Friedhof der Luxusliner

Wegen Corona-Pandemie: Hier werden Kreuzfahrtschiffe verschrottet

06.10.2020, 17:27 Uhr | cch, t-online

Kreuzfahrtschiffe: In einer Werft in der Türkei werden nicht mehr benötigte Kreuzfahrtschiffe demontiert. (Quelle: Umit Bektas/Reuters)

Die Kreuzfahrtbranche steckt wegen der Corona-Pandemie in der Krise, dafür boomt das Geschäft mit Kreuzfahrtschiffen an anderer Stelle: in den Abwrackwerften nahe Izmir etwa. Dort werden ehemalige Luxusdampfer verschrottet.

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf viele Branchen negativ aus. Auch die Tourismusbranche hat darunter zu leiden, besonders Anbieter von Kreuzfahrten. Nur noch wenige Menschen buchen einen Urlaub auf einem solchen Schiff. Schließlich gelten Kreuzfahrten derzeit als besonders gefährlich: Viele Menschen kommen auf engem Raum zusammen, das Coronavirus findet nahezu optimale Bedingungen vor, um sich auszubreiten.

Kreuzfahrtschiffe werden in der Türkei verschrottet

Die schwindenden Buchungen führen dazu, dass Kreuzfahrtschiffe nun sogar verschrottet werden müssen. Sie landen dann zum Beispiel in den Abwrackwerften in Aliaga, Izmir, in der Türkei. Dort werden sie zerlegt: Die Arbeiter entnehmen noch brauchbare Geräte und Möbel aus den Schiffen. Sie entfernen Wände, Fenster, Böden und Geländer. Das Schiff wird zu Altmetall verarbeitet. Die Abwrackwerft profitiert von der Krise, ihr bringt die Verschrottung der Schiffe einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Ein Friedhof für aussortierte Kreuzfahrtschiffe

Kreuzfahrten gelten in Sachen Corona als besonders gefährlich, deshalb werden sie immer seltener gebucht. Viele Menschen kommen auf engem Raum zusammen, das Coronavirus findet nahezu optimale Bedingungen vor, um sich auszubreiten. (Quelle: Umit Bektas/Reuters)

Immer weniger Menschen buchen wegen der Coronapandemie eine Kreuzfahrt. Viele Schiffe werden deshalb nicht mehr gebraucht. Sie werden verschrottet. (Quelle: Umit Bektas/Reuters)

Einige der aussortierten Luxus-Kreuzfahrtschiffe landen im Hafen von Izmir in der Türkei. (Quelle: Umit Bektas/Reuters)

Die Abwrackwerften in Aliaga in Izmir wirken wie ein Friedhof für Kreuzfahrtschiffe. (Quelle: Umit Bektas/Reuters)

Den Abwrackwerften bringt das Verschrotten der Schiffe einen wirtschaftlichen Aufwind. (Quelle: Umit Bektas/Reuters)

Alle noch brauchbaren Geräte und Möbel werden aus den Kreuzfahrtschiffen entnommen. Danach werden die Schiffe zu Altmetall verwandelt. (Quelle: Umit Bektas/Reuters)

Sechs Monate braucht es laut der Nachrichtenagentur Reuters, um die Kreuzfahrtschiffe auseinanderzubauen. (Quelle: Umit Bektas/Reuters)


Vor der Pandemie kümmerten sich die türkischen Werften in der Regel um Fracht- und Containerschiffe, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Kamil Onal, Vorsitzender eines Verbandes der Schiffsrecycling-Industriellen, sagte der Nachrichtenagentur, dass der Sektor durch das Coronavirus einen Wachstum erleben würde. Wenn es keine Arbeit mehr für die Schiffe gebe, würden sie umdrehen und zur Demontage fahren, so Onal.

Demontage dauert rund ein halbes Jahr

Laut Onal würden derzeit etwa 2.500 Menschen in der Anlage in Aliaga arbeiten. Sie benötigen rund sechs Monate, um ein Kreuzfahrtschiff zu demontieren. Derzeit liegen in der Werft ausrangierte Schiffe aus Amerika, Großbritannien und Italien.

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