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Türkei: Nachrichtenagentur feuert Journalisten nach kritischen Fragen

Vorwürfe gegen Türkeis Innenminister  

Türkische Nachrichtenagentur feuert Journalisten nach kritischen Fragen

22.05.2021, 17:29 Uhr | AFP

Türkei: Nachrichtenagentur feuert Journalisten nach kritischen Fragen. Türkeis Innenminister Süleyman Soylu: Kritische Nachfragen zu den gegen ihn bestehenden Korruptionsvorwürfen sind nicht erwünscht, wie ein türkischer Journalist erfahren musste. (Quelle: imago images)

Türkeis Innenminister Süleyman Soylu: Kritische Nachfragen zu den gegen ihn bestehenden Korruptionsvorwürfen sind nicht erwünscht, wie ein türkischer Journalist erfahren musste. (Quelle: imago images)

Gegen den türkischen Innenminister gibt es Korruptionsvorwurfe. Ein Journalist stellte dem Politiker darüber unangenehme Fragen. Danach wurden harte Konsequenzen gezogen.

Nach unangenehmen Fragen zu Korruptionsvorwürfen gegen einen Minister hat die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu einen Journalisten gefeuert. Bei einer Pressekonferenz am Freitag hatte der Reporter Musab Turan zwei Minister um eine Stellungnahme zu Korruptionsvorwürfen gegen Innenminister Süleyman Soylu gebeten. Ein im Ausland lebender türkischer Unterweltboss hatte zuvor in Videos gesagt, Soylu habe ihn vor seiner drohenden Festnahme gewarnt und ihm damit zur Flucht ins Ausland verholfen.

Bei der Pressekonferenz am Freitag fragte Reporter Turan zwei Minister, wie die Regierung auf den Skandal zu reagieren gedenke und sagte, Soylus Name werde durch das Video inzwischen "mit schweren moralischen Fehlern" verbunden. Ein Video der Pressekonferenz verbreitete sich kurz darauf im Internet.

Terrorverdacht wegen kritischer Fragen

Turans Arbeitgeber Anadolu veröffentlichte wenig später eine Erklärung, wonach Turan wegen Verstoßes gegen "journalistische Prinzipien" und Verbreitung "politischer Propaganda" entlassen wurde. Die Staatsanwaltschaft sei eingeschaltet worden um zu prüfen, ob der Journalist "einer terroristischen Gruppe angehört". Der Kommunikationschef des türkischen Präsidialamtes, Fahrettin Altun, kommentierte auf Twitter, wer "das Ansehen unseres Staates verletzt, wird den Preis dafür bezahlen".

Der Skandal um die von dem Unterweltboss Sedat Peker veröffentlichten Videos hält die Türkei seit drei Wochen in Atem. Peker wirft darin Regierungsmitgliedern und der Regierungspartei AKP Korruption und weitere Straftaten vor.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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