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Siebenschläfertag: So wird das Wetter laut Bauernregel für die nächsten Wochen

Siebenschläfertag  

So wird das Wetter laut Bauernregel für die nächsten Wochen

26.06.2020, 10:54 Uhr | jb, cch, dpa

Siebenschläfertag: So wird das Wetter laut Bauernregel für die nächsten Wochen. Sonnenblume: Anfang Juli soll das Wetter in Deutschland wieder schlechter werden. (Symbolbild) (Quelle: imago images/Ralph Peters)

Sonnenblume: Anfang Juli soll das Wetter in Deutschland wieder schlechter werden. (Symbolbild) (Quelle: Ralph Peters/imago images)

"Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag" – so lautet zumindest eine Bauernregel für den 27. Juni. Demnach könnte das Wetter unbeständig werden, denn der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für diesen Tag Temperaturen von bis zu 31 Grad, aber auch Schauer und Gewitter.

Sonnencreme und Ventilatoren werden auch in den nächsten Wochen in großen Teilen Deutschlands weiterhin gebraucht. Meteorologen rechnen zwar mit örtlichen Schauern, Hagel, Gewittern und Sturmböen, diese halten sich jedoch nur kurz. In den übrigen Teilen, und nach den Unwetterausläufen, wird es weiterhin sommerlich mit Temperaturen von bis zu 31 Grad. Besonders am Siebenschläfertag, den 27. Juni. 

Aussichten für die nächsten Tage 

In Norddeutschland werden die Temperaturen laut Meteorologen steigen. Für Freitag werden bis zu 31 Grad und einige Quellwolken erwartet. Eine Abkühlung ist auch für die nächsten Tage nicht in Sicht. Zwar sollen am Samstag Gewitter und Schauer über den Norden ziehen, dennoch bleiben die Temperaturen bei 30 Grad. Für den Osten besteht teilweise Unwettergefahr. Am Sonntag kann es sich auf bis zu 21 Grad abkühlen. Für den Tag wird eine starke Bewölkung mit Schauern erwartet.

Im Süden des Landes bleibt es unbeständig. Teils sonnig, teils dicht bewölkt. Freitags kann es örtlich immer mal wieder zu kräftigen Schauern und Gewittern kommen. Es besteht Starkregengefahr. Die Temperaturen werden zwischen 26 und 33 Grad. In der Nacht zu Samstag kann im Süden mit einem Temperaturrückgang auf bis nachts von bis zu 20, teilweise sogar auf bis zu 12 Grad, gerechnet werden. Am Samstag wird es in Süddeutschland etwas freundlicher. Schauer und Gewitter sind dennoch weiterhin möglich. Für Sonntag werden – vor allem für Baden-Württemberg und Bayern – wieder eine dichte Bewölkung mit kräftigen Schauern und Gewittern erwartet. Die Temperaturen liegen zwischen 25 und 30 Grad.

Die erste Hitzewelle flacht nach den Regenschauern zwar teilweise ab. In den nächsten Tagen oder Wochen soll jedoch eine weitere kommen. Laut DWD könnte uns ein "Schaukelsommer" bevorstehen, in dem es häufige Wechsel zwischen Hitzewelle und unwetterartigen Gewittern und Schauern geben könnte. 

Sind jetzt sieben Wochen Sonne angesagt?

Eine der alten Wetterweisheiten lautet: "Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne." Doch diese Aussage ist mit Vorsicht zu genießen. Sichere Aussagen über die Entwicklung des Wetters können nur für die kommenden drei Tage gemacht werden, erklärt ein DWD-Sprecher auf Nachfrage von t-online.de. Zudem liege die Chance, dass das Wetter am 27. Juni für die kommenden sieben Wochen bestehen bleibe, zwischen 55 und 70 Prozent. "Sie können auch eine Münze werfen", so der DWD-Sprecher. 

Für Meteorologen relevant ist eher ein mehrtägiger Zeitraum zwischen Ende Juni und Anfang Juli, wenn sich mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 bis 70 Prozent in der Atmosphäre eine Strömungslage verfestigen kann, die dann den weiteren Verlauf des Sommers prägt, erklärt der Sprecher. Da die Bauernregel bereits vor der Gregorianischen Kalenderreform 1582 entstand, stimmt der heutige Siebenschläfertag nicht mehr mit dem ursprünglichen Tag überein. Durch die Verschiebung um etwa zehn Tage wäre der "richtige" Siebenschläfertag erst am 7. Juli.

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Verschiedene Auslegungen

Die Bauernregel gibt es in verschiedenen Formulierungen, hier einige Beispiele:

  • "Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt."
  • "Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag."
  • "Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass."
  • "Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne."
  • "Wenn die Siebenschläfer Regen kochen, dann regnet’s ganze sieben Wochen."

Was ist dran am Siebenschläfertag?

Aberglaube hin oder her: Meteorologen sehen zu dieser Zeit tatsächlich eine Stabilisierung der Großwetterlage, die meist über eine längere Zeitspanne anhält. Der Grund dafür sei die Besonderheit der Erdatmosphäre: In etwa zehn Kilometern Höhe wehen sogenannte Jetstreams im Zickzack um die Erde. Sie beeinflussen die Zugbahnen der Hoch- und Tiefdruckgebiete und sind damit wesentlich für die Wetterentwicklung verantwortlich.

In der Zeit von Ende Juni bis Anfang Juli bleibt der Verlauf des Jetstreams relativ konstant, entsprechend stabil verhält sich die Wetterlage. Ob es sonnig oder regnerisch wird, hängt letztlich davon ab, ob der Wind in einer Süd- oder Nordkurve über Europa hinwegzieht. Wenn der Jetstream südlich verläuft, herrscht eher Tiefdruckeinfluss und unbeständigeres Wetter, ein nördlicher Verlauf hingegen bedeutet Hochdruck und Sonnenschein.

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In Süddeutschland ist auf den Siebenschläfer mehr Verlass

Vor allem im Süden Deutschlands trifft die Bauernregel häufig zu: Laut dem Institut für Wetter- und Klimakommunikation bleibt eine Wetterlage, die sich Anfang Juli in Süddeutschland einstellt, mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent stabil. Weiter in Richtung Norden werde das Wetter jedoch zunehmend instabil – in Hamburg liegt die Wahrscheinlichkeit nur noch bei 50 bis 60 Prozent.

Um das Sommerwetter vorauszusagen, sollten Sie jedoch besser einen etwas größeren Zeitraum von ein bis zwei Wochen als Grundlage nehmen, und sich nicht allein auf den Siebenschläfertag verlassen. Weitere vergleichbare Wetterphänomene sind die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai oder auch die sogenannte Schafskälte am 11. Juni.

Ursprung: Die Legende der Sieben Schläfer von Ephesus

Die Bauernregel verdankt ihren Namen einer alten Legende und nicht etwa dem gleichnamigen Nagetier. Sieben junge Christen, die Schläfer von Ephesus, wurden während der Christenverfolgung zur Herrschaftszeit des Kaisers Decius (249–251) in einer Berghöhle nahe Ephesus lebendig eingemauert. Statt zu sterben, schliefen die Männer der Legende nach 195 Jahre lang, erwachten am 27. Juni 446 und bezeugten den Glauben an die Auferstehung der Toten. Der Siebenschläfertag ist also auch ein Gedenktag für die Sieben Schläfer von Ephesus.

Erste Zeugnisse der Legende stammen aus dem fünften Jahrhundert. Es gibt sie in mehreren Varianten, so auch im Islam (Koran, Sure 18, "Die Höhle").

Und was machen die Nagetiere?

Nagetier: Ein Siebenschläfer knabbert an einem Stück Apfel in der Wildstation Bilche in Wiesbaden. (Quelle: dpa/Alexander Heinl)Nagetier: Ein Siebenschläfer knabbert an einem Stück Apfel in der Wildstation Bilche in Wiesbaden. (Quelle: Alexander Heinl/dpa)

Die Siebenschläfer sind jetzt auf der Suche nach einem geeigneten Platz für den Nachwuchs und deswegen besonders aktiv. Der Naturschutzbund (Nabu) bittet, den kleinen Säugetieren dabei behilflich zu sein und ihnen etwas Platz auf dem Dachboden zu gönnen oder einen Siebenschläferkasten im Garten aufzuhängen.

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"Weil die natürlichen Unterschlüpfe immer seltener werden, suchen sich Siebenschläfer auch eine Unterkunft in Siedlungen", erklärt der Nabu Rheinland-Pfalz. "Sie haben keine andere Wahl, als auszuweichen."


Verwendete Quellen:

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