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Halle-Anschlag: Video von Überwachungskamera bringt Polizei in Erklärungsnot

Fehlverhalten der Polizei?  

Video des Halle-Anschlags soll brisante Details zeigen

07.02.2020, 20:26 Uhr | dru, dpa

Halle-Anschlag: Video von Überwachungskamera bringt Polizei in Erklärungsnot. Vor der Synagoge in Halle: Einsatzkräfte der Polizei sichern nach dem Anschlag den Tatort. (Quelle: imago images/Lutz Winkler)

Vor der Synagoge in Halle: Einsatzkräfte der Polizei sichern nach dem Anschlag den Tatort. (Quelle: Lutz Winkler/imago images)

Hätte der Angreifer von Halle früher gestoppt, seinen Opfern schneller geholfen werden können? Bilder einer Überwachungskamera werfen laut einem Bericht neue Fragen zum Einsatz der Polizei nach dem Anschlag auf.

Im Magdeburger Landtag beschäftigt sich derzeit ein Untersuchungsausschuss mit den Geschehnissen um den Terroranschlag in Halle. Er soll unter anderem klären, ob die Polizei nach dem Angriff auf die Synagoge und den tödlichen Schüssen auf zwei Passanten Fehler gemacht hat, wie manche meinen. Videoaufnahmen scheinen diesen Verdacht laut einem Medienbericht nun zu bestätigen.

Nach Angaben von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR würden Aufnahmen einer Überwachungskamera neue Fragen zu dem Polizeieinsatz aufwerfen. Auf den Bildern sei zu sehen, wie zunächst nur ein Streifenwagen eintrifft – acht Minuten nach dem ersten Notruf, in dem bereits von einem Angreifer mit Maschinengewehr die Rede war.

Eine Polizeibeamtin sei anschließend aus dem Einsatzfahrzeug gestiegen. Sie sei zunächst um die am Boden liegende, niedergeschossene Passantin Jana L. herumgelaufen und sei dann neben ihr stehengebleiben. Erste Hilfe habe die Beamtin nicht geleistet, ebenso wie mehrere Passanten auch, die sich in den ersten Minuten nach den Schüssen in unmittelbarer Nähe aufhielten. Minutenlang geschehe nichts. Nach einer Viertelstunde seien nur zwei Streifenwagen vor Ort, jedoch kein Notarzt. 

Das Video hätten Ermittler von der Kamera an der Außenwand der Synagoge gesichert, heißt es in dem Bericht. Auf den Bildern sei auch zu sehen, wie der flüchtige Attentäter zehn Minuten nach dem Angriff auf die Synagoge noch einmal in entgegengesetzter Richtung an dem Gotteshaus vorbeifahre. Zu diesem Zeitpunkt sei das Kennzeichen seines Wagens bereits zur Fahndung ausgeschrieben gewesen. Gestoppt habe den dunkelgrauen Golf jedoch niemand.

Rechtsextremer Täter plante Massaker

Bei dem Angriff am 9. Oktober hatte der schwer bewaffnete Stephan B. versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen, in der Gläubige den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur begingen. Als der Angreifer scheiterte, erschoss er in der Nähe die 40-jährige Jana L. und den 20-jährigen Kevin S. Auf der Flucht verletzte der Täter ein Paar schwer, bevor er festgenommen wurde. Der 27 Jahre alte Deutsche hat den Anschlag gestanden und rechtsextreme und antisemitische Motive eingeräumt.

Anfang Dezember nahm ein Untersuchungsausschuss im Landtag von Sachsen-Anhalt seine Arbeit auf. Auf Antrag der AfD-Fraktion soll das neunköpfige Gremium neben möglichen Fehlern der Einsatzkräfte auch der Frage nachgehen, warum trotz des jüdischen Feiertags keine Beamten an der Synagoge postiert waren. Auch die Sicherheitsvorkehrungen und Einsatzkonzepte im Bundesland sollen überprüft werden.

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