen leichten Trancezustand zu versetzen, damit die Angst schwindet und die werdende Mutter sich maximal entspannt.

Mit Hypnobirthing zurück zum natürlichen Geburtswissen

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnontherapie e. V. (DGH) wird man bei der Hypnose durch gezielte Formulierungen eines Hypnotherapeuten in einen veränderten Bewusstseinszustand versetzt, nämlich in die hypnotische Trance: "Viele Schwangere vergleichen das Erleben einer Trance mit dem angenehmen Zustand kurz vor dem Einschlafen, wenn man eher in Bildern denkt und der Körper zur Ruhe kommt. Physiologisch kommt es zu einer Entspannungsreaktion: Herzschlag und Atmung verlangsamen sich, der Blutdruck sinkt", heißt es in einer Broschüre der DGH zur Geburtsvorbereitung

Die Trance soll Entspannung und zugleich höchste Konzentration ermöglichen. Die Frau ist nicht wie in einer Zirkus-Hypnoseshow in einem Schlafzustand, sondern ist wach und bekommt alles mit, nur eben wie in Trance. Das macht sich die Methode des Hypnobirthing zunutze: Die gebärende Frau versetzt sich durch Autosuggestion, das ist eine Selbstbeeinflussung des Unterbewusstseins, in einen tiefen Entspannungszustand. Damit löst sie Ängste und körperliche Anspannung. In Geburtsvorbereitungskursen, die mit Hypnose arbeiten, soll so die Entspannung der Gebärmutter intensiv geübt werden, damit die Frauen diese Entspannungstätigkeit während der Geburt abrufen können. So soll ein Gebärvorgang ohne Blockaden funktionieren.

Unerträgliche Schmerzen soll es nicht mehr geben

Selbsthypnose und Tiefenentspannung sind die Schlüssel des Geburtsvorbereitungskonzepts der US-Amerikanerin Marie F. Mongan, die Hypnobirthing als Methode entwickelt hat. Diese existiert seit 1989 als Kurskonzept und soll Frauen während der Geburt wieder den Zugang zu ihren ureigenen Fähigkeiten eröffnen. Mongan geht davon aus, dass jede Frau, die im Geburtsvorgang nicht gestört wird, beispielsweise von Klinikabläufen, sich ganz auf ihre Wahrnehmung konzentriert und den eigenen Rhythmus findet, in dem das Unterbewusstsein das Denken, Fühlen und die Entscheidungen, die getroffen werden, beeinflusst. Unerträgliche Schmerzen gehören nicht zu dieser Vorstellung von Geburt.

In Deutschland bieten zum Beispiel Hypnotherapeuten, die beim DGH zertifiziert sind, ein solches Mentaltraining an, bei dem Schwangere lernen, sich in Geburtsvorbereitungskursen selbst in einen tiefen Entspannungszustand zu versetzen. Dort heißt das Programm "HypnoMentale Geburtsvorbereitung". Es besteht aus vier bis sechs Sitzungen von je 90 Minuten.

Auch Hebammen bieten Trainings als Geburtsvorbereitung an, um die vier Basistechniken zu üben: Atmung, Visualisierung, Entspannung und Vertiefung. Eine Garantie gibt es dadurch aber nicht, dass die Geburt schmerzfrei abläuft. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass die trainierte Gebärende sich nicht hilflos dem Schmerz ausgeliefert fühlt, ist groß.

Schmerzmittel sollen so überflüssig werden

Hypnobirthing klingt nach Esoterik, aber im Prinzip lernen Schwangere dabei nur, Entspannungszustände, die dem Körper bereits vertraut sind, gezielt herbeizuführen. Und werdende Mütter besinnen sich stark auf ihren Körper und sind häufig empfänglich für alternative Erfahrungen. 

Schmerzmittel oder Wehenmittel sind den Anhängern der Methode zufolge überflüssig. Das Kind wird durch Atmung sanft in den Geburtskanal geleitet, die Frau stellt sich vor, es würde aus ihr herausgleiten, Wehen werden zu Wellen. In der Trance sollen zudem unterstützende Hormone ausgeschüttet werden. Das Ziel: Nach der Geburt geht es Mutter und Kind gut, beide sind wach und voller Energie. Dabei ist es gleichgültig, ob die Geburt in einer Klinik, im Geburtshaus oder zu Hause stattfindet.

Wer trägt die Kosten für einen Hypnobirthing-Kurs?

Ein Gruppenkurs kostet zwischen 300 und 500 Euro. Manche gesetzliche Krankenkassen übernehmen zumindest einen Teil der Kosten. Private Versicherungen zahlen häufig den gesamten Kurs.

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