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Geiselnahme Paris: Polizistenmörder wegen Anschlagsplanung vorbestraft


Polizistenmörder war wegen Anschlagsplanung vorbestraft

Von afp, dpa, t-online
Aktualisiert am 14.06.2016Lesedauer: 2 Min.
Spezialkräfte der französischen Polizei stürmten das Haus, in dem sich der Geiselnehmer verschanzt hielt.Vergrößern des BildesSpezialkräfte der französischen Polizei stürmten das Haus, in dem sich der Geiselnehmer verschanzt hielt. (Quelle: Reuters-bilder)
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Der Attentäter, der einen Polizisten und dessen Frau in einem Vorort von Paris tötete, war wegen Anschlagsplanungen vorbestraft. Der 25-jährige Franzose sei 2013 wegen Zugehörigkeit zu einem Ableger einer französisch-pakistanischen Dschihad-Gruppe verurteilt worden, hieß es aus französischen Ermittlerkreisen.

In dem Prozess ging es um ein Netzwerk, das Dschihadisten in das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet brachte.Der Mann stand demnach mit sieben anderen Verdächtigen vor Gericht und erhielt eine dreijährige Haftstrafe, von denen sechs Monate auf Bewährung ausgesetzt waren. Der Vorwurf lautete damals, er habe mit der Gruppe "Terroranschläge vorbereiten" wollen.

"Abstoßender Terrorakt"

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve bezeichnete den tödlichen Angriff auf die Polizistenfamilie als "abstoßenden Terrorakt". Er betonte erneut die hohe Terrorgefahr in Frankreich, Europa und dem Westen insgesamt.

Seit Jahresanfang hätten französische Anti-Terror-Ermittler mehr als 100 Verdächtige festgenommen.

Täter rief "Allah ist groß"

In Magnanville hatten französische Spezialeinheiten ein Haus gestürmt, in dem sich der Mann verschanzt hielt. Zuvor hatte er einen Polizisten erstochen. Der Attentäter soll sich auf den Islamischen Staat (IS) berufen haben. In dem Haus wurde zudem die Leiche der Frau des Polizisten gefunden.

Der Bewaffnete hatte den Polizisten am Montagabend nach Angaben des Staatsanwalts von Versailles, Vincent Lesclous, vor seinem Haus mit Messerstichen getötet und sich anschließend in dem Gebäude in Magnanville im westlichen Umland von Paris verschanzt. Polizisten der Spezialeinheit RAID stürmten die Wohnung und erschossen den Mann. Sie fanden dort auch die Leiche der Lebensgefährtin des Polizisten.

Nach Informationen der Zeitung "Le Parisien" hatte der Mann laut Augenzeugen bei der Attacke auf den Polizisten "Allah ist groß" auf Arabisch gerufen. Außerdem habe er die Frau und den dreijährigen Sohn des Paares als Geiseln genommen. Das Kind blieb unversehrt, stand aber unter Schock.

Die IS-nahe Nachrichtenagentur "Amaq" berichtete unter Verweis auf eine nicht näher spezifizierte Quelle, dass der Täter Kämpfer der Terrormiliz IS gewesen sei. Er habe den stellvertretenden Chef der Polizei in der Stadt Les Mureaux und dessen Frau mit Stichwaffen getötet. Die auf die Beobachtung von dschihadistischer Propaganda spezialisierte Firma Site bestätigte, dass "Amaq" Entsprechendes berichtet hatte.

Die getötete Frau war selbst Beamtin des Innenministeriums und soll "Le Parisien" zufolge im Kommissariat von Mantes-La-Jolie gearbeitet haben. Ihr Mann war demnach 42 Jahre alt und stellvertretender Chef der Kriminalpolizei in Les Mureaux. Über die Identität des Angreifers ist noch nichts bekannt, auch nicht über die Glaubwürdigkeit seiner Berufung auf den IS.

Hollande verurteilt Tat

Präsident François Hollande verurteilte "diese abscheuliche Tat". Er sicherte zu, dass die Umstände vollständig aufgeklärt würden, und berief für Dienstagmorgen eine Sitzung im Élyséepalast ein. Frankreich war im vergangenen Jahr mehrfach Ziel islamistischer Terroranschläge, denen insgesamt 149 Menschen zum Opfer fielen.

Die schwersten Anschläge ereigneten sich am 13. November, als Terroristen mit Sturmgewehren und Sprengstoffgürteln am Stade de France, im Pariser Musikclub "Bataclan" sowie in Bars und Restaurants der Hauptstadt 130 Menschen ermordeten. Wegen der hohen Terrorgefahr wird die am Freitag eröffnete Fußball-EM mit hohen Sicherheitsvorkehrungen geschützt.

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