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Können Kratzer in der Teflonpfanne Krebs auslösen?


Können Kratzer in der Teflonpfanne Krebs auslösen?

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11.10.2013Lesedauer: 3 Min.
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Krebs: Geben zerkratzte Teflonpfannen Giftstoffe an die Lebensmittel ab?
Geben zerkratzte Teflonpfannen Giftstoffe an Lebensmittel ab? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Die Mikrowelle sendet angeblich gefährliche Strahlung aus, verkratzte Teflonpfannen sind krebserregend und Deos erzeugen Brusttumore. Um unsere Alltagsgegenstände kursieren zahlreiche Gerüchte, die diese als bedenklich abstempeln. Untersuchungen zeigen aber: Viele dieser Annahmen sind nichts als Panikmache. Wir klären auf, was hinter den Alltagsmythen steckt.

Teflonpfannen nicht leer erhitzen

Pfannen mit Anti-Haftbeschichtung verhindern das Anbrennen der Speisen und sind leicht zu reinigen. Das macht sie zum praktischen Haushaltshelfer. Doch die Beschichtung gilt auch als recht empfindlich. Kratzer können entstehen, durch die giftige Stoffe austreten, so die verbreitete Befürchtung. Diese ist jedoch völlig unbegründet, wie Untersuchungen zeigen. Selbst wenn kleinste, abgeschabte Teflonteilchen verschluckt werden, ist das nicht bedenklich, erklärt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Denn der Körper nimmt Teflon nicht auf. Kleinste Teilchen werden folglich ohne Rückstände wieder ausgeschieden.

Dennoch sind Teflonpfannen nicht völlig harmlos. Gesundheitsgefahren entstehen vor allem dann, wenn die Pfannen im leeren Zustand hoch erhitzt werden. Denn bei Temperaturen über 300 Grad zersetzt sich Teflon und setzt giftige Dämpfe frei, die eingeatmet werden können. Dies kann zu Beschwerden mit grippeähnlichen Symptomen führen, warnt das BfR. Teflon-Pfannen sollten daher nie vorgeheizt, also ohne Inhalt erhitzt werden.

Mikrowellenstrahlung dringt kaum nach außen

Mikrowellen erwärmen das Essen mit hochfrequenter Strahlung. Für viele Verbraucher hat das den Anklang von Tschernobyl und Fukushima - das Thema Strahlung wird nur allzu oft mit Krebs und Erbgutschädigung in Verbindung gebracht. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung gibt es für derartige Auswirkungen bei Mikrowellen aber keine Belege. Bei geschlossener Tür dringe fast keine Strahlung nach außen. Und auch die Inhaltsstoffe der Lebensmittel werden durch die Mikrowellenstrahlung nicht belastet. Im Gegenteil: Durch das kurze Erhitzen und die geringe Wasserzufuhr bleiben sogar mehr Nährstoffe erhalten als etwa beim Garen im Kochtopf.

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Allerdings sollten Sie genau darauf achten, was Sie in die Mikrowelle schieben. Gewöhnliches Kunststoffgeschirr beispielsweise hat darin nichts verloren. Beim Erhitzen kann es Giftstoffe freisetzen, die in die Lebensmittel übergehen. Auch Töpfe oder Besteck aus Metall oder Aluminium gehören nicht in das Haushaltsgerät, da es beim Erhitzen zum Funkenschlag kommen kann. Darüber hinaus gibt es einige Lebensmittel, die das Erwärmen in der Mikrowelle nicht gut vertragen. Dazu gehören Eier, die durch die Hitze platzen können, und Speiseöl, das sich entzünden kann. Hierfür wird besser der Herd angeschaltet.

Kein Zusammenhang zwischen Deos und Brustkrebs

Deodorants gerieten 2004 in die Schlagzeilen, als eine britische Studie einen Zusammenhang zwischen parabenhaltigen Antitranspiranten und Brustkrebs nahelegte. Auch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) riet kurz darauf zur Vorsicht, gab jedoch nach der Durchführung weiterer Studien wieder Entwarnung: Dass Deos Brustkrebs auslösen könnten, sei ein Mythos und entbehre jeglicher wissenschaftlicher Grundlage, so die Experten der DKG. Auch das BfR betont, dass es keinen nachweislichen Zusammenhang zwischen Deodorants und Brustkrebs gebe.

Derzeit stehen vor allem Antitranspirante mit Aluminiumsalzen in der Kritik. Doch auch diesen vermeintlichen Krebsauslöser hält das BfR für einen Fehlalarm. Wissenschaftlich seien derart negative Auswirkungen der Salze nicht belegt.

Lebensmittelzusatzstoffe überwiegend harmlos

Farb- und Aromastoffe in Lebensmitteln haben einen schlechten Ruf. Einige Menschen glauben sogar, dass die "Chemie im Essen" Krebs auslösen könnte. Auch Süßstoffe standen lange im Verdacht, krebserregend zu sein. Ein verbreiteter Irrtum, sagen Experten. Lebensmittel werden streng kontrolliert und nur geprüfte Stoffe dürfen verwendet werden, so das BfR. Sowohl das Berliner Institut als auch der Krebsinformationsdienst halten die in Deutschland zugelassenen Zusatzstoffe daher für unbedenklich. Ernährungsexperten empfehlen dennoch, weniger verarbeitete Produkte zu wählen. Diese sind in der Regel frischer, nährstoffreicher und weniger zucker- und fetthaltig.

Zudem sind nicht alle Zusatzstoffe völlig unbedenklich: Eine Ausnahme stellen die sogenannten Azofarbstoffe dar. Studien legen nahe, dass sie bei Kindern zu Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen führen können. Die EU verordnete deshalb im Jahr 2010, dass alle Lebensmittel, die Azofarbstoffe enthalten, den Warnhinweis "Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen" tragen müssen.

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  • Claudia Zehrfeld
Von Claudia Zehrfeld
Bundesinstitut für RisikobewertungFukushimaLebensmittelTschernobyl

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