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Theologe: Kirche hat ein Antisemitismusproblem

"Unerträgliche Vorstellung"  

Theologe: Kirche hat Antisemitismusproblem

04.11.2020, 13:12 Uhr | dpa

Theologe: Kirche hat ein Antisemitismusproblem. Kirchen in Deutschland: "Unsere Gesellschaft hat ein Antisemitismusproblem – und das gilt auch für die evangelische Kirche". (Quelle: imago images/Hans Lucas)

Kirchen in Deutschland: "Unsere Gesellschaft hat ein Antisemitismusproblem – und das gilt auch für die evangelische Kirche". (Quelle: Hans Lucas/imago images)

Der Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing hat gefordert, sich innerhalb der Kirchengemeinden mit Rassismus und Antisemitismus auseinanderzusetzen. Dies sei überfällig.

Der Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing, Udo Hahn, hat seine Kirche zu einem entschiedenen Vorgehen gegen Antisemitismus an der eigenen Basis aufgerufen. "Unsere Gesellschaft hat ein Antisemitismusproblem – und das gilt auch für die evangelische Kirche", schreibt Hahn in einem Blog-Beitrag der Akademie.

Gemeinden und kirchliche Einrichtungen müssten sich flächendeckend mit antisemitischen und rassistischen Weltbildern beschäftigen, fordert der Theologe. Eine solche Initiative sei längst überfällig.

Bayern, München: Der Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing, Udo Hahn, fordert eine Auseinandersetzung mit Rassismus. (Quelle: dpa)Bayern, München: Der Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing, Udo Hahn, fordert eine Auseinandersetzung mit Rassismus. (Quelle: dpa)

Zweifel an Ablehnung des Antisemitismus an der Kirchenbasis

Stellungnahmen von Kirchenleitungen und Expertengremien setzten sich zwar seit langem selbstkritisch mit dem Anteil der christlichen Tradition an der nationalsozialistischen Judenverfolgung auseinander, schreibt Hahn. "Zweifel sind jedoch angebracht, dass die eindeutige Ablehnung des Antisemitismus auch an der Kirchenbasis herrscht."

Untersuchungen bestätigten, dass in Deutschland zwischen zehn und zwanzig Prozent der Bevölkerung antisemitische oder rassistische Weltbilder verträten. "Da liegt die Vermutung nahe, dass dies auch für einen vergleichbaren Prozentsatz der Mitglieder der Kirche gilt. Eine unerträgliche Vorstellung!"

Ein entscheidender Schritt sei, sich auch an der Basis mit einer angemessenen Definition auseinanderzusetzen, was Antisemitismus ist und wie er sich äußert. "So könnte eine Bewegung entstehen, die in ihrer Breite ein unübersehbares, entschiedenes und glaubwürdiges Signal der Kirche gegen Hass und Hetze setzt, das auf andere Bereiche der Gesellschaft ausstrahlt", schreibt Hahn in dem Blog-Beitrag.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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