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Deutsche Forscher gehen dem CO2-Speicher Ozean auf den Grund

Von dpa
Aktualisiert am 08.04.2020Lesedauer: 2 Min.
Der Atlantik peitscht mit heftigen Wellen an die nördliche KĂŒste von Schottland: In den Ozeanen lagert tonnenweise CO2.
Der Atlantik peitscht mit heftigen Wellen an die nördliche KĂŒste von Schottland: In den Ozeanen lagert tonnenweise CO2. (Quelle: imago-images-bilder)
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Die Ozeane speichern Unmengen CO2. Ob es noch KapazitÀten gibt und weitere Fragen zur Speicherung des Treibhausgases unter der MeeresoberflÀche wollen deutsche Meeresforscher klÀren.

Die deutschen Meeresforscher wollen gemeinsam Chancen und Risiken der Speicherung des klimaschĂ€dlichen Gases Kohlendioxid (CO2) in den Ozeanen erkunden. Das sagte Professor Michael Bruno Klein, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM), in Berlin der Deutschen Presse-Agentur. FĂŒr die 2019 gegrĂŒndete Allianz aus maritimen Forschungsinstituten, Behörden und Museen ist es eines der ersten großen Vorhaben.

Der Allianz gehören das Alfred-Wegener-Institut fĂŒr Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven sowie Institute in Oldenburg, Kiel, Bremen, Hamburg, Rostock, Geesthacht und WarnemĂŒnde an. Das Bundesamt fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg ist ebenso beigetreten wie das Deutsche Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven und das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund.

Wie sich die Coronavirus-Pandemie mit einem Ausfall des Luftverkehrs sowie dem Schrumpfen von Schiffsverkehr und Industrieproduktion auf das Klima und die Meere auswirken werde, sei noch nicht abzuschĂ€tzen, sagte Klein. "In der AtmosphĂ€re ist der RĂŒckgang von Treibhausgasen messbar. Aber wie lange das anhĂ€lt, wird man sehen. Schließlich wird die Wirtschaft nach der Krise wieder hochgefahren", sagte er.

Die Corona-Krise hat Einfluss auf Forschungsarbeiten

Das Coronavirus beeintrĂ€chtige auch die Meeresforschung. Einige Forschungsschiffe mĂŒssten aus entfernten Regionen sicher zurĂŒckgeholt werden. Die Vorbereitung auf die UN-Dekade der Meeresforschung fĂŒr nachhaltige Entwicklung, die 2021 beginnen soll, sei schwierig. Konferenzen und Treffen seien derzeit nur digital möglich.

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"Es geht um die Frage, ob und inwieweit Ozeane weiterhin Kohlendioxid aufnehmen und speichern können", sagte Klein zu dem Forschungsprojekt. "Wir mĂŒssen ja CO2 aus der AtmosphĂ€re entfernen." Nach frĂŒheren Forschungen haben die Weltmeere bisher zwischen 25 und 30 Prozent des von Menschen verursachten Klimagases aufgenommen. "Ob das aber so bleibt und ob die Ozeane sogar noch SpeicherkapazitĂ€t fĂŒr CO2-Emissionen haben – das sind wichtige Zukunftsfragen."

Das Forschungsvorhaben solle das gesamte System eines CO2-Managements der Meere in den Blick nehmen, sagte Klein. Es gehe nicht nur um naturwissenschaftliche Forschung, sondern auch um rechtliche und politische Fragen, um mögliche ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen. Die ForschungsauftrÀge, gefördert vom Bund und den norddeutschen BundeslÀndern, sollen in diesem Jahr ausgeschrieben und vergeben werden. Vorgesehen sei, der Politik schon anderthalb bis zwei Jahre spÀter Handlungsempfehlungen geben zu können, sagte Klein.

Die deutsche Meeresforschung deckt ein breites Spektrum der KĂŒsten-, Meeres-, Klima- und Polarforschung ab. Sie verfĂŒgt ĂŒber Forschungsschiffe und -stationen, Flugzeuge, Observatorien und Unterwasserfahrzeuge. Mit mehr als 4.000 BeschĂ€ftigten in Norddeutschland ist sie auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

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  • Theresa Crysmann
Von Theresa Crysmann, Fabian Reinbold
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