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Pegida-Studie der TU Dresden: Jeder 3. Anhänger ist fremdenfeindlich

Studie der TU Dresden  

Jeder dritte Pegida-Anhänger ist fremdenfeindlich

03.02.2015, 19:59 Uhr | dpa, AFP

Pegida-Studie der TU Dresden: Jeder 3. Anhänger ist fremdenfeindlich. Demo der islamfeindlichen Bewegung Pegida. (Quelle: dpa)

Demo der islamfeindlichen Bewegung Pegida. (Quelle: dpa)

Wie ticken die Pegida-Anhänger? Laut einer nicht repräsentativen Untersuchung der TU Dresden sind rund ein Drittel der Bewegung rechtsnationale Fremdenfeinde. Die meisten Demonstranten, die in den vergangenen Wochen und Monaten in Dresden mit dem islamfeindlichen Bündnis auf die Straße gingen, seien jedoch mit Politik, Parteien und Medien unzufriedene Bürger.

Dies sagte der Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt bei der Vorstellung der Ergebnisse der nicht repräsentativen Untersuchung. Die Gruppierung sei bereits im Zerfall begriffen.

In Deutschland gebe es allgemein eine "Unzufriedenheit der Bürgerschaft mit ihrer politischen Klasse und dem nach links gerückten Diskurs", sagte Patzelt, der an der Technischen Universität nicht unumstritten ist.

"Günstige Umstände" in Dresden

Ostdeutschland und insbesondere Dresden böten günstige Umstände, so "dass sich dieses Magma von Unzufriedenheit genau hier in dieser Vulkaneruption ergossen hat". Nun sei der Vulkan explodiert. "Jetzt regnet es nur noch Asche", sagte Patzelt.

Die Ergebnisse der Studie beruhen auf Beobachtungen bei den Demonstrationen seit November und auf Befragungen der Teilnehmer bei drei Kundgebungen im Dezember und Januar. 242 von knapp 500 angesprochenen Demonstranten ließen sich interviewen.

"Besorgte" und "empörte Gutwillige"

Die große Mehrheit von fast zwei Dritteln der Pegida-Anhänger bezeichnete Patzelt als "besorgte Gutwillige", knapp zehn Prozent als "empörte Gutwillige". Gut drei Viertel der Befragten sehen sich demnach als "deutsche Patrioten".

Auch wenn die Unzufriedenheit mit Politik und Medien im Vordergrund stehe, seien Fremden- und Islamfeindlichkeit Kristallisationspunkte der gemeinsamen Empörung.

Zwar seien zwei Drittel grundsätzlich für die Aufnahme politisch verfolgter Asylbewerber und Bürgerkriegsflüchtlinge. Je größer aber die Unzufriedenheit mit der Politik sei, desto geringer sei auch die Offenheit gegenüber Flüchtlingen und umso größer seien die Vorbehalte gegenüber dem Islam.

Ihre politischen Hoffnungen setze die Mehrheit der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" in die AfD.

Spaltung in zwei Lager

Nach der Spaltung der Pegida-Führung in ein Lager um Gründer Lutz Bachmann und eines um Ex-Sprecherin Kathrin Oertel rechnet Patzelt beiden Gruppen keine große Anziehungskraft mehr zu.

Oertel hatte zusammen mit fünf weiteren Pegida-Abtrünnigen die Gründung des Vereins "Direkte Demokratie für Europa" angekündigt und für diesen Sonntag zu einer Kundgebung vor der Dresdner Frauenkirche aufgerufen. Pegida will am Montag wieder auf die Straße gehen.

Patzelt nicht unumstritten

Patzelt war in jüngster Zeit selbst wegen seines Umgangs mit Pegida in die Kritik geraten. Studierende und wissenschaftliche Mitarbeiter der TU warfen ihm vor, fremdenfeindliche Bestrebungen zu verharmlosen.

Patzelt hatte unter anderem nach der Absage einer Pegida-Demonstration aufgrund einer Anschlagsdrohung von einer Feindbildpflege der Gegendemonstranten gesprochen. Seine Mitarbeiter warfen Patzelt vor, mit seinen Äußerungen den Ruf der Gegendemonstranten negativ zu beeinträchtigen.

Den Vorwurf, er agiere mehr als Politiker, wies er zurück. Er sei seiner Verpflichtung als Vertreter einer praktischen Wissenschaft und als "öffentlicher Intellektueller" gerecht geworden.

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