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Vatikan-Finanzchef George Pell muss vor Gericht erscheinen

Missbrauchsvorwürfe  

Vatikan-Finanzchef muss vor Gericht erscheinen

10.07.2017, 08:02 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Vatikan-Finanzchef George Pell muss vor Gericht erscheinen. George Pell ist die inoffizielle Nummer drei in der Hierarchie des Vatikans. (Quelle: imago images/Joe Castro)

George Pell ist die inoffizielle Nummer drei in der Hierarchie des Vatikans. (Quelle: Joe Castro/imago images)

Nach Vorwürfen des Kindesmissbrauchs soll sich der ranghohe Kardinal George Pell der Justiz stellen. Am Montag kehrte er in seine australische Heimat zurück, um dort vor Gericht auszusagen. Pell ist inoffiziell die Nummer drei in Vatikan.

Der 76-Jährige ist für den 26. Juli zu einer gerichtlichen Anhörung in Melbourne vorgeladen. Dabei geht es um Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs in seiner Zeit als Geistlicher in Australien.

Polizei spricht von "mehreren Klägern"

Details zu den Vorwürfen wurden nicht bekannt, die Polizei sprach jedoch von "mehreren Klägern". Australischen Medienberichten zufolge wird Pell von zwei Männern bezichtigt, sie Ende der 70er Jahre missbraucht zu haben. Zudem soll er sich in den 80er Jahren nackt vor drei Jungen gezeigt haben.

Ein Sprecher Pells erklärte am Montag, der Kardinal sei dankbar "für die zahlreichen Botschaften der Unterstützung, die er erhält". Pell weise die Vorwürfe zurück und beteuere seine Unschuld.

Die Nummer drei in der Hierarchie

Pell ist die inoffizielle Nummer drei in der Hierarchie des Vatikans. Papst Franziskus hat ihn vorerst vom Dienst freigestellt, damit er sich in Australien den Vorwürfen stellen kann.

Der ehemalige Erzbischof von Sydney war 2014 von Papst Franziskus zum Finanzchef des Vatikans ernannt worden. Vor der australischen Kommission zu Missbrauchsvorwürfen in der katholischen Kirche hatte er persönliche Fehler im Umgang mit den Anschuldigungen gegen Geistliche eingeräumt.

Fast 5000 Missbrauchsopfer befragt

Die australische Missbrauchskommission war im Jahr 2012 eingesetzt worden. Sie befragte fast 5000 Missbrauchsopfer, die Vorwürfe richten sich gegen Kirchen, Waisenhäuser, Schulen und Jugendeinrichtungen.

Im Februar veröffentlichte sie Untersuchungsergebnisse, wonach sieben Prozent der katholischen Priester in Australien zwischen 1950 und 2010 Kindesmissbrauch vorgeworfen wurde. Die Vorwürfe wurden jedoch nie untersucht.



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