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Sendung nach Brandenburg-Wahl: Gauland-Interview von AfD-Protestplakat überschattet

Kritik in Potsdam  

Protestplakat irritiert ZDF-Zuschauer bei Wahlsendung

Von Lars Wienand

02.09.2019, 09:25 Uhr
Sendung nach Brandenburg-Wahl: Gauland-Interview von AfD-Protestplakat überschattet. Alexander Gauland von der Partei, die sich "Alternative für Deutschland" nennt, vor dem Schild "Rassisten sind keine Alternative". (Quelle: Screenshot ZDF)

Alexander Gauland von der Partei, die sich "Alternative für Deutschland" nennt, vor dem Schild "Rassisten sind keine Alternative". (Quelle: Screenshot ZDF)

Für manche Zuschauer war die Szene im Hintergrund plötzlich spannender als Aussagen der Politiker: In der ZDF-Wahlsendung aus Potsdam tauchte im Hintergrund ein Schild mit der Aufschrift "Rassisten sind keine Alternative" auf.

Manche fanden es großartig, manche empörten sich und manche registrierten es nur amüsiert. Bei Schalten in das ZDF-Wahlstudio in Potsdam am Sonntagabend war im Hintergrund mehrfach ein Anti-AfD-Plakat zu sehen: "Rassisten sind keine Alternative". ZDF-Moderatorin Barbara Hahlweg nahm es mit Humor: "Das ist der Vorteil eines transparenten Studios."

Dass das Plakat buchstäblich laufend im Bild war, war eine sportliche Leistung eines Duos. Der Spruch wurde von einer jungen Frau hochgehalten, die außerhalb des Studios auf dem Rücken eines Mannes saß. Offenbar verfolgten sie auch, welche Position die ZDF-Kamera gerade filmte. Das Plakat-Duo wechselte mehrfach seinen Standort passend zum Interview-Partner. 

Auch beim Interview mit dem Barndenburger AfD-Spitzenkandidat Andreas Kalbitz war das Plakat lange im Bild. (Quelle: Screenshot ZDF)Auch beim Interview mit dem Barndenburger AfD-Spitzenkandidat Andreas Kalbitz war das Plakat lange im Bild. (Quelle: Screenshot ZDF)

Aufgefallen war das Plakat bereits, als AfD-Chef Alexander Gauland für ein erstes Interview in die ZDF-Livesendung eingeblendet wurde. In seinem Rücken war das Plakat zu sehen. Später erschien es bei der Runde der Spitzenkandidaten.

Landtagswahl Dank des Ministerpräsidenten: Dietmar Woidke (SPD) traf die zwei Demonstranten, die vor dem Landtag das Plakat mit der Aufschrift "Rassisten sind keine Alternative" hochhielten.  (Quelle: dpa/Kay Nietfeld/dpa)Dank des Ministerpräsidenten: Dietmar Woidke (SPD) traf die zwei Demonstranten, die vor dem Landtag das Plakat mit der Aufschrift "Rassisten sind keine Alternative" hochhielten. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa/dpa)

Die erste Empörung kam von der früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach: Es sei "einfach unglaublich, was das ZDF abliefert". Das ZDF erreichten auch Stimmen, es müsse den "bezahlten Vollpfosten" besser dirigieren, wenn es wolle, dass das Plakat gut sichtbar sei.

Mal links, mal mittig, nur nie am rechten Rand: Das Plakatduo während der Wahlsendung. (Quelle: Screenshot ZDF)Mal links, mal mittig, nur nie am rechten Rand: Das Plakatduo während der Wahlsendung. (Quelle: Screenshot ZDF)

Bereits bei einem früheren Gauland-Interview waren im Hintergrund über lange Zeit AfD-kritische Plakate zu sehen gewesen. Mehrere Twitterer nannten die Person mit dem Plakat "Held des Abends".

 


Das ZDF hatte keine Handhabe oder Veranlassung, gegen das Plakat am Wahlabend etwas zu tun: Es wurde außerhalb des Studios vor dem Fenster des Studios gezeigt, das auf dem frei zugänglichen Platz vor dem Landtag am Alten Markt in Potsdam steht. 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen

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