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Video des Halle-Anschlags soll brisante Details zeigen

Von dpa, dru

Aktualisiert am 07.02.2020Lesedauer: 2 Min.
Vor der Synagoge in Halle: EinsatzkrÀfte der Polizei sichern nach dem Anschlag den Tatort.
Vor der Synagoge in Halle: EinsatzkrÀfte der Polizei sichern nach dem Anschlag den Tatort. (Quelle: Lutz Winkler/imago-images-bilder)
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HĂ€tte der Angreifer von Halle frĂŒher gestoppt, seinen Opfern schneller geholfen werden können? Bilder einer Überwachungskamera werfen laut einem Bericht neue Fragen zum Einsatz der Polizei nach dem Anschlag auf.

Im Magdeburger Landtag beschĂ€ftigt sich derzeit ein Untersuchungsausschuss mit den Geschehnissen um den Terroranschlag in Halle. Er soll unter anderem klĂ€ren, ob die Polizei nach dem Angriff auf die Synagoge und den tödlichen SchĂŒssen auf zwei Passanten Fehler gemacht hat, wie manche meinen. Videoaufnahmen scheinen diesen Verdacht laut einem Medienbericht nun zu bestĂ€tigen.

Nach Angaben von "SĂŒddeutscher Zeitung", NDR und WDR wĂŒrden Aufnahmen einer Überwachungskamera neue Fragen zu dem Polizeieinsatz aufwerfen. Auf den Bildern sei zu sehen, wie zunĂ€chst nur ein Streifenwagen eintrifft – acht Minuten nach dem ersten Notruf, in dem bereits von einem Angreifer mit Maschinengewehr die Rede war.

Eine Polizeibeamtin sei anschließend aus dem Einsatzfahrzeug gestiegen. Sie sei zunĂ€chst um die am Boden liegende, niedergeschossene Passantin Jana L. herumgelaufen und sei dann neben ihr stehengebleiben. Erste Hilfe habe die Beamtin nicht geleistet, ebenso wie mehrere Passanten auch, die sich in den ersten Minuten nach den SchĂŒssen in unmittelbarer NĂ€he aufhielten. Minutenlang geschehe nichts. Nach einer Viertelstunde seien nur zwei Streifenwagen vor Ort, jedoch kein Notarzt.

Das Video hĂ€tten Ermittler von der Kamera an der Außenwand der Synagoge gesichert, heißt es in dem Bericht. Auf den Bildern sei auch zu sehen, wie der flĂŒchtige AttentĂ€ter zehn Minuten nach dem Angriff auf die Synagoge noch einmal in entgegengesetzter Richtung an dem Gotteshaus vorbeifahre. Zu diesem Zeitpunkt sei das Kennzeichen seines Wagens bereits zur Fahndung ausgeschrieben gewesen. Gestoppt habe den dunkelgrauen Golf jedoch niemand.

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Rechtsextremer TĂ€ter plante Massaker

Bei dem Angriff am 9. Oktober hatte der schwer bewaffnete Stephan B. versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen, in der GlĂ€ubige den höchsten jĂŒdischen Feiertag Jom Kippur begingen. Als der Angreifer scheiterte, erschoss er in der NĂ€he die 40-jĂ€hrige Jana L. und den 20-jĂ€hrigen Kevin S. Auf der Flucht verletzte der TĂ€ter ein Paar schwer, bevor er festgenommen wurde. Der 27 Jahre alte Deutsche hat den Anschlag gestanden und rechtsextreme und antisemitische Motive eingerĂ€umt.

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Anfang Dezember nahm ein Untersuchungsausschuss im Landtag von Sachsen-Anhalt seine Arbeit auf. Auf Antrag der AfD-Fraktion soll das neunköpfige Gremium neben möglichen Fehlern der EinsatzkrĂ€fte auch der Frage nachgehen, warum trotz des jĂŒdischen Feiertags keine Beamten an der Synagoge postiert waren. Auch die Sicherheitsvorkehrungen und Einsatzkonzepte im Bundesland sollen ĂŒberprĂŒft werden.

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