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Sommerurlaub 2020 in Deutschland – Die schönsten Reiseziele

Gegen das Fernweh  

Urlaub in Deutschland: Die schönsten Reiseziele

14.05.2020, 17:45 Uhr | Marie von der Tann, Philipp Laage, Tom Nebe, dpa, t-online.de, msc

Sommerurlaub 2020 in Deutschland – Die schönsten Reiseziele . Königsstuhl auf Rügen: 118 Meter misst die höchste Klippe bis zum Abgrund. (Quelle: Jens Büttner/dpa)

Königsstuhl auf Rügen: 118 Meter misst die höchste Klippe bis zum Abgrund. (Quelle: Jens Büttner/dpa)

Wer in Deutschland lebt, hat richtig Glück. Meer, Berge, blühende Landschaften – gibt es alles. Plus spektakuläre Sehenswürdigkeiten, die ihren europäischen Doppelgängern in nichts nachstehen.

Endlose Weiten oder aufgeheizte Party-Stimmung. Sonne, Meer, Erholung? Was in unserer Erinnerung nach Urlaub klingt, ist in Zeiten von Corona gar nicht so einfach zu bekommen. Viele Menschen brauchen aber Urlaub, und zwar dringend.

Am heimischen Horizont nun ein Hoffnungsschimmer: Urlaub in Deutschland wird nach und nach möglich sein. Ab Ende Mai öffnen die ersten Hotels wieder. Also: Mecklenburg statt Mallorca – machen wir das Beste draus. Hier kommen ein paar ernstgemeinte Alternativen zu ferneren Sehenswürdigkeiten. Aber Achtung: Ferien in Deutschland liegen seit Jahren im Trend. Und durch die Corona-Pandemie und weltweite Reisewarnung, die bislang Reisen ins Ausland verhindert, werden die einheimischen Ziele immer beliebter.

Kreidefelsen auf Rügen statt White Cliffs von Dover

Die weißen Klippen von Dover (Großbritannien) ragen an der schmalsten Stelle des Ärmelkanals wie eine Festung in Richtung Kontinentaleuropa. Solche schneeweißen, beeindruckenden Kolosse lassen sich auch in Deutschland finden: die Kreideformation des Nationalparks Jasmund auf Rügen. 118 Meter misst die höchste Klippe bis zum Abgrund.

"Die Kreideküste im Nationalpark Jasmund ist der größte und bedeutendste geologische Aufschluss Norddeutschlands. Denn sie stellt einen Schnitt durch 70 Millionen Jahre Erdgeschichte dar. Kleine und große Uferabbrüche sorgen immer wieder für Aufsehen", wirbt der Nationalpark mit dem Weltkulturerbe. Casper David Friedrich wurde 1850 hier zu einem der berühmtesten Kunstwerke der Romantik inspiriert.

Unter dem Hashtag #virtualruegality macht die Tourismusagentur der Insel Rügen schon jetzt Lust auf eine Reise. Aufnahmen zeigen die reine Natur in der Corona-Krise, darunter auch die berühmten Kreidefelsen im Morgengrauen. Die Strände von Rügen menschenleer, das Wasser tiefblau. Kleiner Minuspunkt: Die Ostsee wird nie wirklich warm, selbst im August liegen die Temperaturen durchschnittlich unter 20 Grad.

Heideblüte statt Provence

Lüneburger Heide: Das berühmte violette Heidekraut taucht die Lüneburger Heide jedes Jahr im Sommer in ein leuchtendes Farbenmeer. (Quelle: Philipp Schulze/dpa)Lüneburger Heide: Das berühmte violette Heidekraut taucht die Lüneburger Heide jedes Jahr im Sommer in ein leuchtendes Farbenmeer. (Quelle: Philipp Schulze/dpa)

Das berühmte violette Kraut taucht jährlich von August bis September die Lüneburger Heide in ein fantastisch leuchtendes Farbenmeer. Dies sieht den Lavendelfeldern in der Provence zum Verwechseln ähnlich. In der Heidelandschaft allerdings einzigartig: Schafe pflegen die Landschaft. Sie halten die Triebe etwa 15 Zentimeter kurz, sodass sie dicht bleiben und schön blühen. Noch etwas können die berühmten Heidschnucken: Sie zerstören die Spinnweben, so können sich die Bienen darin nicht verfangen.

Tierfreunde aller Art kommen in der Lüneburger Heide auf ihre Kosten. Neuerdings werden die Schafe von Ziegen unterstützt. Die halten Gehölze wie Birken und Kiefer in Schach. Nicht zu vergessen sind auch die Dülmener Wildpferde, die dort ebenfalls Landschaftspflege betreiben. Ein klein bisschen Safari ist also auch noch mit dabei.

Die Schweiz und ihre kleinen Verwandten

Basteibrücke im Nationalpark Sächsische Schweiz: Wer hier Urlaub macht, kann wandern, spazieren und biken. (Quelle: Arno Burgi/dpa)Basteibrücke im Nationalpark Sächsische Schweiz: Wer hier Urlaub macht, kann wandern, spazieren und biken. (Quelle: Arno Burgi/dpa)

Wandern in der Schweiz – das geht nicht nur bei den Eidgenossen, sondern auch zum Beispiel in Sachsen, in Brandenburg, Franken oder Schleswig-Holstein. Zugegeben, sie besuchen nicht wirklich die Schweiz, sondern einen ihrer kleinen Verwandten: Sächsische Schweiz, Fränkische Schweiz, Märkische Schweiz oder Holsteinische Schweiz. Viele der zahllosen Schweizen haben ihren Beinamen erhalten, weil sie einst eidgenössische Besucher an ihre Heimat erinnerten.

Der kleinste gemeinsame Nenner der Schweizen in Deutschland ist wohl im weitesten Sinne eine schöne Natur. Der Urlauber kann dort wandern, spazieren und radeln. Ein bisschen hügelig sollte es auch sein. "Die Schweiz ist als Land klar positioniert: Dort gibt es Berge", sagt Prof. Martin Lohmann, Leiter des Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa. "Und wenn man einen Vergleich sucht, nimmt man etwas, das jeder versteht." Hochgebirge hin oder her.

Saale-Unstrut: Toskana um die Ecke

Weinanbaugebiet Saale-Unstrut: Es wird mitunter auch die "Toskana des Nordens" genannt. (Quelle: Jan Woitas/dpa)Weinanbaugebiet Saale-Unstrut: Es wird mitunter auch die "Toskana des Nordens" genannt. (Quelle: Jan Woitas/dpa)

Steht einem mehr der Sinn nach mediterranem Flair, ist vielleicht eine deutsche Variante der Toskana das Ziel der Wahl. Die gibt es gleich mehrfach: Neben der Uckermark in Brandenburg wird auch das Weinanbaugebiet Saale-Unstrut in Sachsen-Anhalt als "Toskana des Nordens" gepriesen.

Selbst ausgedacht habe man sich diese Umschreibung aber nicht, so die Tourismusagentur Sachsen-Anhalts. Dies habe schon der Künstler Max Klinger vor mehr als 100 Jahren über die Gegend rund um Naumburg im äußersten Südosten des Bundeslands gesagt.

Die ehemaligen Herzogtümer Sachsen-Weißenfels, Sachsen-Merseburg und Sachsen-Zeitz zeugen mit ihren majestätischen Barockschlössern noch heute von einer prunkvollen Vergangenheit. Radfahren und Wandern bietet sich hier an, aber auch Kanufahren in einem der vielen Seen oder Flüsse ist möglich.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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