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Corona-Krise: Das sollten Sie beim Urlaub in Frankreich unbedingt beachten

Zahlen steigen dramatisch  

Das sollten Sie jetzt beim Urlaub in Frankreich beachten

14.09.2020, 16:31 Uhr
Corona-Krise: Das sollten Sie beim Urlaub in Frankreich unbedingt beachten. Touristen vor dem Eiffelturm: Die Infektionszahlen in Frankreich steigen derzeit dramatisch an.  (Quelle: imago images/Hans Lucas)

Touristen vor dem Eiffelturm: Die Infektionszahlen in Frankreich steigen derzeit dramatisch an. (Quelle: Hans Lucas/imago images)

Bis Mitte Mai gab es einen strengen Lockdown in Frankreich, der dafür sorgte, dass in dem Nachbarland im Sommer relativ wenige Neuinfektionen registriert wurden. Jetzt steigen die Corona-Zahlen wieder an. 

Frankreich hat am zweiten September-Wochenende die Schwelle von 10.000 Corona-Infektionen an einem Tag überschritten. Die Gesundheitsbehörde Santé Publique France erklärte, in den 24 Stunden bis Samstag, 12. September, seien 10.561 Neuinfektionen gemeldet worden. Am Vortag waren es noch 9.406 neue Fälle gewesen und Premierminister Jean Castex hatte dazu aufgerufen, wegen der Verschlechterung der Lage die Regeln für Hygiene, Abstand und Masken strikt einzuhalten.

Frankreich war nach Ausbruch der Pandemie eines der am stärksten betroffenen Länder in Europa mit bisher 30.910 Toten. Die Anzahl der Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 stieg in dem beliebten Urlaubsland in den zurückliegenden Wochen stark. Zuvor war sie einen Gutteil des Sommers relativ niedrig gewesen nach einem 55-tägigen Lockdown, der vom 17. März bis 11. Mai gegolten hatte.

Die Zeitung "Le Journal du Dimanche" veröffentlichte am Sonntag einen Appell von sechs prominenten Ärzten, Kontakte mit Familien und Freunden so gering wie möglich zu halten und private Treffen zu vermeiden. "Nach und nach verlieren wir den Überblick über die Neuinfektionen", schrieben die sechs – darunter die Spezialistin für Infektionskrankheiten, Anne-Claude Crémieux, und der Professor für öffentliche Gesundheit, Philippe Amouyel. Je kleiner ein Raum sei, je mehr Leute sich darin befänden und je schlechter die Lüftung, umso größer sei das Risiko einer Ansteckung, warnten sie.

Was gilt aktuell für Frankreich?

Die Einreise aus Deutschland sowie aus allen EU- Staaten, Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino, der Schweiz, Vatikanstaat und dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland nach Frankreich ist aktuell uneingeschränkt möglich. Allerdings kontrolliert Frankreich – aus nicht pandemiebedingten Gründen – seine EU-Binnengrenzen bis Ende Oktober 2020.

Auch bei Einreise aus Australien, Japan, Kanada, Neuseeland, Ruanda, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay sind keine besonderen pandemiebedingten Einreisebeschränkungen zu beachten. Andere Reisende müssen teilweise ein negatives Covid-19-Testergebnis vorweisen und sich gegebenenfalls in häusliche Quarantäne begeben. 

Allerdings gibt es Regionen in Frankreich, die das Robert Koch-Institut als Corona-Risikogebiete ausgeschrieben hat. In diesen Fällen gelten besondere Bestimmungen für die Rückreise nach Deutschland. 

Reisende, die sich im Zeitraum von 14 Tagen vor Einreise nach Deutschland in einem dieser Gebiete aufgehalten haben, unterliegen in Deutschland einer Testpflicht und müssen sich bis zum Ergebnis des PCR-Tests in häusliche Isolation begeben.

Wie können Sie einreisen?

Auch bei den Reisemöglichkeiten nach Frankreich gibt es kaum noch Einschränkungen für deutsche Urlauber. Sie können Züge oder Flüge regulär buchen, sollten allerdings auf Maskenpflicht und andere Hygiene- oder Sicherheitsregeln achten. Auch die Einreise mit dem Auto über die Landesgrenzen ist wieder normal möglich. 

Welche Beschränkungen erwarten Sie in Frankreich?

In Frankreich gelten vor allem wegen der wieder steigenden Infektionszahlen in vielen Regionen strengere Maßnahmen als in Deutschland. Parks, öffentliche Grünanlagen, Strände und Sporthäfen sind laut Auswärtigem Amt landesweit grundsätzlich wieder zugänglich. Es kann aber lokale Schließungen oder Einschränkungen geben. 

In den unter Infektionsgesichtspunkten "grün" bewerteten Landesteilen sind Gastronomie und auch Campingplätze sowie Jugendherbergen geöffnet. Auch Jugendferienlager sind möglich. In Restaurants gelten allerdings Abstandsregelungen und andere Einschränkungen. Konzertsäle, Freizeitparks, Diskotheken und ähnliche Veranstaltungsorte sind weiterhin geschlossen. Einige Museen haben zwar wieder geöffnet, häufig müssen Sie allerdings im Voraus Eintrittskarten online buchen. 

Großveranstaltungen mit mehr als 5.000 Teilnehmern sind in Frankreich verboten, gleiches gilt für Treffen von mehr als zehn Personen im öffentlichen Raum. 

Die Behörden in Bordeaux haben zusätzlich noch strengere Regeln verhängt. Private Treffen im Freien seien auf zehn Personen beschränkt, kündigte die Präfektin Fabienne Buccio an. Sie forderte Familien außerdem auf, Familienfeiern wie Hochzeiten auf ebenfalls maximal zehn Personen zu beschränken. Tanzpartys, Flohmärkte oder Nachbarschaftsfeste seien nicht erlaubt, Schulausflüge abgesagt. Die Behörden haben außerdem den Konsum von Alkohol auf öffentlichen Plätzen in der Stadt verboten.

Die Begrenzung für öffentliche Veranstaltung im Département Gironde an der Atlantikküste liege nun bei 1.000 statt 5.000 Menschen, so die Präfektin Buccio. "Die Situation ist nicht alarmierend, aber besorgniserregend", sagte sie mit Blick auf Krankenhäuser. Man müsse das Bewusstsein der Bevölkerung schärfen. Wenn nötig, werde man noch härtere Maßnahmen ergreifen.

Wo gilt welche Maskenpflicht?

In ganz Frankreich gibt es eine Maskenpflicht für alle Menschen ab elf Jahren an allen öffentlich zugänglichen, geschlossenen Räumen wie Flughäfen, Bahnhöfen, Museen, Banken, Geschäften, überdachten Märkten und anderen Sehenswürdigkeiten. Zusätzlich gilt die Verpflichtung zum Tragen einer Gesichtsmaske auch in allen öffentlichen Verkehrsmitteln wie auch Taxen. 

In vielen französischen Städten gibt es darüber hinaus eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit, also auch auf öffentlichen Plätzen, Straßen oder Anlagen mit besonders vielen Besuchern. Für Paris und die umliegenden Départements Seine-Saint-Denis, Hauts-de-Seine und Val-de-Marne sowie Marseille, Toulouse und Straßburg gilt die Maskenpflicht im gesamten Stadtgebiet.

Touristen in Marseille: In der Hafenstadt gilt eine Maskenpflicht im gesamten öffentlichen Raum.  (Quelle: imago images/Hans Lucas)Touristen in Marseille: In der Hafenstadt gilt eine Maskenpflicht im gesamten öffentlichen Raum. (Quelle: Hans Lucas/imago images)

Welche Besonderheiten gelten in bestimmten Regionen?

Nach Französisch-Guyana, Mayotte, Neu-Kaledonien sowie Wallis und Futuna dürfen Sie aktuell nur mit triftigem Grund reisen. Die Regionen wurden zudem als Corona-Risikogebiete eingestuft. 

Für die französischen Antillen (Guadeloupe, Martinique, St. Martin, St. Barthélémy), La Réunion und Französisch Polynesien ist kein triftiger Grund mehr erforderlich, es gelten jedoch besondere Maßnahmen vor der Abreise: Sie benötigen einen negativen Covid-19-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Zusätzlich wird eine Selbsterklärung zur Symptomfreiheit verlangt. Teilweise werden ein zweiter Test sieben Tage nach Einreise sowie besondere Sorgfalt bei der Einhaltung von Abstandsregeln in der ersten Aufenthaltswoche angeordnet. Für Französisch-Polynesien ist zudem eine Covid-19 abdeckende Krankenversicherung oder eine Kostenübernahmezusage erforderlich, sowie eine Online-Registrierung mit den eigenen Reise- und Aufenthaltsdaten (ETIS – Electronic Travel Information System). 

Wie ist die aktuelle Zahl der Infektionen?

Frankreich verzeichnet momentan wieder steigende Corona-Infektionszahlen. Besonders betroffen sind die Regionen Île-de-France, Auvergne-Rhône-Alpes, Nouvelle-Aquitaine, Occitanie, Provence-Alpes-Côte d’Azur sowie die Insel Korsika. In diesen Regionen überschreitet die Zahl der Neuinfektionen 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb sie als Risikogebiete eingestuft worden sind. Auch in der Region Hauts-de-France sind die Infektionszahlen zuletzt stark gestiegen.

Mit bisher (Stand: 13. September 2020) insgesamt 402.811 bei der Johns Hopkins University registrierten Coronavirus-Infektionen gehört Frankreich zu den am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern. Insgesamt sind bisher fast 31.000 Franzosen an Covid-19 gestorben, mehr als 90.000 sind genesen. Aktuell gibt es rund 281.000 aktive Coronavirus-Infektionen in Frankreich. Zum Vergleich: In Deutschland gab es bisher insgesamt "nur" rund 262.000 Infektionen.

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