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COP28: Präsident Ahmed al-Dschaber zweifelt an wissenschaftlichem Konsens


Chef der Klimakonferenz zweifelt Wissenschaft an

Von afp, t-online, lma

Aktualisiert am 05.12.2023Lesedauer: 3 Min.
Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen (COP28) in DubaiVergrößern des BildesSultan al-Dschaber ist COP28-Präsident. (Quelle: Kamran Jebreili/AP/dpa/dpa-bilder)
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Der Gastgeber der UN-Klimakonferenz wird für seine CO2-Bilanz angegriffen. Der Vorsitzende selbst scheint die Wissenschaft anzuzweifeln.

Bei der UN-Klimakonferenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) hat der frühere US-Vizepräsident und Klimaschutz-Vorkämpfer Al Gore den Gastgeber wegen dessen CO2-Bilanz angeprangert. "Die Abu Dhabi National Oil Company behauptet noch immer, keine Methan-Emissionen oder andere vom Transport von Öl und Gas zu haben. Tatsächlich haben sie welche. Wir können sie aus dem Weltraum sehen", sagte Gore am Sonntag im Plenum der Konferenz in Dubai.

Gore zeigte dabei auf große Bildschirme mit Satellitenbildern von den Orten mit dem größten Treibhausgasausstoß in den VAE. Andere Karten zeigten Pipeline-Lecks. Die Daten waren gemeinsam mit dem unabhängigen Emissionszähler Climate Trace erstellt worden, einem Netzwerk aus 300 Satelliten und Künstlicher Intelligenz (KI), das Emissionen von mehr als 352 Millionen Standorten aus zehn Industriezweigen überwacht.

Den Daten zufolge stieg der Ausstoß von Treibhausgasen in den VAE im Jahr 2022 um 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Weltweit erhöhte sich der Ausstoß nur um 1,5 Prozent. Gore lobte indes die Initiative von 50 Öl- und Gasunternehmen, darunter auch Adnoc, ihre Methan-Emissionen auf "nahezu null" zu reduzieren.

Die Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc) wird von Sultan Ahmed al-Dschaber geleitet, der gleichzeitig auch Präsident der UN-Klimakonferenz (COP28) ist. Seine Ernennung war von Klimaaktivisten heftig kritisiert worden. Adnoc äußerte sich zunächst nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zu Gores Äußerungen.

Al-Dschaber zweifelt Ausstieg aus den fossilen Energien

Unterdessen berichtete die britische Zeitung "Guardian" über eine Diskussion zwischen al-Dschaber und der ehemaligen irischen Präsidentin Mary Robinson, in welcher der COP28-Präsident den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad infrage gestellt habe.

"Keine wissenschaftliche Studie, kein Szenario besagt, dass wir durch den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen 1,5 Grad erreichen können", zitierte die Zeitung al-Dschaber bei einer Veranstaltung, die bereits am 21. November stattgefunden hatte.

Die Reduzierung und der Ausstieg aus den fossilen Energien seien "unumgänglich", betonte der COP28-Präsident demnach zwar. "Aber wir müssen ernsthaft und pragmatisch sein", betonte er zugleich. Und al-Dschaber warnte dem Medienbericht zufolge auch, dass der Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe die Welt "in die Steinzeit" zurückschicken könnte.

Am Montag erklärte al-Dschaber dann, es handle sich um "eine Aussage aus dem Zusammenhang gerissen, mit Falschdarstellung", die eine "maximale Berichterstattung" ausgelöst habe. "Ich bin etwas überrascht wegen der andauernden und wiederholten Versuche, die Arbeit der COP28-Präsidentschaft zu unterlaufen"

Wissenschaft ist sich einig

In der Wissenschaft besteht breite Einigkeit über die Notwendigkeit eines Ausstiegs aus den fossilen Energien. "Es braucht ein Ende der fossilen Verfeuerung – weltweit und schnell", Expertin Marie-Luise Wolff im Interview mit t-online. Das ganze Gespräch lesen Sie hier.

Die von Climate Trace veröffentlichten Daten zeigen, dass die weltweiten Treibhausgasemissionen zwischen 2015, dem Jahr des Pariser Klimaabkommens, und 2022 um 8,6 Prozent stiegen. Demnach waren nur fünf Länder – China, die USA, Indien, Indonesien und Russland – für 75 Prozent des Ausstoßes verantwortlich. China allein verantwortete fast die Hälfte des weltweiten Anstiegs.

Gore warnte, dass die Länder sich zu einem Ausstieg aus fossilen Brennstoffen verpflichten müssten, wenn die diesjährige Weltklimakonferenz als "historischer" Erfolg gewertet werden solle. Bei dem bis zum 12. Dezember andauernden Treffen laufen harte Verhandlungen zur Zukunft der fossilen Energien.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur AFP
  • Eigene Recherche
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