Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Terrorismus >

Nizza Terror: Täter plante Amokfahrt akribisch

Neue Details bekannt  

Nizza-Täter plante Amokfahrt akribisch

18.07.2016, 10:41 Uhr | dpa

Nizza Terror: Täter plante Amokfahrt akribisch. Mohamed Lahouaiej-Bouhlel plante die Tat von Nizza offenbar akribisch. (Quelle: dpa)

Mohamed Lahouaiej-Bouhlel plante die Tat von Nizza offenbar akribisch. (Quelle: dpa)

Nach dem Attentat von Nizza mit mindestens 84 Toten werden immer mehr Details zum Täter bekannt. Demnach handelte der Mann nicht spontan, sondern sehr geplant. Zudem bestehen immer weniger Zweifel an einem islamistischen Motiv für die Tat.

Foto-Serie mit 8 Bildern

Am Sonntagabend befanden sich sieben Personen aus dem Umfeld des 31-jährigen Tunesiers Mohamed Lahouaiej-Bouhlel in Polizeigewahrsam, wie die französische Nachrichtenagentur AFP meldete. Mehr als 200 Ermittler werteten den SMS-Verkehr des Mannes aus, der am Donnerstagabend in der südfranzösischen Stadt mit einem Kühllastwagen in eine Menschenmenge gerast war und von der Polizei am Steuer erschossen wurde.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Lieferwagenfahrer die Bluttat an der Côte d'Azur sorgfältig geplant. Den Miet-Truck, den er als Mordinstrument verwendete, habe er bereits am 4. Juli reserviert und am 11. Juli abgeholt, meldete AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise. Am Dienstag und Mittwoch (12. und 13. Juli) habe er den Tatort erkundet.

Noch immer 18 Menschen in Lebensgefahr

Unter den Festgenommenen ist laut AFP auch ein albanisches Ehepaar. Der Mann soll dem Tunesier eine Pistole Kaliber 7.65 besorgt haben, mit der der Täter auf Polizisten geschossen hat, bevor sie ihn erschossen. In einer kurz vor der Tat am Abend des französischen Nationalfeiertags verschickten SMS soll er weitere Waffen verlangt haben.

Am Sonntagabend nahmen mehr als 1000 Menschen in Paris an einem Gedenkgottesdienst in der Kathedrale Notre-Dame teil. Die Zahl der Toten könnte noch steigen. Denn am Sonntag schwebten immer noch 18 der mehr als 300 Verletzten in Lebensgefahr.

Kurz vor der Tat Konto geräumt

Der französische Premierminister Manuel Valls warnte, dass der Terrorismus für lange Zeit den Alltag des Landes bestimmen werde. Der Islamische Staat wolle die westlichen Demokratien zerstören, sagte er in einem Interview der Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche".

Über das Wochenende hatte sich deutlich ein islamistischer Hintergrund der Tat abgezeichnet, nachdem Lahouaiej-Bouhlel zunächst als unreligiös beschrieben worden war. Die Vernehmungen mehrerer der Festgenommenen deuteten darauf hin, dass der Mann sich seit recht kurzer Zeit dem radikalen Islam zugewandt habe, meldete AFP. Er habe auch aufgehört, Alkohol zu trinken, berichtete die Zeitung "Le Parisien". Nach anderen Medienberichten leerte er kurz vor der Tat sein Konto und schickte 100.000 Euro an seine Familie in Tunesien.

Bei Polizei und Geheimdienst war der Tunesier nicht als Islamist aktenkundig geworden. Die der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahestehende Nachrichtenagentur Amak bezeichnete ihn am Samstag aber als "Soldat" des IS.

Unter den Opfern von Nizza sind auch etliche Ausländer. Unklar war bis zum Sonntag das Schicksal der drei vermissten Berlinerinnen. Das Auswärtige Amt hatte am Freitagabend nur bestätigt, dass unter den Verletzten eine Deutsche sei, ging aber generell davon aus, dass sich Deutsche unter den Todesopfern befinden.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal