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Studie: So denken Obdachlose über ihr Leben auf der Straße

Studie enthüllt  

Diese Phase ist für Obdachlose besonders hart

Von Helena Serbent

24.10.2018, 17:25 Uhr
Studie: So denken Obdachlose über ihr Leben auf der Straße. Obdachlose Menschen campieren am Bahnhof Berlin Zoologischer Garten.  (Quelle: imago images/Jürgen Ritter)

Obdachlose Menschen campieren am Bahnhof Berlin Zoologischer Garten. (Quelle: Jürgen Ritter/imago images)

Armut, mangelhafte medizinische Versorgung, kein schützendes Dach über dem Kopf: Obdachlose Menschen müssen meist prekärste Lebensumstände ertragen. Doch wie sieht ihr Leben auf der Straße wirklich aus? Zum ersten Mal geht eine Studie dieser Frage auf den Grund.

Obdachlosen Menschen, die zwischen einem Monat und einem Jahr lang wohnungslos sind, geht es besonders schlecht. Das ist das Ergebnis der ersten Studie zur Lebenssituation von wohnungslosen Menschen in Deutschland.

Für die repräsentative Studie befragten EBET und die Alice Salomon Hochschule insgesamt 1.100 akut wohnungslose Menschen, die Dienste und Einrichtungen der diakonischen Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe in Deutschland nutzen. "Erstaunlicherweise ist die Lebenssituation langzeitwohnungsloser Menschen (ein Jahr und mehr) insgesamt betrachtet nicht so schlecht wie die von Menschen mit einer mittleren Dauer der Wohnungslosigkeit", so die EBET. Eine mögliche Ursache sei, dass langzeitwohnungslose Menschen sich an ihre Situation angepasst oder gelernt hätten, mit ihr umzugehen.

Eigene Wahrnehmung und Realität driften auseinander 

Bei der Bewertung der Lebenslage wurden sechs Bereiche zur Orientierung definiert: Die ausgeführte Erwerbsarbeit, das Wohnen, die Gesundheit, die Sicherheit, die gesellschaftliche Teilnahme und die materielle Situation. Nur beim letzten Punkt, der finanziellen Lage, weisen Langzeitwohnungslose die schlechteste Lebenssituation auf.

Die Befragten befänden sich zu 28 Prozent in einer unterdurchschnittlichen Lebenslage. Allerdings empfinden sie ihre Umstände oftmals als schlechter, als die Studie sie einstuft. "Viele Befragte schätzen sich subjektiv als belasteter ein, als es die objektivierbaren Daten hergeben." Dies liegt laut EBET daran, dass Wohnzufriedenheit, Sicherheitsgefühl und medizinische Versorgung den größten Einfluss auf das allgemeine Wohlbefinden haben. "Sie wirken sich nachhaltig auf das Gefühl aus, ob das eigene Leben sicher, berechenbar und geschützt ist."

(K)ein Recht auf Wohnen

Am besten schnitt in der Studie die Lebenssituation der Menschen ab, die weniger als einen Monat wohnungslos sind. "Dies spricht dafür, wohnungslose Menschen möglichst umgehend wieder in eigenen Wohnraum zu vermitteln, damit sich prekäre Lebenssituationen nicht verfestigen können." Die Studie schließt mit der Forderung, das Recht auf Wohnen einzuführen, um die Lebenslagen der Betroffenen zu verbessern.

2016 waren laut der  BAG Wohnungslosenhilfe ca. 860.000 Menschen in Deutschland ohne Wohnung, von 2017 bis 2018 prognostizierte sie einen weiteren Zuwachs um ca. 350.000 auf dann ca. 1,2 Millionen wohnungslose Menschen. 

Verwendete Quellen:
  • EBET, Alice-Salomon-Hochschule, BAG Wohnungslosenhilfe

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