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Alternativer Nobelpreis geht erstmals an Aktivisten aus Saudi-Arabien

Frauenrechte in Saudi-Arabien  

Alternativer Nobelpreis für inhaftierte Menschenrechtler

24.09.2018, 17:06 Uhr | dpa

Alternativer Nobelpreis geht erstmals an Aktivisten aus Saudi-Arabien. Abdullah al-Hamid (l-r), Walid Abu al-Chair und Mohammed Fahad al-Kahtani: Die drei Menschenrechtsaktivisten sind in ihrem Kampf für Frauenrechts ausgezeichnet worden. (Quelle: dpa/right livelihood award)

Abdullah al-Hamid (l-r), Walid Abu al-Chair und Mohammed Fahad al-Kahtani: Die drei Menschenrechtsaktivisten sind in ihrem Kampf für Frauenrechts ausgezeichnet worden. (Quelle: right livelihood award/dpa)

Der Alternative Nobelpreis geht zum ersten Mal nach Saudi-Arabien. Im Kampf für Frauenrechte wurden drei Bürgerrechtler ausgezeichnet. Alle drei sitzen im Gefängnis.

Der Alternative Nobelpreis ehrt in diesem Jahr unermüdliche Kämpfer gegen Korruption, Totalitarismus und die Dürre in Afrika. "In einer Zeit alarmierender Umweltzerstörung und des Versagens politischer Führung zeigen unsere Preisträger einen Weg in eine andere Zukunft", erklärte Preisstifter Ole von Uexküll am Montag in Stockholm.

Der Right Livelihood Award – eine Auszeichnung in kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen – geht 2018 erstmals nach Saudi-Arabien. Die anderen Gewinner kommen aus Guatemala, Niger und Australien. Die bahnbrechende Arbeit der Preisträger gebe enorme Hoffnung und verdiene die höchste internationale Aufmerksamkeit, erklärte von Uexküll.

Bei den saudi-arabischen Preisträgern handelt es sich um Menschenrechtskämpfer: Abdullah al-Hamid, Mohammed Fahad al-Kahtani und Walid Abu al-Chair bekommen die Auszeichnung, weil sie friedlich das autoritäre System ihres Landes heraus- und Menschenrechte einfordern. Sie setzen sich für eine Gewaltenteilung und die Abschaffung männlicher Vormundschaft ein, die den Frauen grundlegendste Rechte nimmt. Alle drei sitzen deshalb im Gefängnis.

"Kampf gegen Straflosigkeit und Korruption"

Den undotierten Ehrenpreis erhalten die Juristen Thelma Aldana und Ivan Velásquez, weil sie in Guatemala Machtmissbrauch aufdecken und Korruption verfolgen. Velásquez leitet die Internationale Kommission gegen Straflosigkeit der Vereinten Nationen (Cicig). Aldana war bis zum Frühjahr Generalstaatsanwältin in dem zentralamerikanischen Land und stieß zusammen mit Velásquez Ermittlungen gegen den inzwischen inhaftierten Präsidenten Otto Perez Molina an.

"Dieser Preis kommt zu einem besonders dramatischen Zeitpunkt im Kampf gegen Straflosigkeit und Korruption", erklärte Velásquez. Guatemala verweigert ihm derzeit die Einreise, nachdem er Mitte August eine Aufhebung der Immunität von Präsident Jimmy Morales für ein Strafverfahren wegen illegaler Wahlkampffinanzierung gefordert hatte. Cicig bemängelte, dass die Herkunft von rund 600.000 Dollar für die Wahl von 2015 unbekannt sei. Von Uexküll betonte, die von Aldana und Velásquez geleistete Arbeit sei einzigartig. "Wir fordern Präsident Jimmy Morales auf, diese guatemaltekische Erfolgsgeschichte nicht zu beenden."

Tony Rinaudo: Der Agrarwissenschaftler gilt als "Waldmacher". (Quelle: dpa/Silas Koch/right livelihood award)Tony Rinaudo: Der Agrarwissenschaftler gilt als "Waldmacher". (Quelle: Silas Koch/right livelihood award/dpa)

"Der Mann, der die Wüste aufhielt"

Die mit je rund 96.000 Euro dotierten Geldpreise gehen an den Bauern Yacouba Sawadogo aus Burkina Faso und den Australier Tony Rinaudo, die sich beide dafür einsetzen, dass dürres, unfruchtbares Land in Afrika landwirtschaftlich genutzt werden kann. Sawadogo sei bekannt als "der Mann, der die Wüste aufhielt", erklärte die Stiftung. Er habe Bauern in Afrika geholfen, ihr Land wieder fruchtbar zu machen – und damit den Frieden in der Sahel-Zone unterstützt.

Auch der Agrarwissenschaftler Rinaudo gilt demnach als "Waldmacher", weil er eine Methode entwickelte, aus im Wüstensand verborgenen Wurzelsystemen Bäume heranzuziehen. So habe er nicht nur Wüstenbildung bekämpft, sondern auch Hunger und Verzweiflung.

Die Alternativen Nobelpreise werden seit 1980 an Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden vergeben. Die Auszeichnung wird durch Spenden finanziert.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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